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Präsident über Nachhaltigkeit

07.11.1997 - (idw) Universität Bayreuth

Medienmitteilung der Uni Bayreuth, Nr. 75/97, 7. November 1997

Praesident Prof. Ruppert bei Vortragsveranstaltung ueber Nachhaltigkeit:

UNI BIETET GENUG KOMPETENZ, ALS ZENTRUM FUER MENSCH, GESELLSCHAFT UND UMWELT

Forderung nach staerkerer Zusammenarbeit der Disziplinen

Bayreuth (UBT). Bayreuths Universitaetspraesident Professor Dr. Dr. h. c. Helmut Ruppert haelt seine Universitaet fuer faehig, zu einem wissenschaftlichen Zentrum fuer "Mensch, Gesellschaft und Umwelt" zu werden.

Zum Auftakt einer Vortragsveranstaltung ueber die Chancen einer nachhaltigen Regionalentwicklung aus Anlass des 20jaehrigen Bestehens des Bayreuther Lehrstuhls Wirtschaftsgeographie und Regionalplanung sagte Ruppert heute, hinsichtlich der in Politik und Gesellschaft immer staerker gefuehrten Diskussion ueber Nachhaltigkeit stehe man erst am Anfang einer viel staerker notwendigen systematischen Betrachtung von Nachhaltigkeit und damit des Zusammenhangs von Mensch, Gesellschaft und Umwelt.

Viele Fragestellungen seien noch vollkommen offen, meinte Ruppert, etwa die Frage, was tatsaechlich oekologisch schutzwuerdig sei. Die ethischen Komponenten etwa bei der Verteilung der Aufgabenlasten zwischen der heutigen und der naechsten Generation gehoerten dazu wie die Frage nach den ordnungspolitischen Einwirkungen und damit danach, ob die Marktwirtschaft die Nachhaltigkeit mit ihren langfristigen Regelungen ueberhaupt bewaeltigen koenne. Ausserdem muesse beantwortet werden, ob sich etwa "objektive Standards fuer Nachhaltigkeit entwickeln".

Diese Fragestellungen koennten nur an den "Staetten mit dem groessten Forschungspotential, naemlich an den Universitaeten" durchdacht und bearbeitet werden, sagte Professor Ruppert weiter. Hierzu sei es aber notwendig, "Disziplinen mehr zusammen zu bringen".

Die Universitaet Bayreuth bietet mit ihrem oekologischen Schwerpunkt, dem Potential des ehemaligen Sonderforschungsbereiches Oekosystemforschung und des Instituts fuer terrestrische Oekosystemforschung, ihrer sehr guten regionalwissenschaftlichen Kompetenz im Hinblick auf Systembetrachtungen, den breit ausgebauten Naturwissenschaften und dem im Entstehen begriffenen ingenieurwissenschaftlichen Studiengang fuer Umwelttechnik, gute Voraussetzungen, um ein solches wissenschaftliches Zentrum zu werden. Dazu sei es allerdings auch noetig, die in Bayreuth vorhandene Kompetenz der Kultur- und Sozialwissenschaften einschliesslich der Oekonomie und der Rechtswissenschaften staerker in die Diskussion einzubringen, betonte der Universitaetspraesident und verwies darauf, dass sich seine Hochschule derzeit intensiv darum bemueht, einen Lehrstuhl fuer Umweltmanagement einzurichten.

Bei der gleichen Veranstaltung verwies der Bayreuther Lehrstuhlinhaber fuer Wirtschaftsgeographie und Regionalplanung, Professor Dr. Dr. h. c. Joerg Maier auf die Kompetenz, die sich die Bayreuther Wirtschaftsgeographen und Regionalplaner in den 20 Jahren des Studienangebots angeeignet haetten. Dies sei ein schwieriger Weg gewesen, betonte Professor Maier, weil die Etablierung eines Faches im peripheren Raum an der Grenze zum ehemaligen "Eisernen Vorhang" keine leichte Aufgabe gewesen sei. Inzwischen habe sich aber der Gedanke der "lernenden Region" ebenso durchgesetzt, wie sich der angewandte Ansatz mit dem starken Praxisbezug des Studiums als richtig erwiesen habe.

Bei der Jubilaeumsveranstaltung nehmen auch der saechsische wie der bayerische Staatsminister fuer Umwelt und Regionalentwicklung, Arnold Vaatz und Dr. Thomas Goppel zum Verhaeltnis von Umweltschutz zur Wirtschaftsentwicklung in den beiden Bundeslaendern Stellung. Ausserdem wird der Praesident der Akademie fuer Raumforschung und Landesforschung, Professor Dr. K. Wolf, im Hinblick auf die Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen auf die regionalwirtschaftliche Entwicklung in den alten und neuen Bundeslaendern eingehen und schliesslich der Rektor der Bayreuther Partneruniversitaet im suedungarischen Pecs, Professor Dr. Toth "Visionen ueber die zukuenftige Entwicklung in Mittel- und Osteuropa als Grundlage der Osterweiterung der europaeischen Union" entwerfen.


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