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Kein Ende mit Pythagoras - neue Buchreihe

07.10.1997 - (idw) Universität Bayreuth

Medienmitteilung vom 7. Oktober 1997

Erstes Leseheft Mathematik erschienen

FIBONACCI - MIT UND OHNE KANINCHEN - UND: WARUM PYTHAGORAS KEIN ENDE NIMMT

Neue Buchreihe versucht anderen Zugang zur Mathematik zu bieten

Bayreuth (UBT. Mathematik sich lesend aneignen - wie soll das gehen? Denn man kennt sie noch aus der Schule, die Mathematikbuecher voller Formeln und Zeichen, oftmals wenig anschaulich und ein hohes Mass Abstraktionsvermoegen und Logik einfordernd. Aber sich Mathematik aneignen kann ja vielleicht auch anders gehen. Dadurch vielleicht, dass man die unterschiedlichen Gebiete und Problemstellungen der Mathematik in ihrer historischen Entwicklung beschreibt. Mathematik als lebendige Wissenschaft zu vermitteln und dabei hinter Formeln und abstrakten Strukturen spannende Entstehungsprozesse und interessante Lebensgeschichte von mehr oder weniger bekannt gewordenen Persoenlichkeiten entdeckbar machen, haben sich einige Mathematiker gedacht, koennte ein Lesestoff werden, der auch "Mathematik-geschaedigte" in seinen Bann zieht.

Herausgekommen ist dabei eine neue Buchreihe mit dem zurueckhaltenden Titel "Lesehefte Mathematik". Herausgegeben wird sie von dem Bayreuther Lehrstuhlinhaber fuer Mathematik und ihre Didaktik, Professor Dr. Peter Baptist, der die Reihe im Leipziger Ernst-Klett-Verlag publiziert. Er findet, dass insbesondere fuer die Schule die Lesehefte eine Moeglichkeit bieten, die Mathematik von einer "anderen Seite" kennenzulernen. "Eine Klassenlektuere im Mathematikunterricht - warum nicht?", meint der Wissenschaftler, bei dem ja auch zukuenftige Mathematiklehrer "in die Lehre gehen", der also wissen sollte, wie man sich Mathematik aneignet.

Baptist haelt auch den guenstigen Preis von 17,80 DM pro Band als gutes Argument, sich die Buecher in Arbeitsgemeinschaften, als Begleittext im Studium oder fuer den privaten Genuss anzuschaffen.

Auch die vorerst geplanten plakativen Titel der neuen Reihe machen deutlich, dass es sich nicht um gewoehnliche Mathematikbuecher handelt, sondern um Versuche, sich dieser als schwierig und manchmal als unverstaendlich verschrieenen Wissenchaft zu naehern. "Fibonacci - mit und ohne Kaninchen" lautet der Titel des fuer Maerz kommenden Jahres geplanten Bandes und "Spiralen - ein Kapitel phaenomenale Mathematik" der fuer Mai 1998 geplante anschliessende Band.

Dem Stossseufzer eines Schuelers koennte dagegen der Titel des gerade erschienenen ersten Bandes der Lesehefte Mathematik entsprungen sein: "Pytha-goras und kein Ende?" Professor Peter Baptist selbst ist der Autor, der seinen Rundgang durch die Mathematik und diese kulturhistorisch reichhaltige Thematik bei Euklid beginnt. Der Leser trifft dann bekannte Persoenlichkeiten wie Einstein, Gauss, Lichtenberg, Schopenhauer. Es wird spekuliert ueber die Entstehungsgeschichte des Lehrsatzes, Prominenten bei deren Beweisversuchen ueber die Schulter geschaut und die Leser koennen sich an Gedichten unterschiedlichster Art erfreuen. Science fiction gefaellig? Fiktive Begegnungen des Pythagoras mit Thales, Ptolemaios und Fibonacci werden initiiert. Und schliesslich wird eine Spezialitaet der Mathematiker, naemlich Aussagen zu verallgemeinern, am Lehrsatz des Pythagoras in vielen Varianten aufgezeigt. Kurzum: Mathematik zum lesenden Ausprobieren.

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