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Stromsparaktion in der RUB

19.03.1998 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Bochum, 19.03.1998 Nr. 61

,Wir sparen watt"

Erste Aktion des Energiesparforums an der RUB

Ziel: 50 Megawattstunden mit zehn Energiespartips

Eine Gemeinschaftsaktion, zu der alle Studierenden und Angestellten zum Mitmachen ermuntert werden, hat das Energiesparforum der RUB ins Leben gerufen. Mit zehn einfachen Energiespartips regen die Initiator/-innen einen sensibleren Umgang mit der Energie an und wollen aufzeigen, daß auch kleine Schritte, die für den einzelnen wenig Mühe bedeuten, eine große Wirkung haben können: So ist das angestrebte Ziel des gemeinsamen Energiesparens im Sommersemester 50 Megawattstunden. Dies entspricht der jährlichen Energieversorgung einer kleinen Neubausiedlung. Das NRW-Wissenschaftsministerium hat kürzlich Mittel für die Koordination und Evaluation des Projekts den Initiatoren bewilligt.

Auf das Nutzerverhalten kommt es an

Die Idee für das Projekt wurde in einer Untergruppe des Energiekreises der Stadt Bochum entwickelt, in der auch Mitarbeiter/innen der RUB vertreten sind. Ausgehend von der Erkenntnis, daß es wichtig ist, mit Verhaltensänderungen zuerst bei sich selbst und dem eigenen Umfeld anzufangen, bildete sich aus dieser Gruppe das Energiesparforum der RUB. Dies ist ein offener Kreis von Personen aus Verwaltung, Wissenschaft und Studierendenschaft, die den Energiespargedanken fördern wollen und dazu anregen wollen, durch Veränderungen im Nutzungsverhalten den alltäglichen Energieverbrauch zu reduzieren.

Abschalten statt Stand-by

Durch relativ einfache Verhaltensänderungen (z. B. Abschalten des Stand-by-Betriebs des Fernsehers) können zwischen zehn und vierzig Kilowattstunden im Monat an Energie eingespart werden, was etwa fünf Prozent des Energieverbrauches eines durchschnittlichen Haushaltes entspricht. Gemeinsam mit der Verbraucherzentrale und den Stadtwerken Bochum sind zehn Energiespartips entwickelt worden, die sich auf Situationen an der Uni und zu Hause beziehen. Hierbei handelt es sich zum Teil um die Veränderung alltäglicher Gewohnheiten oder um kleine technische Lösungen (wie der Ersatz der Glühbirnen durch Energiesparlampen).

Selbstverpflichtungen übernehmen

Diese Tips sollen durch persönliche Kommunikation weitergegeben werden. Um dies zu erreichen, sollen Multiplikator/-innen auf unterschiedlichen Ebenen tätig sein. Sie geben die Tips an andere weiter und regen dazu an, sich aus den zehn vorgeschlagenen Verhaltensänderungen solche auszusuchen, die für die jeweilige Person besonders einfach und effizient sind. Die angesprochenen Personen verpflichten sich auf einer Rückmeldekarte dazu, für die Dauer des Sommersemesters die ausgewählten Tips umzusetzen. Durch Rückmeldung dieser Selbstverpflichtungen an die Koordinationsstelle der Aktion können die eingesparten Kilowattstunden summiert und regelmäßig während der Aktion veröffentlicht werden. Somit können alle, die sich an der Aktion beteiligen, nachvollziehen, wieviel gemeinsam eingespart wird und wie groß die Annäherung an das Gemeinschaftsziel bereits ist. Eine direkte Messung der eingesparten Energie ist aus verschiedenen Gründen, zum Beispiel der Streuung der Wohnorte der RUB-Mitglieder, nicht möglich. Wissenschaftliche Untersuchungen haben aber gezeigt, daß eine hohe Übereinstimmung zwischen Selbstverpflichtung und tatsächlichem Verhalten besteht, so daß die Höhe der Selbstverpflichtungen ein gutes Maß für die tatsächlichen Einsparungen darstellt. Hierzu wird begleitend eine vom Wissenschaftsministerium NRW geförderte wissenschaftliche Evaluation durch die Arbeitseinheit Kognitions- und Umweltpsychologie durchgeführt.

Watt? Kontingent übernehmen!

Eine Kernidee der Aktion besteht auch darin, daß Multiplikator/-innen bestimmte Kontingente an einzusparender Energie übernehmen, die sie an andere Personen weitergeben. So können Dozent/innen oder Studierende in Veranstaltungen, oder die Mitarbeiter/innen in ihrem Kollegium Teilnehmende für die Aktion werben. Kontingente von insgesamt fünf Megawattstunden (das sind 5.000 Kilowattstunden) sind schon vom Ökoreferat des AStA von der Arbeitseinheit Kognitions- und Umweltpsychologie, dem Baudezernat und dem Lehrstuhl für Nukleare und Neue Energien (NES) übernommen worden. Auch der Rektor und Kanzler unterstützen die Aktion.

Weitere Informationen

Dr. Ellen Matthies, Ramona Kielmann, montags bis donnerstags von 9 bis 13 Uhr. Die Koordinationsstelle zur Abrufung der Tips und Rückmeldung der Selbstverpflichtungen ist unter der Tel.-Nr. 0234/700-2678 oder Fax 0234/7094-308 zu erreichen.


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