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VERBMOBIL: Computer versteht Sprache und übersetzt

30.10.1995 - (idw) DaimlerChrysler AG

VERBMOBIL: Computer versteht Sprache und ubersetzt

Der Computer wird immer menschlicher

Stuttgart, 27.10.1995 - Einen Meilenstein im Umgang mit PCs ver melden das Forschungsprojekt VERBMOBIL und Daimler-Benz: Vor Experten wurde am 27. Oktober 1995 in der Daimler-Benz-Hauptver waltung in Stuttgart erstmals ein System vorgestellt, das als Dialogsy stem gesprochene Sprache versteht und simultan ins englische uber setzt. Die Zeit, bis man in professionellen Anwendungen einem Com puter nur noch per Sprache Anweisungen gibt oder per Computer Briefe diktiert, scheint nicht mehr fern zu sein.

Im jetzt vorgestellten Forschungsstadium kann VERBMOBIL bei der Vereinbarung von Terminen zwischen einem deutschen und einem eng lischsprechenden Partner helfen. "VERBMOBIL versucht, jeden gespro chenen Satz bis ins Detail zu verstehen, bevor er ins Englische ubersetzt wird", sagte Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, Wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum fur Kunstliche Intelligenz GmbH, Saarbrucken, und Wissenschaftlicher Leiter des VERBMOBIL-Projektes. Das vorgestellte System hat derzeit einen Wortschatz von etwas uber 1200 Wortern, die aus dem Bereich der Terminabsprache stammen.

Prof. Dr. Gerhard Barth, Leiter des Forschungsbereichs Informations technik der Daimler-Benz AG, ist davon uberzeugt, das "die automati sche Spracherkennung uber Telefon eine der Schlusseltechnologien fur die in den nachsten Jahren immer wichtiger werdenden Telefondienste wie z.B. Telefonbanking oder Informationsdienste sein wird." Barth erwartet einen "Milliardenmarkt", der sich mit jahrlichen Wachstums raten von uber 30 % in Europa entwickeln wird. Daimler-Benz ist sowohl Nutzer als auch Anbieter in dieser Technologie. Barth: "Die Daimler-Benz Tochter DASA strebt im Bereich der Spracherkennung die technologi sche Fuhrerschaft an und will ihren Marktanteil auf 30 % im Jahr 2000 steigern".

An sprachverstehenden Systemen arbeitet der Konzern bereits seit vielen Jahren. Angefangen hatte es mit einem vollautomatischen Fahrplan-Auskunftssystem fur die Deutsche Bundesbahn. Barth: "Fur Daimler-Benz als global operierenden Konzern ist die Forderung nach Multilingualitat und damit nach flexibler und leistungsfahiger Uber setzung gesprochener und geschriebener Sprache ein ganz entschei dendes Element."

VERBMOBIL wird vom Bundesministerium fur Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF) zu der vorgesehenen entschei denden Projekt-Evaluation Ende 1996 mit 66,4 Mio. DM Projekt forderung unterstutzt.

Insgesamt 25 neuartige Sprachverarbeitungsmodule wurden in einer streng objektorientierten Softwarearchitektur zusammengefuhrt. 29 Projektpartner und rund 100 Forscher arbeiten in diesem Projekt mit. Die kooperative Softwareentwicklung und die dezentralen Systemtests erfolgte - ebenfalls ein Novum - mit Hilfe des INTERNET an 21 verschiedenen Standorten.

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