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Drittes Siepe Forum offenbart Wege zur Vielfalt und Einheit

05.07.2002 - (idw) Universität Dortmund

Dr. Peter Dittrich hat heute (05.07.02) an der Universität Dortmund den mit 10.000 Euro dotierten Karl-Siepe-Preis gewonnen. Der Sieger konnte der Jury und dem Publikum in einem brillanten Vortrag die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Arbeit vermitteln. Bei dem zum dritten Mal ausgetragenen Wettbewerb ging es um die bestmögliche Darstellung eigener Forschungsresultate.

Im Siepe-Forum wetteiferten in diesem Jahr ein Informatiker, ein Elektrotechniker, eine Chemikerin und ein Chemietechniker darum, Resultate ihrer wissenschaftlichen Arbeit so allgemein verständlich und überzeugend wie möglich zu präsentieren.

Am wirkungsvollsten gelang dies nach Auffassung der Juroren Dr. Dittrich. Der Informatiker stellte Arbeitsschritte der noch jungen "künstlichen Chemie" vor, die neue Konzepte zum Verständnis und zur Beeinflussung der Evolution nach sich ziehen. Stark beeindruckt zeigte sich das Publikum auch von der Präsentation des Chemietechnikers Dr. Ralf Schneider, der Wege zur Vereinfachung der Modellierung umweltgerechter Verfahrenstechniken aufgezeigt hatte. Biologische Vielfalt und technische Vereinfachung wurden als innovative Themen unterschiedlicher Forschungsbereiche erkennbar.
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Die Idee des Preisstifters

Der Unternehmer Karl Heinz Siepe hat den nach ihm benannten Preis ausgelobt und finanziell ausgestattet, um an der Universität Dortmund insbesondere das Interesse für das Studium, die Lehre und die Forschung in den Natur- und Ingenieurwissenschaften zu fördern. Er sieht in diesen Wissenschaften einen wichtigen "Rohstoff" der Volkswirtschaft und damit die Grundlage für Erfolge im internationalen Wettbewerb. Sein Preis solle, so sagte er, Wissenschaftler zu Höchstleistungen anspornen. Während nach der Vorauswahl in den ersten beiden Jahren jeweils drei Teilnehmer das Finale bestritten, sollten es diesmal nach Votum der Jury vier sein, die aus insgesamt 17 Bewerbungen ausgewählt wurden. Für den Sieger hat Siepe 10.000 Euro bereitgestellt, die drei weiteren Teilnehmer der spannenden und publikumswirksamen Präsentation konnten 2.000 Euro in Empfang nehmen.

Mit seinem Ziel, Wissenschaft und Öffentlichkeit miteinander vertraut zu machen, passte der Wettstreit um den Siepe Preis nahtlos in das Umfeld des Campusfestes, das noch heute an der Universität eröffnet wird und auch morgen zahlreiche Besucher zur Universität lockt.

Die Entscheidung wurde kurz nach den vier Kurzvorträgen im Hörsaal der Fakultät Maschinenbau bekannt gegeben. Sie wurde gefällt von einer Jury, der neben Uni-Rektor Prof. Dr. Eberhard Becker und Preis-Stifter Karl Heinz Siepe auch Mechthild Heikenfeld als Hochschulreferentin der Stadt Dortmund, Wolfgang Borgmann als Wissenschaftsjournalist der Stuttgarter Zeitung sowie die Philosophie-Professorin Dr. Dr. Brigitte Falkenburg angehörten.
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Vom Ursprung der Vielfalt

Den Reigen der Vorträge eröffnete der spätere Sieger Peter Dittrich, geboren 1968. Er hat an der Dortmunder Universität Informatik studiert. Seine 1995 abgeschlossene Diplomarbeit wurde im darauf folgenden Jahr mit dem renommierten Uhde-Preis ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr promovierte Dittrich mit der Gesamtnote "summa cum laude". Inzwischen leitet er eine Nachwuchsforschergruppe an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Sein Vortrag "On Artificial Chemistries" führte zunächst in das junge Forschungsgebiet der künstlichen Chemie ein, um anschließend der Frage nach dem Ursprung von Vielfalt anhand des sogenannten Seceder-Modells nachzugehen.
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Von Netzen mit Problemschwund

Markus Lars Rossmann, 1969 in Hagen geboren, studierte 1989 bis 1994 in Dortmund Elektrotechnik. In seiner Diplomarbeit wurden quantenmechanische Effekte in integrierten Heterostrukturen in Modellen beschrieben und simuliert. 1994 bis 1999 promovierte Rossmann und war zugleich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Dortmunder Lehrstuhl für Bauelemente tätig. Seit 1999 arbeitet er als Systemarchitekt in der weltweiten Forschungs- und Entwicklungsabteilung für Geschäftsanwendungen der Firma Hewlett Packard in Böblingen.

Thema des zweiten Vortrags von Dr. Rossmann waren "Hardwarearchitekturen für künstliche biomorphe neuronale Netze". Das dabei vorgestellte System zielt darauf ab, Netze aus komplexen Neuronen so nachzuahmen, dass die gängigerweise dabei auftretenden Probleme vermieden werden können.
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Von neuen Antigen- und Antisense-Reagentien

Kathrin Schmidt, 1971 in Unna geboren, begann 1991 ihr Studium der Chemie an der Universität Dortmund. 1996 erhielt sie ihr Diplom nach einer herausragenden Diplomarbeit zum Thema "Untersuchungen zur Darstellung monofunktionell platinierter Oligonukleotide als interstrand crosslinking Reagentien in der Antigentechnologie". Ihre Promotion schloss sie 2001 mit der Note "summa cum laude" ab. Im Rahmen ihres Dissertationsprojektes arbeitete sie u.a. als DAAD-Fellow an der niederländischen Universität Leiden. Seit Januar diesen Jahres ist Dr. Schmidt in der Radiopharmakaforschung bei der Schering AG beschäftigt.
In ihrem Vortrag nahm Kathrin Schmidt das Thema ihrer englischsprachigen Dissertation, "Solution- and solid-phase synthesis of monofunctionally trans-Pt(II) modified oligonucleotides and oligonucleotide analogues for potential use in antigene and antisense strategy" auf. Etwas einfacher gesprochen, geht es um einen spezifischen Beitrag zur Entwicklung neuartiger Antigen- und Antisense-Reagentien.
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Von besseren Modellen für dynamische Simulation

Der vierte Kandidat für den diesjährigen Siepe-Preis war Ralf Schneider. Er ist 1971 in Marl geboren und nahm 1991 das Studium der Chemietechnik in Dortmund auf. 1997 bestand er seine Diplomprüfung "mit Auszeichnung". Im Jahr darauf erhielt er die Auszeichnung für das beste Diplom des Fachbereiches Chemietechnik. Anschließend begann er am Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik die Arbeit an einer Promotion zum Thema "Modelloptimierung für die dynamische Simulation der reaktiven Absorption und Rektifikation". Nach seiner Anfang 2001 wiederum "mit Auszeichnung" bestandenen Promotionsprüfung zog es auch Dr. Schneider in die Wirtschaft. Inzwischen ist er Sachgebietsleiter im Fachbereich "Systemverfahrenstechnik" bei der Bayer AG in Leverkusen.
In seinem Vortrag verdeutlichte er die Thematik seiner Promotion unter dem Titel "E Pluribus Unum - Aus Mehreren Eins".
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Beruflich erfolgreiche Kandidaten

Rektor Becker wies nach den Kurzvorträgen darauf hin, dass die jungen Wissenschaftler mit ihren Leistungen bereits beruflich Fuß gefasst haben: "Vier Kandidatinnen und Kandidaten aus vier Fakultäten und Fachbereichen. Alle vier haben herausragende Dissertationen vorgelegt, alle vier sind inzwischen erfolgreich beruflich tätig, einer innerhalb der Hochschule, drei in der freien Wirtschaft."

Die Entscheidung der Jury konnte dann bei einem Empfang im Foyer des Maschinenbau-Gebäudes abgewartet werden. Das trug zum festlichen Rahmen ebenso bei wie die Musik des Saxofon-Ensembles "Sax à la art", das bei den hochwissenschaftlichen Vorträgen für die Zwischentöne sorgte.

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