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Studiengang Supervision

22.03.1995 - (idw) Universität Kassel

Studiengang Supervision

GhK foerdert professionelle Beratung in Ungarn

Kassel. Gesellschaftliche Umbrueche schaffen soziale Probleme. Diese Binsenweisheit wird in den Laendern des ehemaligen Ostblocks gegenwaertig einmal mehr mit aller Deutlichkeit vorgefuehrt. Statt durch Wirtschaftshilfe und statt Aufbau der Polizei demonstriert die Universitaet Gesamthochschule Kassel, dass es weitere Moeglichkeiten gibt, die Entwicklung sozialer Schieflagen zu verhindern. Mit der Haynal Imre Universitaet in Budapest hat der Fachbereich Sozialwesen der GhK jetzt ein Kooperationsabkommen abgeschlossen mit dem Ziel, Sozialarbeit und psychololgische Beratungs- und Hilfsangebote im Lande durch den Aufbau eines Studiengangs Supervision zu unterstuetzen.

Die in Kassel seit fast 20 Jahren erfolgreiche, an Hochschulen einzigartige Ausbildung von Diplom-Supervisoren und Supervisorinnen hat in Deutschland wesentlich zu einer Professionalisierung der "helfenden Berufe" und ihrer wissenschaftlichen Untermauerung beigetragen. Sozialarbeiterinnen, Sozialpaedagogen und Vertreter einiger anderer Berufsgruppen werden hier nach einigen Jahren Berufserfahrung in einem viersemestrigen Diplomstudiengang mit starken Anteilen von Selbsterfahrung und praktisch-beraterischen Anteilen weitergebildet. Damit werden sie qualifiziert, ihren Kollegen in der taeglichen Arbeit in den unzaehligen Feldern der Sozialarbeit wie Jugendaemtern, Sozialdiensten oder Familienberatung professionelle Anleitung und Beratung zu geben.

Die Eigendynamik der Institutionen, Organsitationen und Berufe der Sozialarbeit und -beratung in Ungarn kann sich nach dem Modernisierungsschub voll entfalten, wobei sie auf langdauernde unterschwellige Traditionen zurueckgreifen kann. "Das bringt einen hohen Bedarf an Selbstreflexion in der Arbeit mit sich, so dass es uns nicht zufaellig erscheint, dass sich die Frage der Supervision jetzt in Ungarn draengend stellt", meint Dipl.-Paed. Norbert Lippenmeier, Betreuer des Kasseler Studiengangs. Vielfaeltige Kontakte - und damit ein ganz praktischer Fall von Supervision - stehen fuer ihn und seine Kasseler Kollegen bereits seit mehr als einem Jahr auf der Tagesordnung. Der Entwurf eines Lehrplans fuer die Budapester Universitaet ist bereits erarbeitet, ein Supervisonshandbuch in ungarischer Sprache wird vorbereitet und zum Kasseler Supervisionskongress im Juni `95 werden mehrere ungarische Experten erwartet. Die unvermeidliche Frage, wer denn schliesslich die Kosten solcher Vorhaben traegt, beantwortet sich in diesem Fall durch das Entgegenkommen der VW-Stiftung: Sie foerdert das Vorhaben mit knapp 200.000 DM.

Kontakt und weitere Informationen: GhK, FB Sozialwesen, Supervision, Dipl. Paed. Norbert Lippenmeier, Tel. (0561)804 2957, Fax (0561) 804 3388

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