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Neue Sternwarte (auch) für Studenten

05.03.1998 - (idw) Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Eine neue Sternwarte (auch) fuer Studenten

Tuebinger Astrophysiker beobachten jetzt vom Dach der naturwissenschaftlichen Institute aus

Am heutigen Donnerstag, dem 5. Maerz wurde auf das Dach ueber dem 10. Stock des Instituts fuer Theoretische Astrophysik der Universitaet Tuebingen (Auf der Morgenstelle) mit einem Spezialkran das Betonfundament und die Kuppel eines neuen Observatoriums gehievt. Aufgrund des stuermischen Wetters war dies keine leichte Aufgabe, um 11 Uhr stand jedoch das Fundament fuer ROTAT, das Roboter Observatorium des Institutes fuer Theoretische Astrophysik Tuebingen. Mit diesem neuen, vollkommen autonom arbeitenden Oberservatorium geht die Universitaet Tuebingen neue Wege: Es steht nicht in Konkurrenz zum bestehenden Oberservatorium des Astronomischen Institutes, sondern ist eine wichtige Ergaenzung fuer die Lehre. Prof. Hanns Ruder, Leiter des Projektes, erlaeutert die Zielsetzung: "Wir wollen unseren Studenten ein Instrument an die Hand geben, das leicht zu nutzen ist und trotzdem grossartige Ergebnisse ermoeglicht. Die Studenten werden erstmalig in der Lage sein, ein Teleskop ueber das Internet von ihrem Arbeitsplatz - auch vom heimischen PC aus - zu steuern und weitgehend automatisierte Beobachtungsprogramme zu nutzen. Das ist eine attraktive Moeglichkeit, fruehzeitig Erfahrungen in der astronomischen Praxis zu sammeln". Darueberhinaus wird das Observatorium zur vollautomatischen UEberwachung bestimmter Himmelsareale eingesetzt. Ruder: "Uns entgehen unglaublich viele Supernova-Ereignisse, weil weltweit nur wenige Instrumente den Himmel regelmaessig ueberwachen. Wir wollen einen Anstoss geben und zeigen, dass mit unserem Roboterobservatorium solche kontinuierlichen UEberwachungen sehr kostenguenstig moeglich sind."

Durch konsequente Nutzung von Standardbauteilen, die auch der Amateurastronomie zugaenglich und damit kostenguenstig sind, konnte das Projekt sehr schnell realisiert werden. Das Observatorium ist mit einem Mead 12-Zoll-Teleskop und einer elektronischen Kamera modernster Technik ausgeruestet. So ist eine Aufloesung zu erzielen, mit der ein Krater von einem Kilometer Durchmesser auf dem Mond beobachtet werden kann. Finanziert wurde das Projekt aus Bonusmitteln der Universitaet, die die Arbeitsgruppe von Prof. Ruder fuer die Einwerbung von Drittmitteln erhielt.

Die ersten Bilder werden in wenigen Tagen verfuegbar sein, der Alltagsbetrieb, bei dem den einzelnen Studenten auf Antrag Beobachtungszeit zugewiesen wird, wird voraussichtlich im Herbst aufgenommen werden koennen.

Langfristig verfolgen die Tuebinger Astrophysiker ein weiteres ehrgeiziges Ziel: Ein baugleiches Geraet wollen sie auf der suedlichen Erdhalbkugel, in Chile, installieren, um den Beobachtungsbetrieb auch tagsueber und damit rund um die Uhr unterhalten zu koennen.

Naehere Informationen: Prof. Dr. Hanns Ruder, Institut fuer Theoretische Astrophysik, Auf der Morgenstelle 10, Tel.: (07071) 29-72487

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