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Jiddischer Stanzenroman des 16. Jh: Paris un Wiene

03.04.1997 - (idw) Universität Trier

UNIVERSITAET TRIER 71/1997 03. April 1997

Neuerscheinung: Paris un Wiene

Jiddischer Stanzenroman des 16. Jh. von Trierer Jiddistik-Professorin herausgegeben

In der europaeischen Erzaehlliteratur des 16. Jahrhunderts ist ein neuer Stern erster Groesse sichtbar geworden: ,Paris un Wiene". Die von dem Humanisten Elia Levita oder einem seiner Schueler geschaffene jiddische Stanzenfassung des aus Frankreich nach Italien gekommenen gleichnamigen Prosa-Liebesromans, hebt diesen auf eine ganz unerwartete Hoehe. Erzaehltechnisch glaenzt er durch eine vor allem an dem italienischen Rennaissance-Dichter Ariost geschulte Verskunst und Tiefenperspektivik, inhaltlich durch eine geniale, avant la lettre "realistische" Beobachtungsgabe, die auf Schritt und Tritt das Erhabene und das hinreissend Komische verbindet.

Die Transkription des Stanzenromans wurde von Prof. Dr. Erika Timm, Professorin fuer Jiddistik an der Universitaet Trier, herausgegeben und kommentiert unter Mitarbeit von Prof. Dr. Gustav Adolf Beckmann. Trotz der unverkennbaren Herkunft aus Renaissance-Italien ist das Werk auf eine verhaltenere, erst bei eindringlicher Lektuere hervortretende Weise in die juedische Glaubens- und Denkwelt eingebettet. Seit Jahrzehnten ein Geheimtip der Handvoll Fachleute des Altjiddischen, blieb es lange unediert, weil das erste Drittel des Werkes verloren schien. 1986 wurde ein vollstaendiges Exemplar bekannt, 1988 erschien ein Faksimile-Nachdruck und - gleichzeitig mit der hier angezeigten - die von dem Jerusalemer Jiddisten Chone Shmeruk erstellte grosse Ausgabe in hebraeischen Lettern. Im vorliegenden Band wird das Werk erstmalig in lateinschriftlicher Transkription auch dem abendlaendischen Leser zugaenglich gemacht. Der minutioese fortlaufende Kommentar hilft ihm ueber eventuelle sprachliche Schwierigkeiten hinweg, und die ausfuehrliche Einleitung soll ihm ermoeglichen, die reich orchestrierte Symphonie, die das Werk darstellt, zu rezipieren in moeglichster Vielfalt der strukturellen wie der genetischen Aspekte, der europaeischen wie der spezifisch juedischen Bezuege.

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