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Manifest zur männlichen Kontrazeption

04.07.1997 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

upm-Pressemitteilung der Universitaet Muenster 260/97 - 03. Juli 1997

Appell an die Pharmaindustrie

Weimarer Manifest zur maennlichen Empfaengnisverhuetung

Die sogenannte "Pille fuer den Mann" koennte schon in naher Zukunft allgemein verfuegbar sein. Voraussetzung dafuer sei allerdings die Bereitschaft der Pharmaindustrie, den von der Forschung aufgezeigten Weg einer effektiven und reversiblen Methode zur maennlichen hormonellen Empfaengnisverhuetung umzusetzen und die neuen maennlichen Kontrazeptiva zur Marktreife zu fuehren. Dies betonten fuehrende Wissenschaftler aus aller Welt in einem jetzt verabschiedeten "Weimarer Manifest zur maennlichen Kontrazeption". Mit diesem Dokument verbinden sie einen Appell an Politiker und Forschungsorganisationen, sich der "Entwicklung maennlicher Kontrazeptiva zum Wohl zukuenftiger Generationen intensiv zu widmen".

Das Papier ist das Ergebnis eines in Weimar gefuehrten Gipfelgespraechs unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Eberhard Nieschlag, Direktor des Instituts fuer Reproduktionsmedizin der Universitaet Muenster. Das Manifest wurde von insgesamt 13 Wissenschaftlern aus den USA, Australien, Finnland, Schweden, Grossbritannien, Italien, der Schweiz und Deutschland unterzeichnet. Vetreter der deutschen Seite ist neben Prof. Nieschlag der ebenfalls an dem muensterschen Institut taetige Reproduktionsmediziner Privatdozent Dr. Hermann M. Behre.

Bei den Teilnehmern des Gipfelgespraechs bestand Einigkeit darueber, dass "Kontrazeption ein essentieller Bestandteil der reproduktiven Gesundheit von Frauen und Maennern ist". Ohne Empfaengnisverhuetung, so das Manifest, seien jedweder soziooekonomischer Fortschritt und die Zukunft der Erde gefaehrdet. Ausser Sterilisation und Kondom gebe es gegenwaertig keine Kontrazeption fuer Maenner. "Neue Formen der maennlichen Kontrazeption sind erforderlich", unterstreichen die 13 Wissenschaftler, "damit Maenner eine aktivere Rolle bei der Familienplanung spielen koennen und die Vorteile und Lasten der Kontrazeption gerechter zwischen Mann und Frau geteilt werden koennen."

Ein Nachweis einer allgemeinen Akzeptanz der seitens der Forschung aufgezeigten Methode zur maennlichen hormonellen Empfaengnisverhuetung sei bislang an der fehlenden Bereitstellung adaequater Mittel fuer grossangelegte klinische Studien gescheitert."Weitere Produktentwicklung ist dringend erforderlich", betonen die Unterzeichner des Manifests mit Nachdruck. Dazu gehoeren nach Ansicht der Wissenschaftler klinische Studien mit neuen langwirkenden Testosteronpraeparaten und deren Kombination mit anderen Substanzen.

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