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Hochleistungs-Teilchenbeschleuniger

24.07.1996 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Hochleistungs-Teilchenbeschleuniger fuer Jenaer Physik-Institut

Ausbau der optischen Materialforschung an Universitaet Jena

Ein neuer Teilchenbeschleuniger, der weltweit zu den lei- stungsfaehigsten Anlagen dieser Art gehoert, wird gegenwaertig an der Friedrich-Schiller-Universitaet Jena aufgebaut. Das mit Mil- lionen-Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Grossgeraet liefert eine Spannung von drei Millionen Volt und bildet den zentralen Teil einer Anlage fuer Forschungen zum ge- zielten Veraendern von Eigenschaften in optischen Materialien. Kombiniert mit einer 400 000 Volt Ionen-Implantationsanlage, ensteht damit am Jenaer Universitaetsinstitut fuer Festkoerper- physik eine mit dieser Zielstellung auch im internationalen Massstab herausragende Forschungskapazitaet in der Hochenergie- Ionenstrahltechnologie. Der grosse Teilchenbeschleuniger soll ab Herbst diesen Jahres, die komplette Anlage im Fruehjahr 1997 laufen. Nutzer werden neben Arbeitsgruppen physikalischer Insti- tute der Universitaet auch das Jenaer Institut fuer Physikalische Hochtechnologie und das Fraunhofer-Institut Jena sein. Die com- putergesteuerte Anlage wird rund um die Uhr in Betrieb sein, die Einladung von Gastwissenschaftlern ist vorgesehen. Kontakte mit Forschergruppen in Berlin, Erlangen, Genf, Goettingen, Ilmenau und Konstanz sind bereits geknuepft.

In der leistungsstarken Zweistrahl-Anlage werden Ionenstrahlen mit mehreren Millionen Volt auf eine hohe Geschwindigkeit be- schleunigt und dann auf Materialien geschossen. Die Wissen- schaftler untersuchen, was die implantierten Fremdatome im Mate- rial bewirken und wie bestimmte Eigenschaften von Materialien massgeschneidert veraendert werden koennen. Die Forschungen sollen insbesondere in die Entwicklung von leistungsfaehigen dreidimen- sionalen mikrooptischen Bauelementen und von oberflaechenver- gueteten optischen und keramischen Materialien fliessen. Darueber hinaus eroeffnen sich fuer die Analyse von Festkoerpern neue Moeg- lichkeiten, fast alle Elemente des Periodensystems in beliebigen Materialien hochgenau und zerstoerungsfrei zu analysieren.

Fuer die Installation der beiden Ionen-Beschleuniger ist mit Mitteln des Landes Thueringen und der Univesritaet Jena die soge- nannte "Kaskadenhalle" des Instituts fuer Festkoerperphysik umge- baut worden. Errichtet in den fuenfziger Jahren fuer kernphysika- lische Forschungen, wurde der 15 Meter lange, an beiden Seiten symmetrisch abgerundete Bau umfassend rekonstruiert und auf die neuen Forschungsanforderungen ausgerichtet.

Kontakt: Friedrich-Schiller-Universitaet Jena, Institut fuer Festkoerperphysik, Direktor Prof. Dr. Wolfgang Witthuhn, Tel. (03641) 6 35697/6 35866, Fax (03641) 6 35854

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