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Tagung zur Lese(r)förderung

06.05.1997 - (idw) Universität Dortmund

Medien-Mitteilung der Universitaet Dortmund

Leuchttum-Projekt Vielfaeltige Muehen um Buch und Lesen

Vom 4. bis zum 6. April fand in Haus Bommerholz eine Tagung zur Lese(r)foerderung statt, die Experten aus verschiedenen Bereichen des Bildungswesens an einen Tisch brachte. Die Veranstaltung wurde im Zusammenhang mit dem Leuchtturmprojekt "Moeglichkeiten der Lese(r)foerderung an der Hochschule" organisiert und ermoeglicht durch grosszuegige Zuwendungen der Deutschen Forschungsgesellschaft, der Robert Bosch Stiftung und des Rektorats. Man konnte auf die einzelnen Beitraege gespannt sein, und es war fuer jeden etwas dabei: von der Arbeit mit funktionalen Analphabeten (Marion Doebert, VHS Bielefeld) bis zur Kanondiskussion in Schule und Universitaet (Prof. Dr. Gerhard Rademacher, Dr. Thomas Eicher, Universitaet Dortmund), vom therapeutischen Einsatz von Buechern (PD Dr. Friedhelm Munzel, UniDo) bis zum kreativen Lesen wissenschaftlicher Texte (Brigitte Schulte, FH Berlin), vom Anfangsunterricht in der Grundschule (Prof. Dr. Peter Conrady, UniDo) bis zur Arbeit der nordrhein-westfaelischen Literaturbueros (Gerd Herholz, Literaturbuero Gladbeck).

Vortraege standen neben einem Workshop (PD Dr. Albin Lenhard, UniDo) und einer Lesung der Jugendbuchautorin Marie-Thérèse Schins-Machleidt, die ihre Stoffe immer wieder aus Schreibwerkstaetten fuer Randgruppen bezieht. Waehrend am ersten Tag die Praesentation von Ergebnissen der Lese(r)for-schung ueberwog (Bodo Franzmann, Stiftung Lesen, Mainz und PD Dr. Erich Schoen, Uni Konstanz), hatten alle folgenden Beitraege einen handfesten Praxisbezug. Immer ging es um die Frage, wie man Nicht- oder Weniglesern, die Marion Doebert und Prof. Dr. Christiane Bimberg von der Dortmunder Universitaet auch unter Studierenden ausmachen konnten, den Zugang zum Buch erleichtern beziehungsweise schmackhaft machen koenne. Dafuer wurden eine Reihe von Vorschlaegen diskutiert, die zum Grossteil einen kreativen und produktiven Umgang mit Texten nahelegen. Lesen muss demnach kein ausschliesslich stilles Vergnuegen sein, sondern fordert zu Aktivitaeten heraus, zur weiterfuehrenden Auseinandersetzung mit Texten und anderen Lesern, ob das das Umschreiben "fertiger" Literatur, die gemeinsame Arbeit an einem Projekt wie einer Schuelerzeitung von Peter Walz aus Bad Waldsee oder die Suche nach Kombinationsmoeglichkeiten, etwa von Musik und Lyrik, ist. Ein - wenigstens geringfuegiges - Interesse am Lesen muss man jedoch aufbringen, um fuer den Einsatz der diversen Foerderungskonzepte empfaenglich zu sein. Wer sich Angeboten dieser Art verweigert, ist nur schwer zu erreichen. Ziel der Veranstaltung war es, einen UEberblick ueber das ausdifferenzierte Feld der Lese(r)foerderung zu gewinnen und zu vermitteln. Fuer Referenten und Zuhoerer erwies sich dieser 'Rundumschlag' als ausgesprochen anregend, Spezialisierungen konnten in ein Institutionen uebergreifendes Gespraech eingebracht werden, Kooperationsmoeglichkeiten ergaben sich nicht zuletzt auch in den informellen Gespraechen am Rande. Die Arbeitsergebnisse der Tagung werden im Herbst in einem Sammelband publiziert.

Fuer eine gute Arbeitsatmosphaere, eine hervorragende Unterbringung und eine schmackhafte Bewirtung haben wir Haus Bommerholz zu danken.

Eine Wiederaufnahme des Gespraechs ueber Lese(r)foerderung im naechsten Jahr, die von den Teilnehmern gewuenscht wurde, kann hoffentlich erneut in diesem Rahmen stattfinden.

Thomas Eicher

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