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Inbetriebnahme des 256-Knoten-Hoechstleistungsparallelrechner

17.06.1997 - (idw) Universität Fridericiana Karlsruhe (T.H.)

Nr. 053 / 10. Juni 1997 / sho

Einladung zur Pressekonferenz

anlaesslich der Inbetriebnahme des 256-Knoten-Hoechstleistungsparallelrechners IBM RS/6000 SP und der Emeritierung von Prof. Dr. Adolf Schreiner, Direktor des Rechenzentrums der Universitaet Karlsruhe, am Dienstag, 17. Juni 1997, 9.30 Uhr Kaminsaal ,Gastdozentenhaus Heinrich Hertz", Geb.-Nr. 01.52

Anlaesslich der Inbetriebnahme des neuen Hochleistungsparallelrechners IBM RS/6000 SP und der Emeritierung von Prof. Dr. Adolf Schreiner, Direktor des Universitaetsrechenzentrums, veranstaltet die Universitaet Karlsruhe am 17. Juni 1997 ein Festkolloquium und laedt die Medien zum Auftakt dieser Veranstaltung zu einer Pressekonferenz um 9.30 Uhr ein.

Persoenlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft berichten beim Festkolloquium ueber Techniken und Perspektiven des Supercomputings und wuerdigen die Verdienste von Prof. Dr. Adolf Schreiner, dessen Name in wohl einmaliger Weise mit dem Hoechstleistungsrechnen in Baden-Wuerttemberg verbunden ist.

Geboren in Muenchen, studierte er an der dortigen Universitaet Mathematik und Physik und machte 1953 sein Staatsexamen. Nach seiner Promotion 1959 war er in der Entwicklungsabteilung von Boelkow im Bereich Raketentechnik taetig und wechselte 1962 als Direktor zu den Kloeckner-Werken nach Duisburg, wo er zehn Jahre lang fuer Konzerndatenverarbeitung und Operations Research verantwortlich war. Seit 1972 leitet Prof. Dr. Adolf Schreiner das Rechenzentrum der Universitaet Karlsruhe - und dies mit grossem Erfolg. Er hat die Entwicklung der deutschen Informationstechnologie nicht nur in seiner Eigenschaft als Direktor des Rechenzentrums, sondern auch als Mitglied der Kommission fuer Rechenanlagen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) massgeblich mitgestaltet. Die von Prof. Schreiner initiierten Konzepte zur Realisierung grundlegender universitaerer Infrastrukturen waren oft richtungsweisend.

Bereits Anfang der achtziger Jahre verfuegte das Rechenzentrum der Universitaet als eines der ersten ueber einen Supercomputer, ueber eine Reihe von Jahren wurde in Karlsruhe der groesste Supercomputer an europaeischen Hochschulen betrieben. Es fuehrte als erstes in Deutschland computerisierte Hoersaele grossen Stils ein und zaehlte zu den Pionieren der lokalen Hochgeschwindigkeitsglasfasernetze in Europa.

Der neue und derzeit leistungsfaehigste IBM-Parallelrechner in Europa verarbeitet 107 Milliarden Rechenvorgaenge pro Sekunde (107 Giga Flops). Moeglich wird dies durch 256 parallel geschaltete Prozessoren, von denen jeder einzelne eine Hochleistungsworkstation darstellt. Der Supercomputer verfuegt mit rund 130 Giga Byte ueber den groessten Hauptspeicher in Europa. Das bedeutet, dass Karlsruhe der Ort in Europa ist, wo die groessten Programme einschliesslich ihrer Daten gerechnet werden koennen. Die IBM RS/6000 SP verfuegt ueber ein Plattenvolumen von 2,1 Tera Byte (1 Tera Byte = 1012 Byte), das entspricht einem Stapel von DIN A4-Seiten von 100 km Hoehe.

Die Bedeutung solch gigantischen Datenverarbeitungspotentials fuer den Anwender liegt laut Prof. Schreiner darin, dass sich mit dieser Grossanlage Rechnungen hoechster Komplexitaet in enormer Geschwindigkeit durchfuehren lassen. Fuer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler heisst dies, dass sie damit Projekte in Angriff nehmen koennen, die bislang zu komplex oder zu datenintensiv bzw. bei realen Versuchslaeufen zu teuer waren. Der Supercomputer wird hauptsaechlich als virtuelles Labor eingesetzt, in dem man neukonzipierte Produkte wie Pharmaka oder Turbinenschaufeln oder wissenschaftliche Modelle durchspielt und optimiert. Dies kann man in ungleich groesserer Zahl und vielmals schneller als in der Realitaet durchfuehren.

An der Fridericiana betrifft dies vor allem die Bereiche Seismik und Meteorologie, die Berechnung molekularer Eigenschaften in der Chemie oder im Maschinenbau die Berechnung von Vorgaengen in Verbrennungsmaschinen bzw. bei der Umstroemung von Flugzeugen. Auch im Bauingenieurwesen kann der Rechner bei der Modellierung der Turbulenz und Problemen in der Strukturmechanik optimal eingesetzt werden.

Doch hohe Rechenleistung ist nur dann nuetzlich, wenn sie effizient an den Arbeitsplatz des Entwicklers oder Forschers gebracht wird. Der neue Parallelrechner ist daher ein weiterer Meilenstein im Karlsruher Rechnerkonzept, das auf die nahtlose Verfuegbarkeit der Rechenleistung vom Arbeitsplatzrechner bis hin zum Supercomputer ausgelegt ist.

Da ein solcher Spitzenrechner infolge der raschen technischen Entwicklung in wenigen Jahren wieder von anderen Modellen uebertroffen wird, ist der moeglichst vielseitige und schnelle Einsatz eine weitere wichtige Komponente im Karlsruher Konzept. Daher wird der Supercomputer auch vom Forschungszentrum Karlsruhe, das etwa 10 Prozent der Rechenprozessoren beigesteuert hat, ueber eine Hochgeschwindigkeitsleitung im Rahmen des Virtuellen Rechenzentrums genutzt.

Der neue High-Tech-Rechner wurde auch in den Computerverbund der HWW - Hoechstleistungsrechner fuer Wissenschaft und Wirtschaft Betriebsgesellschaft mbH - eingebracht. Das Potential dieses Rechners wird somit nicht nur Universitaeten und Forschungseinrichtungen, sondern auch der Wirtschaft ueber Datennetze zur Verfuegung stehen.

Es ist ein besonderes Anliegen der Universitaet Karlsruhe, dass auch mittelstaendische Unternehmen aus der Region diesen Rechner nutzen. Dies ist nun umso leichter moeglich, als diese Unternehmen ihre technischen Berechnungen auf Workstations ausfuehren und daher mit der Technologie bereits vertraut sind. Die Universitaet Karlsruhe bietet gerne ihre Unterstuetzung an.

Die Medienvertreterinnen und -vertreter sind zur Teilnahme an der Pressekonferenz herzlich eingeladen!

Ein ausfuehrliches Programm des Festkolloquiums ist bei der Abteilung Presse- und Oeffentlichkeitsarbeit erhaeltlich -


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