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Schulwörterbuch gegen die "Lern-Langeweile"

03.09.1997 - (idw) Universität Trier

174/1997 03. September 1997

Schulwoerterbuch gegen die "Lern-Langeweile"

Von einem Linguisten der Universitaet Trier - Dritte Auflage mit reformierter Rechtschreibung

Der Trierer Linguist Dr. Peter Kuehn, Privatdozent im Fachteil germanistische Linguistik, hat an der Universitaet Trier ein Woerterbuch fuer Schueler erarbeitet, das jetzt in dritter Auflage in der reformierten Rechtschreibung erschienen ist: "Mein Schulwoerterbuch" aus dem Duemmler-Schulbuchverlag, das bereits in vielen tausend Exemplaren an deutschen Grund-, Haupt- und Realschulen eingefuehrt ist, ist ein Nachschlagebuch, das sich von herkoemmlichen Woerterbuechern fuer Schueler unterscheidet. Waehrend traditionelle Woerterbuecher den Schuelern ihren Wortschatz in der Regel als nackte Abc-Liste praesentieren, versteht sich "Mein Schulwoerterbuch" konsequent als Sprach- und Sachwoerterbuch mit vielen interessanten und nuetzlichen Informationen zur Wortbedeutung, zur Wortverwandtschaft und zum Wortgebrauch.

Damit uebertrifft dieses Woerterbuch herkoemmliche Schulwoerterbuecher: Wortfamilien, Mehrdeutigkeiten, Wortverknuepfungen, Angabe von Redensarten, Wortbildungen, Beispielsaetze, Verweise auf Synonyme und Antonyme ("Ersatz- und Gegenwoerter"), Hinweise zur Wortherkunft sowie Wortspiele und zahlreiche Abbildungen und Zeichnungen helfen dem Schueler bei der taeglichen Spracharbeit, beim Lesen von Texten, beim Aufsatzschreiben, bei der Wortschatzarbeit oder bei Aufgaben aus dem Sprachbuch. Die Neuauflage ist in der reformierten Rechtschreibung verfasst, nach der bereits die meisten Schueler in Rheinland-Pfalz unterrichtet werden. Ein Blick in das Woerterbuch belegt die Ansicht und Erfahrung vieler Lehrerinnen, Lehrer und Paedagogen aus der Praxis, naemlich dass die Einfuehrung der neuen Orthographie aus der Unterrichtsperspektive eher als behutsame Verbesserung denn als radikale Neuerung zu bewerten ist. Fuer die Schuelerinnen und Schueler wird das Schreiben erleichtert, ohne das Lesen zu erschweren. Dazu Peter Kuehn: "Es gibt aus linguistischer Sicht an der Reform Kritikpunkte, die bedenkenswert sind und von der internationalen Arbeitskommission am Institut fuer deutsche Sprache geklaert werden muessen. Die juristischen Einwaende beruecksichtigen zu wenig die Zielsetzungen der Reform und die oeffentliche Kritik ist weit ueberzogen, wenn man sich die AEnderungen genau anschaut." Dass durch die Rechtschreibreform die Ausdrucksfaehigkeit der Schueler und Schuelerinnen keinesfalls eingeschraenkt wird, zeigt gerade "Mein Schulwoerterbuch". Es versteht sich - im Gegensatz zu den bisherigen Schulwoerterbuechern - nicht in erster Linie als orthographisches Gesetzbuch und Kontroll-Brevier, das nur sporadisch bei Rechtschreibfragen benutzt werden kann. In diesem neuen Schulwoerterbuch koennen die Schueler nachschlagen, wenn sie lebendig und anschaulich schreiben, Woerter und Redensarten gebrauchen und etwas ueber ihre Sprache erfahren wollen. Hervorzuheben ist an diesem Schulwoerterbuch nicht zuletzt die konsequente Orientierung auf die Adressaten: Das Woerterbuch enthaelt den Grundwortschatz der deutschen Sprache. Die Worterklaerungen sind schuelerorientiert formuliert. Peter Kuehn hat sich mit seinem Woerterbuch das ehrgeizige Ziel gesetzt, in der Schule eine neue Woerterbuchkultur anzuregen. Das Woerterbuch soll nicht nur sporadisch bei orthographischen Kontrollzwecken zur Hand genommen werden. Auf Grund seiner konsequent semantischen Orientierung ist das neue Schulwoerterbuch einsetzbar in allen Bereichen des Deutschunterrichts - natuerlich auch bei der Rechtschreibung, aber in erster Linie bei der Sprachbetrachtung, Sprachbildung und beim Lesen und Schreiben von Texten. Die Schuelerinnen und Schueler sollen aber vor allem auch Spass haben beim Nachschlagen, Suchen und Stoebern im Woerterbuch, nur so kann die Freude an der Woerterbucharbeit und eine neue Woerterbuchkultur in Gang gesetzt werden. Dr. Peter Kuehn, Privatdozent am Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften und Leiter der Abteilung Deutsch als Fremdsprache an der Universitaet Trier, ist in der Aus- und Fortbildung von Deutschlehrerinnen und -lehrern taetig. Er beschaeftigt sich mit Problemen der Woerterbuchforschung und -schreibung sowie mit didaktisch-methodischen Fragen des muttersprachlichen Deutschunterrichts in der Primar- und Sekundarstufe und des Unterrichts Deutsch als Fremd- und Zweitsprache.

Weitere Informationen: Privatdozent Dr. Peter Kuehn, Universitaet Trier, Deutsch als Fremdsprache, Tel.: 0651/201-3148


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