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Universität Heidelberg würdigt ihre Mäzene

17.04.2002 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Rektor Prof. Dr. Peter Hommelhoff: "Privatleute sind die Mäzene des 21. Jahrhunderts" - UniSpiegel startet Serie - Auftakt mit Prof. Dr. h. c. Viktor Dulger, Mäzen und Ehrensenator der Universität

"Die Privatleute sind die Mäzene des 21. Jahrhunderts", erklärte Rektor Prof. Peter Hommelhoff - und die Universität Heidelberg werde sich künftig verstärkt um diese Mäzene bemühen. Der Rekor weiter: "In einer Welt des Shareholder Value gibt es für Wirtschaftsunternehmen nicht länger die Freiheit, als good citizen mäzenatisch tätig zu sein. Das würde den Ertrag der Kapitalanleger schmälern. Aus Mäzenen werden konsequent kühl kalkulierende Sponsoren, die sich auf die Sportförderung konzentrieren, da Wissenschaft zu wenig weittragende und andauernde Bilder produziert. Um so größeres Gewicht gewinnen nun Privatleute in ihrem Engagement für die Universität, namentlich in ihrer Bereitschaft, Teile ihres zumeist unternehmerisch errungenen Privatvermögens für die Ziele der Universität zur Verfügung zu stellen."

Vor diesem Hintergrund hat die universitäre Zeitung UniSpiegel eine Serie begonnen, die in loser Folge jene Privatleute vorstellt, die nicht nur ideell, sondern auch materiell die Universität unterstützen. Den Auftakt in der gerade erschienenen Ausgabe (UniSpiegel April-Mai 2/2002) macht ein Porträt von Prof. Dr. h.c. Viktor Dulger, Gründer der ProMinent Dosiertechnik GmbH. Mit Manfred Lautenschläger, Mitgründer und heutiger Aufsichtsratsvorsitzender der MLP AG, und Curt Engelhorn, langjähriger geschäftsführender Gesellschafter der Pharmagruppe Boehringer Mannheim, soll die Serie fortgesetzt werden.

Der Heidelberger Unternehmer Viktor Dulger engagiert sich mit zahlreichen Spenden seit Anfang der 80er Jahre für die Universität Heidelberg. Jüngstes Beispiel ist ein jährlicher Umweltpreis, der herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Umweltforschung honoriert. Damit fördert Dulger ein Anliegen, das auch sein unternehmerisches Leben von Anfang an bestimmte: Als junger Ingenieur entwickelte er vor 40 Jahren neuartige Komponenten mit dem Ziel, die Trinkwasserversorgung weltweit zu verbessern und einen sparsamen Umgang mit dem Umweltgut Wasser sicherzustellen. "Ich war von meiner Idee besessen," erinnert sich Dulger. "Ich habe deshalb alles, was ich verdiente, gleich wieder investiert."

Auf diese Weise entstand die ProMinent Dosiertechnik GmbH, ein Unternehmen, das heute aus weltweit 40 Fabriken und 1600 Mitarbeitern besteht. Seinen Umsatz von rund 200 Millionen Euro erzielt es mit Dosiertechnik (Umsatzanteil: 70 Prozent), Mess- und Regeltechnik (13 Prozent) sowie Anlagenbau (16 Prozent). Bei Dosierpumpen für kleine Mengen ist ProMinent Weltmarktführer. "Wir produzieren Pumpen für die Zugabe kleinster Mengen an Chemikalien", erklärt Dulger. Eingesetzt werden diese Pumpen vor allem in der Wasseraufbereitung, Entkeimungstechnik und Medizin.

Während Dulger das Unternehmen zum Erfolg führte, verlor er das ursprüngliche Ziel einer effizienten Wasserversorgung überall in der Welt niemals aus den Augen. Vor einem Jahr erhielt er hierfür die Diesel-Medaille in Gold, eine Ehrung, die bisher nur wenigen Erfindern und Ingenieuren zuteil wurde (darunter Persönlichkeiten wie Ernst Heinkel, Claudius Dornier, Wernher von Braun, Felix Wankel und dem Nobelpreisträger Manfred Eigen). Wie es in der Laudatio heißt, hat Dulger bereits als junger Ingenieur Grundsteine des heutigen Standards einer Umwelt schonenden Technik in der Wasserbehandlung und Entkeimung gelegt.

Den Durchbruch verdankt Dulger einer kleinen Dosierpumpe, etwa zwei Kilogramm schwer, 20 mal 15 Zentimeter groß. Die von ihm entwickelte elektronische Magnetmembran-Dosiertechnik machte die Pumpe nicht nur leistungsfähiger, sondern auch billiger als die Produkte der Konkurrenz. Die Fachwelt wollte zunächst nicht glauben, "dass ein Pümpchen für 300 Mark 50 Mal mehr kann als das Parallelstück einer im Maschinenbau hergestellten Pumpe, die 5000 Mark kostete", erinnert sich Dulger. Als sich der damals 25 Jahre junge Techniker auf der Hannover-Messe nach Interessenten umschaute, riet ihm ein bedeutender deutscher Manager, er solle doch mit seiner kleinen Pumpe lieber auf die Spielwarenmesse in Nürnberg gehen. Die Abfuhr weckte in Dulger den Ehrgeiz, es der Branche zu zeigen: Die "prominente Konkurrenz" sollte noch Augen machen - weshalb der Firmengründer seine Erfindung und seine Firma "Prominent" nannte.

Seit vielen Jahren hat sich Dulger als Förderer sowohl der Kunst als auch sozialer und wissenschaftlicher Einrichtungen einen Namen gemacht. Nicht zuletzt engagierte er sich für die Universität Heidelberg, die ihm 1990 die Ehrensenatorwürde verlieh. Seit 1997 ist Dulger Ehrenbürger der chinesischen Hafenstadt Dalian sowie Ehrenprofessor der dortigen Technischen Universität. Für seine Verdienste um das Kunst- und Kulturleben erhielt er 2001 die Richard-Benz-Medaille der Stadt Heidelberg. "Kunst ist Phantasie pur", sagt der Mäzen, "und Phantasie sehe ich als wichtigen Bestandteil einer zukunftsfähigen Gesellschaft an".

Christian Deutsch

Rückfragen bitte an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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