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Medikamente oder Operation?

10.07.2002 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Teilnehmer für Studie zur Behandlung des chronischen Sodbrennens gesucht

Die Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg sucht Patientinnen und Patienten, die an einer fünfjährigen Studie zur Behandlung des chronischen Sodbrennens teilnehmen. Dabei soll ermittelt werden, ob eine chirurgische Behandlung der Einnahme von Medikamenten überlegen ist. Diese Studie wird vom Klinischen Studienzentrum Chirurgie (KSC) in Kooperation mit dem Koordinierungszentrum für Klinische Studien (KKS) durchgeführt.

Jeder vierte Bundesbürger leidet gelegentlich darunter; etwa zehn Prozent, vor allem Männer über 50 Jahren, haben ständig Probleme mit dem sauren Aufstoßen. Der Schließmuskel ihres Magens ist nicht mehr dicht; saurer Magensaft gelangt in die Speiseöhre (Ösophagus) und ruft dort eine Entzündung, die sogenannte "Reflux-Ösophagitis", sowie brennende Schmerzen in der Brust hervor. Sodbrennen ist eine Volkskrankheit mit den bekannten Risikofaktoren der Wohlstandsgesellschaft: zu viel, zu fettes und zu süßes Essen, übermäßiger Alkoholkonsum, Rauchen, kein Sport und Übergewicht. Eine genetische Veranlagung kommt manchmal hinzu.

Ständiges Sodbrennen beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen erheblich. Dazu kommt die Gefahr, dass sich in der chronisch entzündeten Schleimhaut der Speiseröhre ein bösartiger Tumor entwickeln kann. Deshalb sollte eine Reflux-Ösophagitis frühzeitig behandelt werden.

Die Studie, die das Heidelberger Zentrum betreut, vergleicht zwei Verfahren, die bereits als Standardtherapien eingesetzt werden. Die Studienteilnehmer erhalten entweder ein Medikament, das die Säurebildung im Magen hemmt, den sogenannten "Protonenpumpenhemmer"
Esomeprazol, oder sie unterziehen sich einer "Anti-Reflux-Operation". Der lasche Schließmuskel wird mit einer Magen-Manschette verschlossen; die Operation wird mittels "Schlüsselloch-Chirurgie" vorgenommen, also ohne großen Bauchschnitt. "Wir möchten die langfristige Wirksamkeit beider Therapien untersuchen", sagt Dr. Christoph Seiler, Leiter des Heidelberger Studienzentrums. Neben der Chirurgischen Universitätsklinik in Heidelberg nehmen weitere Therapiezentren u.a. in Hamburg, Dresden, Tübingen, Frankfurt und München an der Studie teil.

Das Klinische Studienzentrum Chirurgie ist in der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg unter der Leitung von Professor Markus W. Büchler angesiedelt. Im Mittelpunkt der Arbeit steht der Patient, der unmittelbar und langfristig von dem Vergleich und der Einführung therapeutischer Methoden profitieren soll. In Kooperation mit dem Koordinierungszentrum für Klinische Studien des Universitätsklinikums Heidelberg plant das KSC chirurgische Studien, die einen Beitrag zur wissenschaftlich fundierten chirurgischen Krankenversorgung liefern, und führt diese durch. Ein erfahrenes Team aus wissenschaftlich ausgebildeten Chirurgen, Wissenschaftlern, Studienkrankenschwestern und Dokumentaren bietet Gewähr dafür, dass die Studien internationalen Maßstäben und Qualitätsansprüchen entsprechen. Die Studienqualität wird von den Prüfärzten der Ethikkommission begutachtet.

Patienten im Alter von 18 bis 70 Jahren, die mehr als 6 Monate an einer "Reflux-Ösophagitis" leiden und an einer Studienteilnahme interessiert sind, können sich an folgende Adresse wenden:

Klinisches Studienzentrum Chirurgie (KSC)

der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 110
69120 Heidelberg
Tel: 06221- 56- 6983 / 6986
Fax: 06221- 56 -6 982
E-Mail: christoph_seiler@med.uni-heidelberg.de
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