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GBE-Heft "Nosokomiale Infektionen" erschienen

10.07.2002 - (idw) Robert Koch-Institut

In Deutschland treten jedes Jahr circa 600.000 nosokomiale Infektionen auf, das sind Infektionen, die in Einrichtungen des Gesundheitswesens (insbesondere in Krankenhäusern) erworben werden. Das neue Heft der Gesundheitsberichterstattung des Bundes am Robert Koch-Institut zum Thema nosokomiale Infektionen gibt auf knapp zwanzig Seiten einen Überblick über die Verbreitung und die Entstehung solcher Infektionen, über Risikofaktoren und die wichtigsten Erreger. Außerdem werden medizinische und ökonomische Folgen nosokomialer Infektionen diskutiert und Präventionsmöglichkeiten aufgezeigt.

Die häufigsten und gleichzeitig bedeutsamsten nosokomialen Infektionen sind Harnweginfektionen, Infektionen der Atemwege, postoperative Wundinfektionen und die Sepsis (Blutvergiftung). Eine Einstufung als nosokomiale oder Krankenhausinfektion bedeutet nicht automatisch ein ärztliches oder pflegerisches Verschulden. So steigt etwa aufgrund immer älterer Patienten und solcher mit chronischen Vorerkrankungen das Risiko, eine Krankenhausinfektion zu erleiden. Auch die Umgebung im Hospital, zum Beispiel die Nähe zu anderen Patienten fördert die Ausbreitung nosokomialer Infektionserreger. Zudem vergrößern invasive Maßnahmen wie Operationen, Katheter oder Beatmungsgeräte die Möglichkeit, dass Erreger (die teilweise aus der normalen Bakterienflora auf Haut oder Schleimhäuten stammen) in den Körper eindringen. Allerdings können auch durch unzureichende hygienische Maßnahmen, zum Beispiel nicht ausreichend desinfizierte Hände des medizinischen Personals, Infektionen übertragen werden.

Durch geeignete Erfassung und Bewertung sowie Einsatz und Schulung von Hygienefachpersonal lässt sich die Zahl der Krankenhausinfektionen verringern. Seit Anfang 2001 gibt es mit dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) erstmals gesetzliche Vorgaben, die Infektionen in Krankenhäusern und Einrichtungen für ambulantes Operieren besser erkennen lassen und damit Voraussetzungen verbessern, Präventionsmaßnahmen zu intensivieren. Das Robert Koch-Institut legt fest, welche nosokomialen Infektionen und welche Kranheitserreger mit speziellen Resistenzen und Multiresistenzen erfasst werden müssen. Durch entsprechende Dokumentation und Bewertung sollen die Einrichtungen Schwächen im Hygienemanagement besser identifizieren. Die konsequente Umsetzung der Empfehlungen der mit dem IfSG gesetzlich verankerten Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention unterstützt die Präventionsmaßnahmen.

Das Robert Koch-Institut, das die Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE) in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt durchführt, veröffentlicht seit August 2000 regelmäßig GBE-Themenhefte. Die Themen umfassen alle Bereiche des Gesund-heitswesens. Das GBE-Heft Nosokomiale Infektionen kann kostenlos angefordert werden beim Robert Koch-Institut, Gesundheitsberichterstattung, Seestraße 10, 13353 Berlin, Fax: 01888/754-3513, Tel. 01888/754-3234, E-Mail gbe@rki.de

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Pressestelle des Robert Koch-Instituts
Nordufer 20, 13353 Berlin
Tel.: +49 (0)1888/754-2562
Fax: +49 (0)1888/754-2265
E-Mail: EitnerC@rki.de
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