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Studieren im Internet

02.02.1998 - (idw) Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen

Studieren im Internet

Datennetze verändern die Arbeitsweisen auf allen Gebieten der Gesellschaft, auch die universitäre Forschung und Lehre bleibt davon nicht ausgenommen. Nach E-Mail und Informationsbeschaffung über das Internet rücken nun die multimediale Ausgestaltung von Lehrveranstaltungen, die Übertragung von Lehrveranstaltungen über das Internet und die Zusammenarbeit von über die Welt verstreuten Forschergruppen mit Tele-Konferenzen in den Bereich des Möglichen.

Die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG) hatte am 28. Januar 1998 zu einem Workshop eingeladen, auf dem Lehrende und Lernende der Universität Göttingen diese neuen Möglichkeiten der Netznutzung kennenlernen konnten. In einer Einführung erläuterte Prof. Schneider, Geschäftsführer der GWDG, die Voraussetzungen bei den Datennetzen, der Hardware und der Software, die zur Übertragung von Video, Ton und Text notwendig sind. Prof. Schumann, Wirtschaftsinformatiker der Universität Göttingen, berichtete von dem Projekt WINFO-Line, in dem ein Internet-basierter Studiengang der Wirtschaftsinformatik aufgebaut werden soll. Damit wird den Studierenden die Möglichkeit gegeben werden, über das Internet an Veranstaltungen der vier beteiligten Universitäten teilzunehmen.

Außerhalb von Göttingen sind verteilte Lehrveranstaltungen und Arbeitskonferenzen bereits Realität. Prof. Ottmann von der Universität Freiburg demonstrierte die Techniken, mit denen seine Informatik-Vorlesung mit Folien, Ton und Animationsbeispielen aufgezeichnet und über das Netz von Studierenden jederzeit abgespielt werden kann. Dr. Wolf, Leiter des Rechenzentrums der Universität Erlangen, berichtete von den regelmäßigen Montagskonferenzen der bayrischen Rechenzentrumsleiter. Mit Video-Bild, Ton und gemeinsamem elektronischen Notizblock können sie aktuelle Probleme diskutieren, ohne sich dabei an einem Ort treffen zu müssen. Prof. Effelsberg von der Universität Mannheim schließlich stellte das Projekt TeleTeaching Heidelberg-Mannheim vor. Inzwischen routinemäßig verfolgen Heidelberger Studenten die mit Video-Bild, Ton und Folien übertragenen Informatik-Vorlesungen aus Mannheim und umgekehrt Mannheimer Studenten eine Heidelberger Vorlesung über Simulationsmethoden in der Physik.

Wie die Vizepräsidentin der Universität Göttingen, Frau Prof. Lipp, in ihrer Ansprache betonte, ist in Göttingen noch viel zu tun, um die neuen Möglichkeiten des verteilten Lehrens und Lernens zu nutzen. Die sehr lebhafte Diskussion nach jedem Vortrag zeigte aber auch das große Interesse an diesem Thema. Durch die Vorträge und Diskussionen wurde vor allem deutlich, daß die Beherrschung der Technologie zur Internet-Kommunikation nur eine notwendige Voraussetzung für Lehren und Lernen im Internet ist. Die GWDG hat hierfür die Grundlagen gelegt und wird Projekte in diesem Bereich unterstützen. Die eigentliche Herausforderung liegt aber in der Gestaltung der Lehrinhalte mit den neuen Möglichkeiten der multimedialen Darstellungen.

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