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Uni Mannheim auf der CeBIT

06.03.1998 - (idw) Universität Mannheim

Uni Mannheim auf der CeBIT

Ministerpraesident besucht Uni-Stand am 20. Maerz

Ein neuartiges Rechnerkonzept, digitale Hologramme und dezentrales Datenmanagement fuer die Hochschulverwaltung - die Uni-versitaet Mannheim ist mit drei interessanten Projekten auf der diesjaehrigen CeBIT in Hannover vertreten. Zwei davon stammen vom Lehrstuhl Informatik V (Prof. Dr. Reinhard Maenner) und werden am Gemeinschaftsstand der baden-wuerttembergischen Uni-versitaeten (Halle22, Stand B25) vorgestellt: Die sogenannten FPGA-Prozessoren, in denen die hohe Rechenleistung von Spezial-hardware mit der Flexibilitaet von Software vereinigt ist, und ein Programm zur Berechnung von digitalen Hologrammen. Am Stand der Karlsruher Firma GINIT (Halle 22, Stand C 17) informieren Vertreter der Universitaet Mannheim ueber die Erfahrungen der Hochschule mit der Verwaltungssoftware i3v.

Mit dem FPGA-Prozessor ist der Aufbau eines neuartigen Rechnertyps moeglich, der in Anwendungsgebieten eingesetzt wird, die sonst spezieller Hardware vorenthalten waren. Der Rechnertyp ent-haelt einen rekonfigurierbaren Rechnerkern, der aus Field-Programmable Gate Arrays (FPGA) besteht. Das besondere an den FPGA-Prozessoren ist, dass sie - aehnlich wie eine Diskette - quasi wiederbeschreibbar sind. Auf diese Weise kann der Prozessor zunaechst beispielsweise fuer die Bildverarbeitung optimiert werden und anschliessend fuer die Datenkompression. Weitere Einsatzmoeglichkeiten sind die Online-Verschluesselung, universelle und programmierbare Schnittstellen oder Hardware-Testbeds.

Die Mitarbeiter des Lehrstuhls stellen auf der CeBIT zwei aus den Forschungsarbeiten hervorgegangene Produkte vor. Enable++ besteht aus 24 FPGAs und wird zur Echtzeitmustererkennung in der Hochenergiephysik eingesetzt. Es erreicht dort Rechenleistungen von 100 bis 1000 High-End-Workstations. MicroEnable kann als FPGA-Coprozessor in jedem Standard-PC betrieben werden und reizt mit einer Datentransferrate von 125 Megabyte pro Sekunde die Leistungsfaehigkeit des PCs bis an die Grenze des Machbaren aus.

Das zweite Exponat der Mannheimer Informatiker ist ein Programm fuer die Berechnung computer-generierter Hologramme. Optische Komponenten haben in der Informationsverarbeitung Vorteile gege-nueber elektronischen Loesungen, da in holographischen Speichern grosse Informationsmengen abgelegt und mit einer hohen Zugriffs-rate ausgelesen werden koennen. Allerdings ist die Belichtung ausgesprochen aufwendig und fehlerbehaftet.

Eine Arbeitsgruppe am Lehrstuhl Informatik V um Dr. Steffen Noehte beschaeftigte sich daher mit digitalen Hologrammen. Hier entfaellt die Belichtung mit Objekt- und Referenzstrahl, dafuer muss jeder einzelne Punkt des Hologramms separat berechnet werden. Und das sind nicht wenige: Ein 1x1 cm grosses Hologramm hat 100 bis 400 Millionen Punkte. Zur Berechnung wurde das Programm DIGIHOL entwickelt, mit dessen Hilfe darueber hinaus das Ergeb-nis des Hologramms unter verschiedenen Einstellungen rekonstruiert werden kann.

Fuer die Belichtung des Hologramms wurde der Laser-Litograph HOLLI entwickelt, dessen Aufloesung einem Laserdrucker mit 50.000 dpi entspricht. HOLLI kann bis zu 1000 echte Graustufen darstellen und laesst sich aehnlich wie ein normaler Laserdrucker ansteuern. Zur Demonstration wird am Stand ein Holographischer Film-Projektor aufgebaut.

Das integrierte Informationssystem fuer die Hochschulverwaltung i3v der Firma GINIT wird an den Lehrstuehlen der Universitaet Mannheim derzeit eingefuehrt. Damit ist es moeglich, Verwaltungs-vorgaenge dezentral zu bearbeiten und zu straffen. Aufbau und Pfle-ge einer Forschungsdatenbank, die Hoersaal- und Adressverwal-tung, das Erstellen des Vorlesungsverzeichnisses, die Generierung von WWW-Seiten und zahlreiche andere Anwendungen koennen mit Hilfe der Software automatisiert werden. Die dezentrale Daten-eingabe dort wo auch die Informationen vorhanden sind verhindert Wege und Reibungsverluste, spart Zeit und sorgt fuer eine groesst-moegliche Aktualitaet und Transparenz der Daten.

UEber die Erfahrungen mit i3v und die Einsatzgebiete der Software in der Universitaet Mannheim informieren Mitarbeiter der Hochschule am Stand der Firma GINIT in Halle 22.

Zum Auftakt der Messe wird der baden-wuerttembergische Ministerpraesident Erwin Teufel den Stand der Universitaet Mannheim besuchen und sich ueber die auf der CeBIT praesentierten Forschungsergebnisse informieren.


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