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Fraunhofer-Gesellschaft als Innovationsmotor

23.10.1997 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Fraunhofer-Presseinformation Nr. 76/1997 vom 23. Oktober 1997

Fraunhofer-Gesellschaft als Innovationsmotor

Noch nie hatten Innovationen eine so grosse Bedeutung wie heute. Sie helfen, den Standort Deutschland zu sichern und neue Arbeitsplaetze zu schaffen. Denn neue Beschaeftigungsfelder entstehen meist nur in innovativen kleinen und mittleren Unternehmen, die auf neue Produkte und Dienstleistungen setzen. Wie kaum eine andere Forschungseinrichtung unterstuetzt die Fraunhofer-Gesellschaft Firmen bei der Entwicklung von Innovationen. In diesem Jahr arbeitet die Forschungsorganisation mit mehr als 2 500 Unternehmen zusammen, um Neues in Produkten, Prozessen und Strukturen zu schaffen. Damit ist die Fraunhofer-Gesellschaft ein wesentlicher Innovationsmotor fuer die Wirtschaft.

"Welche entscheidende Bedeutung innovative Produkte fuer die Wettbewerbsfaehigkeit deutscher Unternehmen haben, zeigen uns erfolgreiche Firmen: Dort sind im Schnitt die Haelfte der Produkte nicht aelter als fuenf Jahre", betont Prof. Dr.-Ing. Hans-Juergen Warnecke, Praesident der Fraunhofer-Gesellschaft. Dies erkennen auch immer mehr Firmen. In den vergangenen Jahren vergaben die Betriebe zahlreiche Forschungsauftraege an die Fraunhofer-Gesellschaft, so dass sie ihre Ertraege aus der Auftragsforschung deutlich steigern konnte. 1996 erhoehten sich die Wirtschaftsertraege um 16 Prozent auf 316 Millionen DM. In diesem Jahr wird die Fraunhofer-Gesellschaft sogar etwa 330 Millionen DM durch Auftraege aus der Industrie erwirtschaften. Das entspricht etwa einem Drittel der Gesamtaufwendungen in Hoehe von mehr als einer Milliarde DM. Weiter finanziert sich die Fraunhofer-Gesellschaft ueber die institutionelle Foerderung von Bund und Land sowie aus oeffentlichen Projektfoederungen. Mit neuen Organisationsformen und Themengebieten will sich die Fraunhofer-Gesellschaft flexibel auf die Zukunft vorbereiten.

Institutsverbuende und strategische Initiativen sollen die Schlagkraft des Fraunhofer-Netzwerks und das Innovationstempo noch weiter erhoehen. "Kommunikation foerdert die Innovation. Daher ist es fuer eine Forschungsorganisation wichtig, Strukturen zu schaffen, die den Informationsaustausch - auch zwischen den verschiedenen Instituten und Fachrichtungen - beschleunigen", sagt Prof. Dr.-Ing. Warnecke.

Bereits in den vergangenen Jahren hat die Fraunhofer-Gesellschaft verschiedene Verbuende und wirtschaftsorientierte strategische Allianzen gestartet, um das Know-how verschiedener Institute zu buendeln und Innovationen schneller voranzutreiben: So wurden unter anderem der Verbund Mikroelektronik, in dem sieben mikroelektronik-orientierte Fraunhofer-Institute zusammenarbeiten, die Initiative Optisch-funktionale Oberflaechen, hier entwickeln drei Institute gemeinsam preiswerte Verfahren zur grossflaechigen Entspiegelung zum Beispiel von Bauverglasungen oder Sonnenkollektoren, sowie die strategische Allianz Vision, in der 16 Institute Innovationen fuer die Bildverarbeitung entwerfen, gegruendet. In diesem Jahr ist eine weitere Kooperation entstanden: Im Verbund Werkstoffe und Bauteile haben sich sechs Fraunhofer-Institute zusammengeschlossen, um ihre Kompetenzen noch enger und umfassender koordinieren zu koennen.

Auch im Bereich Marketing wurde der Erfahrungsaustausch zwischen den Instituten verbessert. Damit das vorhandene Expertenwissen und Know-how im Marketing besser genutzt werden kann, wurde das Projekt "Aufbau eines Fraunhofer-Marketing-Netzwerks" initiiert.

Um aber nicht nur die Entwicklung, sondern auch die Umsetzung von Innovationen zu beschleunigen, hat die Fraunhofer-Gesellschaft 1997 zwei Innovationszentren gegruendet. Sie sind die privatwirtschaftliche Ergaenzung des Fraunhofer-Modells. Bisher klaffte eine Luecke bei der Umsetzung technologischer Entwicklungen. Denn in immer mehr Faellen werden Kleinserien benoetigt, um Neuentwicklungen auf Testmaerkten erproben zu koennen. "Diese Luecke zwischen fertiger Entwicklung und Markteinfuehrung am Ende des Innovationsprozesses sollen unsere Innovationszentren ueberbruecken", sagt Prof. Hans-Juergen Warnecke. "Die Innovationszentren sollen helfen, technologiegebundene Entwicklungen der Fraunhofer-Institute gemeinsam mit Kunden in den Markt einzufuehren." Typische Leistungen der Innovationszentren sind die Produktion kleiner Mengen von Materialien, Baugruppen oder Geraeten fuer Feldversuche und Testmaerkte.

Das Innovationszentrum fuer Kreislaufpolymere in Freising, das in Verbindung mit dem Fraunhofer-Institut fuer Lebensmitteltechnologie und Verpackung ILV steht, wird Pilotmengen von recyclingfaehigen Polymeren, von Polymeren aus nativen Rohstoffen und von Lebensmittelproteinen herstellen. Das Innovationszentrum fuer Telekommunikation- und Multimediatechnik, das mit dem Fraunhofer-Institut fuer Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen verbunden ist, wird Schluesselbaugruppen und -geraete fuer die Erprobung des digitalen satellitengestuetzen Rundfunks bauen.

Neue Themengebiete, die von der Fraunhofer-Gesellschaft gezielt verstaerkt werden, sind die Telekommunikation und die Biotechnologie. Im Laufe des naechsten Jahres werden hier weitere Kapazitaeten aufgebaut. Gestern beschloss der Senat zudem die Eingliederung des Instituts fuer Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik e.V. UMSICHT in Oberhausen als Fraunhofer IUSE in die Forschungsgesellschaft zum 1.1.1998. Das 1990 gegruendete Institut entwickelt, erprobt und optimiert technische Verfahren mit dem Ziel, diese sicherer, umweltvertraeglicher und wirtschaftlicher zu machen. Derzeit arbeiten etwa 60 Wissenschaftler und 35 Beschaeftigte in dem Institut. Das Institut erfuellt bereits jetzt die Fraunhofer-Kriterien: Knapp 45 Prozent des 12,7 Millionen DM umfassenden Betriebshaushalts werden durch Industrieertraege erwirtschaftet.


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