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Automobilzulieferindustrie

13.03.1998 - (idw) Institut Arbeit und Technik

Verlagerung von kostenintensiven Arbeitsplaetzen in Billiglohnlaender findet nur in geringem Umfang statt

Institut Arbeit und Technik untersuchte Auslandsaktivitaeten nordrhein-westfaelischer Automobilzulieferer

Die Verlagerung kostenintensiver Arbeitsplaetze in Billiglohnlaender vollzieht sich in weit geringerem Umfang, als in der Standortdebatte oft behauptet. Nicht so sehr die hohen Personalkosten am Standort Deutschland, sondern vielmehr die Ziele der Expansion und des Zugangs zu neuen Maerkten spielen fuer die deutsche Wirtschaft die Hauptrolle bei ihrem Auslandsengagement.

Das geht aus einer Betriebsbefragung des Instituts Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen) bei 116 Unternehmen der Automobilzuliefer-Branche in Nordrhein-Westfalen hervor. Die Auswertung der Studie ergab, dass insgesamt 72 Prozent der Unternehmen Geschaeftsbeziehungen zu Unternehmen im Ausland unterhalten. 66 Prozent beziehen Vorprodukte aus dem Ausland und 34 Prozent der Unternehmen haben darueber hinaus Produktionsstandorte im Ausland.

Lediglich knapp 9 Prozent aller Unternehmen praktizieren Verlagerungen, um Kostenvorteile durch Produktionsstandorte in Niedriglohnlaendern zu nutzen, ergab die Auswertung der Befragung. Werden weitere Unternehmen, fuer die Verlagerungen zwar wichtig, die Personalkosten aber nicht einziges Motiv fuer ihr Engagement im Ausland sind, in die Auswertung einbezogen, ergibt sich als Bild, dass 25 Prozent der Auslandsaktivitaeten aus Verlagerungsmotiven erfolgen. In erster Linie dienen Auslandsstandorte jedoch der Belieferung des auslaendischen Absatzmarktes (32 Prozent der Unternehmen mit Auslandsaktivitaeten). Fuer jedes 5. Unternehmen ist die Zulieferung an einen bestimmten Autohersteller wichtig - die Zulieferer sind den globalisierenden Automobil-Konzernen zu den neuen Auslandsstandorten gefolgt. Erst nachrangige Bedeutung haben auslaendische Produktionsstandorte zur Herstellung arbeitsintensiver Vorprodukte, die anschliessend in deutschen Betrieben weiterverarbeitet werden, so die IAT-Wissenschaftlerin Bettina Walker.

Ein Vergleich der Export- und Importaktivitaeten bestaetigt diese Tendenz. Nur im Bereich der Europaeischen Union ist die Zahl der Unternehmen, die Vorprodukte importieren und eigene Produkte exportieren, etwa gleich gross. Fuer alle anderen Laender bewegt sich die Relation zwischen Exporten und Importen im Verhaeltnis von mindestens 2:1. 50,6 Prozent der befragten Unternehmen exportieren beispielsweise in die Tschechische Republik, waehrend nur 21,2 Prozent der Unternehmen Vorprodukte von daher beziehen. Hauptsaechlich spielt sich das Auslandsengagement der nordrhein-westfaelischen Automobilzulieferer jedoch auf dem europaeischen Markt ab. 96,5 Prozent der befragten Unternehmen exportieren in Laender der Europaeischen Union, 88 Prozent importieren von dort Produkte. 61 Prozent exportieren nach Nordamerika, aber nur 21 Prozent beziehen von dort Importe.

Die drei wichtigsten Laender fuer Produktionsstandorte sind mit den drei wichtigsten Im- und Exportlaendern identisch:

- 85 Prozent der befragten Unternehmen mit Auslandsstandorten haben Werke in EU-Laendern,

- 68 Prozent haben Standorte in Nordamerika und

- fast 43 Prozent geben an, Produktionswerke in der Tschechischen Republik zu haben.

Fuer weitere Fragen steht Ihnen zur Verfuegung: Bettina Walker Durchwahl: 1707-334

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