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Novartis-Stipendium für Angst-Forscher

06.11.1997 - (idw) Klinikum der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Pressemitteilung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsklinikum

Novartis-Stipendium 1997 wurde an Dr. med. Dr. phil. Georg Northoff verliehen

Magdeburger Wissenschaftler erforscht, weshalb extreme Angst zur völligen Unbeweglichkeit führen kann und untersucht Therapiemöglichkeiten

Am 4. November 1997 fand die Verleihung des Graduierten-Stipendiums 1997 der Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung statt. Die Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke- Universität Magdeburg hatte Dr. med. Dr. phil. Georg Northoff, Jahrgang 1963, zur Auszeichnung vorgeschlagen. Der Stipendiat ist seit 1996 als Oberarzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik Magdeburg tätig. Das mit 12.000 Mark dotierte Stipendium erhält der Wissenschaftler für seine Forschungstätigkeit bei der Entwicklung von Therapien bei speziellen Angstzuständen.

Schizophrene und depressive Patienten können während ihrer Erkrankung extreme Angstzustände zeigen. In einigen Fällen führt dies zu einer völligen Unbeweglichkeit (Immobilität) und Sprachlosigkeit der Betroffenen. Mit einer möglichen Therapie solcher Extremzustände des psychischen Erlebens, der sogenannten Katatonie, beschäftigt sich Dr. Dr. Northoff in seinen wissenschaftlichen Untersuchungen.

Bisherige Studien zeigen, daß einige der Patienten recht erfolgreich mit Lorazepam behandelt werden können. Unter Anwendung der neueren Techniken der funktionellen Bildgebung des Gehirns erforscht der Stipendiat gegenwärtig die genauen pathophysiologischen Wirkmechanismen des Lorazepams bei diesen Patienten. Ziel dieser Untersuchung ist die genaue Aufklärung der bei der Katatonie gestörten Funktionskreise im Gehirn. Bisherige Erkenntnisse von Dr. Dr. Northoff zeigen sowohl die zentrale Bedeutung der extremen Angst bei der Entwicklung der motorischen Starre im Rahmen der Katatonie als auch die Störung von bestimmten Funktionskreisen und Interaktionen in der Hirnrinde. Auf der Grundlage dieser Untersuchungsergebnisse will der Magdeburger Wissenschaftler wirksame Maßnahmen sowohl zur Akuttherapie als auch zur Vorbeu-gung von solchen katatonen Zuständen entwickeln, wodurch den Patienten in der Zukunft viel Leid erspart werden könnte.

Dr. Dr. Georg Northoff hat u.a. als Stipendiat der Studienstiftung Medizin und Philosophie studiert, davon ein Jahr in den USA. Er ist Facharzt für Psychiatrie. Von der Deutschen Forschungsgemeinschaft erhielt er 1995 bis 1996 ein Habilitationsstipendium. Neben einer Reihe von Beiträgen zur Psychosomatik hat er sich in den vergangenen Jahren in seinen Forschungsaktivitäten zunehmend dem speziellen Krankheitsbild der Katatonie zugewendet. Auf 23 Originalveröffentlichungen, zwei Bücher und acht Buchbeiträge kann Dr. Dr. Northoff hinsichtlich seiner Publikationstätigkeit bereits verweisen.

Die bisher unter dem Namen "Sandoz-Stiftung für therapeutische Forschung" tätige Stiftung wurde 1969 vom damaligen Pharmaunternehmen Sandoz AG ins Leben gerufen. Im Zuge der Fusion mit Ciba-Geigy änderte die Stifterin ihren Namen und heißt nun Novartis Pharma GmbH, wobei die Stiftung dem Namenswechsel folgte und nunmehr Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung heißt. Seit ihrem Bestehen hat sie zahlreiche Aktivitäten im Bereich der universitären medizinischen Forschung unterstützt. Zur gezielten Förderung von Nachwuchswissenschaftlern hat die Stiftung Anfang der neunziger Jahre ein spezielles Programm eingerichtet: 15 Medizinische Fakultäten in Deutschland können seitdem jährlich einen durch bisherige Arbeiten bereits qualifizierten, jungen Wissenschaftler benennen, den die Stiftung jeweils mit einem Stipendium in Höhe von 12.000 Mark unterstützt.

Seit der Einrichtung dieses Förderprogramms nominiert die Medizinische Fakultät der Magdeburger Universität jährlich einen Nachwuchswissenschaftler, der von der Novartis-Stiftung nach entsprechender Begutachtung bestätigt wird.

Die Übergabe des Schecks erfolgte durch die Geschäftsleiterin der Novartis-Stiftung im Rahmen der Fakultätsratssitzung an den Preisträger Dr. Dr. Georg Northoff.


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