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Ein edler Junge kommt aus Clausthal

16.04.1996 - (idw) Technische Universität Clausthal

Ein edler, kluger Junge möge aus Clausthal kommen

Indonesische Wissenschaftler nannten ihren Sohn "Clausthaldi"

Ein Junge wird den Namen unserer kleinen Stadt um die halbe Welt tragen. Meta Mahendradatta und Abu Bakar Tawali nannten ihren in Clausthal im Robert-Koch-Krankenhaus geborenen Sohn Fadhil Rizki Clausthaldi. Und wenn seine Eltern an ihrer Heimat - Universität Hassanuddin in Ujung Pandang auf der indonesischen Insel Celebes wieder lehren und forschen, dann erinnert "Clausthaldi" an die Zeit im fernen Land.

Stipendiaten des DAAD fühlen sich wohl

Mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes kamen die beiden jungen Wissenschaftler aus Indonesien an die TU Clausthal und promovieren zur Zeit bei Professor Dr. Georg Schwedt im Institut für Anorganische und Analytische Chemie; sie fühlen sich im Oberharz und in ihrem Institut wohl.

Edel, klug und aus Clausthal sei der Mensch

Fadhils erste beiden Namen kommen aus dem Islam. Ins Deutsche übertragen, bedeutet Fadhil etwa soviel wie Edelmut. Und Rizki sagt, wie er diesen einsetzen möge: mit Klugheit. Und der dritte Name zeigt an, wo dieses Leben seinen Anfang nahm. Frau Mahendradatta scherzt: "Unsere deutsche Freundin sagt, der Name käme daher, daß wir so häufig bei Aldi einkaufen." Und "Clausthaldi" turnt übers Bett und fährt seinen Teddy im Schubkarren spazieren und wirft sich seiner Mutter in die Arme, puhlt genüßlich die Obststücke aus dem Kuchen, schaut den unbekannten Besucher mit einem aufgeschlossenen und prüfenden Blick an, ahnt von alledem nichts. Ihre Namensgebung weicht in auffallender Weise von unserer ab: Die Ehepartner behalten ihren eigenen Namen und ihr Sohn trägt weder den Namen seines Vaters noch den seiner Mutter. "Werden in einer Familie "nur noch" Mädchen geboren", spricht man im Land der Batak auf Sumatra allerdings ebenfalls davon, daß die Familie "ausgestorben sei", berichtet Frau Mahendradatta.

Forschungen zum Histamin

Den Tag über sind seine Eltern im Institut. Frau Mahendradattas Forschungsgebiet ist das "Histamin", ein Stoff, der in vielen Lebensmitteln enthalten ist und in zu großer Konzentration Entzündungsreaktionen im Körper und an der Haut hervorrufen kann. Ihr Ziel ist es, einen Schnelltest zu entwickeln, der eine wesentlich raschere Bestimmung erlaubt, als die zur Zeit gängigen Verfahren. Insbesondere das angeeignete Wissen um verschiedene Analysetechniken wird ihnen an ihrer Heimat-Universität weiterhelfen. Dort arbeiten sie im Bereich der Lebensmittelchemie in der landwirtschaftlichen Fakultät. Ihr Mann hat seine Promotionsarbeit gerade abgegeben. Sein Thema ist die Bioverfügbarkeit von Eisen in Kartoffeln und aus Sojabohnen in einer besonderen indonesischen Zubereitungsweise.

Ein Student des jahres 2011?

In die Kinderbetreuung teilen sie sich mit einer deutschen und einer indonesischen Kollegin. "Am Anfang weinte Fadhil, wenn ich weggehen mußte, aber jetzt winkt er fröhlich", erzählt Frau Mahendradatta. Am Abend und am Wochenende "gehören" ihm die Eltern allein. Im Jahre 2011 könnte Clausthaldi mit dem Studium beginnen ... Herzlich willkommen!

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