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Immuntherapie beim malignen Melanom

21.04.1998 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

upm-Pressemitteilung der Universitaet Muenster 696/98 - 20. April 1998

Immuntherapie laesst Tumor schrumpfen

Neuer Behandlungsansatz beim "schwarzen Hautkrebs"

Duch eine gezielte Stimulation des Immunsystems lassen sich die Therapiechancen beim malignen Melanom, dem sogenannten schwarzen Hautkrebs, moeglicherweise deutlich verbessern. Darauf weisen Forschungsergebnisse hin, die Wissenschaftler der Universitaets-Hautklinik Muenster in Kooperation mit Fachkollegen in Zuerich und Heidelberg erarbeitet haben. Nach Einschaetzung des muensterschen Studienleiters Privatdozent Dr. Stephan Grabbe koennten die bisherigen Untersuchungen, die jetzt durch eine Folgestudie vertieft werden sollen, Modellcharakter auch fuer andere boesartige Tumoren haben.

Die Zahl der Menschen, die an einem malignem Melanom erkranken, nimmt seit einigen Jahren deutlich zu. Die Prognose bei diesem haeufig schon in jungem Lebensalter auftretendem hochaggressiven Tumor ist bislang aeusserst schlecht. Mit der gegenwaertig durchgefuehrten Chemo- beziehungsweise Chemoimmuntherapie konnte bislang noch keine wesentliche Lebensverlaengerung erreicht werden. Umso groesser sind die Erwartungen an neue Behandlungsansaetze, die eine wirksame Bekaempfung des schwarzen Hautkrebses in Aussicht stellen. Diese Hoffnung scheint nun in greifbare Naehe gerueckt zu sein. Im Rahmen der kuerzlich in der Fachzeitschrift "Nature Medicine" veroeffentlichten Studie haben die Wissenschaftler aus Muenster, Zuerich und Heidelberg nachgewiesen, dass die von ihnen entwickelte neuartige Form der Immuntherapie selbst bei Tumoren im fortgeschrittenen Stadium Erfolg erkennen laesst.

Wie Grabbe erlaeutert, beruht die Therapie darauf, dass das Immunsystem mit Hilfe von koerpereigenen, sogenannten "Dendritischen Antigen-praesentierenden Zellen" gezielt stimuliert wird. Hierzu haben die Wissenschaftler Techniken erarbeitet, mit deren Hilfe die Isolation und Kultur dieser DendritischenZellen aus dem Blut der Patienten ermoeglicht wird. Anschliessend wurden diese Zellen mit selektiv von den Tumorzellen des Patienten produzierten Eiweissmolekuelen vermischt und diese Zellen dann dem Patienten zurueckinfundiert. Auf diese Weise wollten die Mediziner eine Stimulation des koerpereigenen Abwehrsystems gegen den Tumor erreichen.

Die Hoffnung war nicht vergebens. Tatsaechlich ist der Tumor bei einem Teil der Patienten, die sich allesamt bereits im fortgeschrittenen Tumorstadium befanden, verschwunden. Darueber hinaus stellte sich heraus, dass diese Form der Immuntherapie, so Grabbe, ausserordentlich nebenwirkungsarm und fuer den Patienten wenig belastend ist. Nach diesen ermutigenden Ergebnissen setzen der muenstersche Mediziner und die an der Untersuchung beteiligten Wissenschaftler in Zuerich und Heidelberg jetzt grosse Erwartungen in die Folgestudie, von der man sich eine Bestaetigung der bisherigen Ergebnisse und neue Erkenntnisse hinsichtlich einer gezielten Stimulation des Immunsystems beim schwarzen Hautkrebs erhofft.

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