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Neues Parkinson Gen (vervollständigter Text)

20.03.1998 - (idw) Ludwig-Maximilians-Universität München

NF-1-98 19.3.1998

Wissenschaftler finden ,Parkinson-Gen"

Neben der Alzheimer´schen Erkrankung ist der Morbus Parkinson die häufigste neurologische Krankheit älterer Menschen. Sie beginnt im Alter von etwa 60 Jahren und ist durch schwere Bewegungsstörungen gekennzeichnet. Die Ursache ist unbekannt. Seit einigen Jahren wird immer häufiger die Bedeutung genetischer Faktoren iskutiert. Wie in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Nature Genetics (Band 18, Seiten 262-265) berichtet wird, haben Ärzte an der Neurologischen Klinik am Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München zusammen mit Wissenschaftlern am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin und Neurologen aus Deutschland, Italien, Kanada unddenUSA auf dem kurzen Arm des Chromosoms 2 ein Gen lokalisiert, das in mehreren Familien den wesentlichen ursächlichen Faktor für das Auftreten der Parkinson´schen Erkrankung darstellt. Von besonderer Bedeutung ist dabei, daß sich das klinische Bild der betroffenen Familienmitglieder nicht von der üblichen Erkrankung unterscheidet, die nicht als Erbkrankheit erkennbar ist. Da zudem das gefundene Gen längst nicht bei allen Trägern zur Erkrankung führt, nehmen die Forscher an, das dasselbe Gen auch bei der häufigen ,sporadischen" Form der Parkinson schen Erkrankung èine ursächliche Rolle spielten könnte.

Ein weiterer interessanter Aspekt der publizierten Ergebnisse ist die Tatasache, daß die beiden Familien, in denen sich die entscheidenden genetischen Daten fanden,zwar mittlerweile in den USA wohnen, ursprünglich aber aus Norddeutschland und Sued- daenemark stammen. In diesen Familien scheint sich die Erkrankung auf einen gemeinsamen Vorfahren zurueckfuehren zu lassen.

Es handelt sich um das zweite Gen, das für eine erbliche Form der Parkinson-Erkrankung lokalisiert wurde. Im vergangenen Jahr war von einer amerikanischen Arbeitsgruppe eine Mutation im Gen für a-Synuklein auf Chromosom 4 als Krankheitsursache in einer italienischen und mehreren griechischen Familien gefunden worden.

Weitere Presseauskünfte bei Priv.Doz Dr. Thomas Gasser, Neurologische Klinik im Klinikum Großhadern, Tel. 7095 -3673 e-mail "tgasser@gfn99m.nefo.med.uni-muenchen.de"

Titel der Publikation: A susceptibility locus for Parkinson's disease maps to chromosome 2p13

1 Thomas Gasser, MD,

2 Bertram Müller-Myhsok, MD,

3 Zbigniew K. Wszolek, MD,

2 Ralph Oehlmann, PhD,

4 Donald B. Calne, MD,

5 Vincenzo Bonifati, MD,

1 Benjamin Bereznai, MD,

5 Edito Fabrizio, MD,

6 Peter Vieregge, MD,

2 Rolf D. Horstmann, MD

1 Neurologische Klinik, Klinikum Grosshadern, Ludwig-Maximilians- Universität, München, Germany

2 Department of Molecular Medicine, Bernhard Nocht Institute for TropicalMedicine, Hamburg, Germany

3 Section of Neurology, Department of Internal Medicine, University of Nebraska Medical Center, Omaha,NE., USA

4 Neurodegenerative Disorders Centre, University of British Columbia, Vancouver, British Columbia, Canada

5 Dipartimento di Scienze Neurologiche, Università "La Sapienza", Roma, Italy

6 Neurologische Klinik der Universität Lübeck, Lübeck, Germany

in Nature Genetics (Band 18, Seiten 262-265)

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