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5. Geothermische Fachtagung

20.03.1998 - (idw) Geothermische Vereinigung e.V.

5. Geothermische Fachtagung 12.-15.5.98, Straubing

Forschung - Entwicklung - Markt

66 Vorträge und Referenten aus mehr als 10 Ländern: Die 5. Geothermische Fachtagung in Straubing, das zeichnet sich ab, entwickelt sich zum bedeutendsten europäischen Ereignis dieser Art in 1998. Vom 12.-15.05.1998 trifft sich die internationale geothermische Welt in der Josef-von-Fraunhofer-Stadthalle um über die Erfolge und Probleme, den Stand der Dinge in Forschung und Wissenschaft und die zukünftigen Trends in Richtung europaweiter Marktentwicklung bei der Nutzung der Erdwärme zu diskutieren. Im Rahmen des Statusseminars des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie werden die Ergebnisse der laufenden Forschungsvorhaben vorgestellt.

Die Geothermie hat sich in den letzten Jahren weltweit zu einem der bedeutendsten erneuerbaren Energieträger entwickelt. In den Ländern Mittel- und Osteuropas gibt es enorme Ressourcen, die für die umweltfreundliche und versorgungssichere Stromerzeugung und Wärmeversorgung oder in der Landwirtschaft in großem Umfang genutzt werden können. Die Erschließung dieser Potentiale wird z. B. in Polen, Mazedonien und vor allem in Ungarn vorangetrieben. Auf der Straubinger Tagung werden einige dieser Projekte präsentiert. Es werden daher außerdem zahlreiche Gäste aus diesen Ländern erwartet.

Für Deutschland sind, neben einigen neuen Aktivitäten im Bereich der hydrothermalen Geothermie, die Entwicklungen auf dem Gebiet der oberflächennahen Erdwärmenutzung von Bedeutung. Letztere hat sich in den vergangenen beiden Jahren sehr erfreulich entfaltet hat. Die oberflächennahe Geothermie umfaßt solche Technologien, die die dezentrale Versorgung von einzelnen Gebäuden oder Gebäudekomplexen mit Wärmeenergie oder Klimakälte aus den nahen Untergrund bis 100 m Tiefe ermöglichen. Dafür werden z.B. Erdwärmesonden in Verbindung mit Wärmepumpen eingesetzt. Aber auch entsprechend ausgestattete, in den Boden eingebaute, statisch notwendige Betonbauteile, wie Pfahlgründungen oder Schlitzwände lassen sich auf diese Weise äußerst erfolgreich und wirtschaftlich energetisch nutzen. Das trifft besonders für solche Gebäude zu, die über Klimatisierungsbedarf verfügen. Mit Hilfe direkter Kühlung aus dem Untergrund kann z. B. auf die Installierung teurer und "energiefressender" Kälteerzeugungsaggregate verzichtet werden.

Hydrothermale Geothermie nutzt tiefe Thermalwasserressourcen zur emissionsfreien Wärmeversorgung großer Siedlungen, ganzer Stadtteile oder Ortschaften. Hier sind für Deutschland nur dort einige Fortschritte zu verzeichnen gewesen, wo Fördermaßnahmen einiger Bundesländer, z. B. Bayerns oder etwa der Europäischen Union gegriffen haben.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden neue Technologien zur Erzeugung von Strom aus tiefen geothermischen Ressourcen. Das europäische Hot-Dry-Rock-Forschungsprojekt konnte sich international an die Spitze einer Entwicklung setzen, die es ermöglichen wird, daß in naher Zukunft erste umweltfreundliche Erdwärmekraftwerke dort ihren Beitrag zur Stromversorgung leisten können, wo keine natürlichen Dampflager- oder Heißwasservorkommen angetroffen werden. Damit stünde dann eine nahezu unerschöpfliche Energiequelle zur Verfügung, die praktisch überall angezapft werden kann. Die Schweizer Bundesregierung hat, motiviert durch die Erfolge des europäischen Porjekts, ein eigenes Kraftwerksprogramm ins Leben gerufen, über dessen aktuellen Stand auch in Straubing berichtet werden wird.

Eine Exkursion wird die Teilnehmer nach Altheim in Oberösterreich führen, wo im nächsten Jahr eine neu entwickelte Turbine Strom aus heißem Thermalwasser liefern wird. Ein weiteres Ziel der Exkursion wird das Geowärmeheizwerk Erding sein, das in diesen Tagen offiziell in Betrieb genommen werden wird. Natürlich kommt auch das eigene Straubinger Fernwärmeprojekt ausführlich zur Sprache. Während der gesamten Tagung erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich über das Vorhaben in der niederbayerischen "Metropole" zu informieren.

Ein Anwenderseminar richtet sich vor allem an solche Unternehmen und Kommunen, die sich für die Errichtung Geothermischer Heizzentralen interessieren sowie an Betreiber von Thermalbädern, die ihre Anlagen energetisch optimieren und wirtschaftlich auf zusätzliche Standbeine stellen möchten. Leiter von Geothermischen Heizwerken berichten hier über ihre Betriebserfahrungen und Planer über die technischen Möglichkeiten. Vorträge zu Finanzierungshilfen und Fördermöglichkeiten von Bundesländern und Europäischer Union ergänzen die Veranstaltung.

Begleitet wird die Fachtagung durch die Ausstellung GEOENERGIA98, auf der sich die wichtigsten Fachunternehmen der Bundesrepublik und des benachbarten Auslandes präsentieren werden.

Die Veranstalter der Fachtagung, die Geothermische Vereinigung e.V., die Stadtwerke Straubing und der Projektträger Biologie, Energie, Ökologie (BEO)/Forschungszentrum Jülich erwarten daher, eine große Anzahl von Ta-gungsteilnehmern begrüßen zu dürfen.

Tagungsbüro: Geothermische Vereinigung, Geschäftsstelle, Gartenstr. 36, D-49744 Geeste, Tel.: +49 (0)5907 545, Fax.: +49 (0)5907 7379, e-mail Geothermische-Vereinigung@t-online.de


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