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Elektronische Nase erkennt Gerüche

08.07.1997 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Mediendienst 7 - 1997

Thema 1

Elektronische Nase erkennt

Gerueche Um Gerueche zu unterscheiden und bewerten, gab es bislang nur eine Methode: Ein professioneller Geruchstester steckt seine Nase in das Luftgemisch. Doch kuenftig kann auch diese Arbeit automatisiert werden. Ein Mini-Sensor erkennt verschiedene Duefte.

Elektronische Nase erkennt Gerueche Begeisterte Hobby-Koeche wissen es: Ein einziges verdorbenes Ei, ein Schuss saure Milch oder ein Stueckchen Butter, das einen Stich hat, koennen das leckerste Menue ungeniessbar machen. Daher pruefen sie vor dem Kochen genau, ob jede Zutat frisch ist. Die sorgfaeltige Kontrolle aller Ingredienzen ist auch in der Lebensmittelproduktion oberstes Gebot. Regelmaessig muessen Proben entnommen und in einem Labor analysiert werden. Doch diese Pruefverfahren sind sehr aufwendig und zeitintensiv. Oft vergehen Stunden, bis das Ergebnis endlich vorliegt. Schneller und einfacher arbeitet das vom Fraunhofer-Institut fuer Biomedizinische Technik IBMT entwickelte miniaturisierte Analysegeraet, Moragas. Es kann anhand von Geruechen die Art und Qualitaet von Lebensmitteln beurteilen. Der Apparat besteht aus mehreren Messfuehlern, den Sensoren, die Duefte erfassen und in elektronische Signale umwandeln. "Gerueche bestehen aus einer Vielzahl von Einzelkomponenten", erlaeutert Dr. Patrick Keller vom Fraunhofer IBMT. Durch die gezielte Auswahl von Sensoren ist es moeglich, fuer jeden Geruch ein bestimmtes Signalmuster zu erhalten. Sowohl der angenehme Duft frischer als auch der Gestank saurer Milch ergeben dann jeweils ein charakteristisches Signal. Mit Hilfe des Analysegeraets ist es nun moeglich, anhand der verschiedenen Signalmuster die unterschiedlichen Gerueche und darueber hinaus zum Beispiel auch den Frischegrad der Milch sicher zu identifizieren. Sogar, ob ein Bier frisch gezapft wurde oder schon abgestanden ist, kann das Analysegeraet erkennen. "Dazu werden die gemessenen Sensorsignale mit den in einer Datenbank abgespeicherten Werten verglichen", erklaert der Fraunhofer-Wissenschaftler die Arbeitsweise des Geraets. So koennen innerhalb kuerzester Zeit Rueckschluesse auf die Qualitaet der untersuchten Lebensmittel gezogen werden. Ist die Milch verdorben, schlaegt das Geraet Alarm, und die Produktion kann sofort gestoppt werden. Nach Ansicht Kellers kann das Analysegeraet aber nicht nur in der Lebensmittel- oder Kosmetikproduktion, sondern auch in der Sicherheitstechnik eingesetzt werden. "Die Sensoren koennten zum Beispiel in Kabelschaechten installiert werden und dort Kabelbraende detektieren", nennt er ein weiteres moegliches Einsatzfeld.

Ihr Ansprechpartner fuer weitere Informationen: Dr. Patrick Keller Telefon 0 68 94/9 80-2 76, Telefax 0 68 94/9 80-4 00, Fraunhofer-Institut fuer Biomedizinische Technik IBMT Ensheimer Strasse 48, D-66386 St. Ingbert

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