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Universität Karlsruhe erhält Supercomputer

12.03.1997 - (idw) Universität Fridericiana Karlsruhe (T.H.)

Nr. 021 / 11. Maerz 1997 / sho

Universitaet Karlsruhe erhaelt Supercomputer

Leistung fuer Wissenschaft und Wirtschaft zugaenglich

Nach der Genehmigung durch die Landesregierung am gestrigen Abend kann der bereits vor einem Jahr an der Universitaet Karlsruhe gelegte Grundstock des Hochleistungsparallelrechners IBM RS/6000 SP auf eine hochmoderne Grossanlage im Wert von insgesamt 10,5 Millionen Mark aufgestockt werden. Damit verfuegt die Universitaet Karlsruhe ueber den leistungsfaehigsten Rechner der Firma IBM in Europa.

256 einzelne Prozessoren, von denen jeder einzelne eine Hochleistungs-Workstation darstellt, sind in dieser Maschine zu einer Gesamtanlage zusammengefasst. Damit koennen beispielsweise komplexe Aufgaben innerhalb eines Tages geloest werden, an denen eine einzelne Hochleistungs-Workstation 256 Tage zu rechnen haette - abgesehen davon, dass die meisten dieser groben Probleme in einer einzigen Workstation gar nicht untergebracht werden koennten.

Was der Computer zu leisten vermag, erlaeutert Professor Dr. Adolf Schreiner, Leiter des Rechenzentrums an der Universitaet Karlsruhe: So koennte in die Speicher-Chips dieses Supercomputers spielend der Text einer Buchreihe von 4 Kilometer Laenge untergebracht werden. Weiteres Beispiel: Wuerde man jeden Menschen dieser Erde mit einem Taschenrechner ausstatten und mit Hoechstgeschwindigkeit achtstellige Zahlen addieren oder multiplizieren lassen, wuerde im Vergleich der Supercomputer diese Leistung einige 100 - 1000 Mal schneller als die gesamte Menschheit erbringen.

Eingesetzt werden deratig grosse Computer heute als Labors, in denen man neu konzipierte Pharmaka, Katalysatoren, Turbinenschaufeln etc. durchspielt und optimiert, wobei nur die am meisten erfolgversprechenden Varianten tatsaechlich umgesetzt und physikalisch oder chemisch erprobt werden.

Da ein solcher Grossrechner infolge der raschen technischen Entwicklung in wenigen Jahren wieder von anderen Modellen uebertroffen wird, versucht man von Anfang an, ihn moeglichst vielseitig zu nutzen. Aus diesem Grunde wird der Supercomputer an der Universitaet Karlsruhe auch vom Forschungszentrum Karlsruhe, das etwa 10 Prozent der Rechenprozessoren beigesteuert hat, ueber eine Hochgeschwindig- keitsleitung im Rahmen des Virtuellen Hochleistungsrechenzentrums Karlsruhe genutzt.

Die Universitaet Karlsruhe hat diesen Rechner auch in den Computerverbund der ,HWW - Hoechstleistungsrechner fuer Wissenschaft und Wirtschaft Betriebsgesell- schaft mbH" eingebracht, deren Gesellschafter neben der Universitaet Karlsruhe die Universitaet Stuttgart und die Firmen debis und Porsche sind. In diese GmbH wird auch die Leistung der Hochleistungsrechner der Universitaet Stuttgart sowie der Firmen debis und Porsche eingebracht und sowohl anderen Universitaeten und Forschungseinrichtungen als auch der Wirtschaft ueber Datennetze angeboten.

Die Universitaet Karlsruhe hat mit der Installation dieser Anlage auch von der Rechenleistung her zur internationalen Spitze aufgeschlossen. Bereits vor einem Jahr hat sie sich mit den vorab installierten 100 Rechenprozessoren des IBM-Rechners im Softwarebereich in der internationalen Rechner-Community einen Namen gemacht: Und zwar mit dem nahtlosen Uebergang von der Workstation am Arbeitsplatz zum Supercomputer, der durch die weltweit erste Installation des ,Distributed File Systems" und dem ,Distributed Computing Environment" auf einem IBM- Supercomputer per Mausklick moeglich wurde. Nun ist sie zum engen Kooperationspartner der Firma IBM auf diesem Gebiet geworden.

Die Installation des Rechners beginnt bereits in der Woche nach Ostern, der interne Betrieb wird Anfang Mai aufgenommen. Ab 1. Juli steht der Supercomputer in vollem Umfang auch der Wirtschaft zur Verfuegung.


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