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RUB koordiniert Hochschulkontakte NRW - Russland GUS

15.10.1997 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Bochum, 15.10.1997 Nr. 192

Staatliche oder private Hochschulen Lotman-Institut fördert aktiv Strukturwandel in Rußland 5. Arbeitstagung: ,Hochschulkontakte NRW - Rußland/GUS"

Neben seinen Forschungs- und Lehraktivitäten ist das Lotman-Institut für russische und sowjetische Kultur der RUB, vor allem auch durch die Tätigkeit seines Leiters Prof. Dr. Karl Eimermacher als Beauftragter des Landes NRW für die Wissenschaftsbeziehungen zu den GU-Staaten, seit einigen Jahren aktiv in Fragen des Strukturwandels der geistes- und kulturwissenschaftlichen Forschung in Rußland und hat hier deutlich positive Impulse geliefert. Auf einer zweitägigen 5. Arbeitsbesprechung über ,Hochschulkontakte zwischen NRW und Rußland/der GUS" (16.-17. Oktober 1997, Internationales Begegnungszentrum der RUB, Beckmannshof) diskutiert nun Prof. Eimermacher mit Rektoren und Fachleuten sowohl staatlicher als auch privater Hochschulen Rußlands/der GUS Perspektiven für die Zukunft des osteuropäischen Bildungssystems.

"Innovative Ausbildung - neue Eliten"

Die Entwicklung des russischen Hochschulbetriebs und die verschiedenen Bildungsinitiativen der vergangenen Jahre haben gezeigt, daß die inneren Reformen und Veränderungen an den Universitäten Rußlands nur schleppend vor sich gehen. Zwar haben die Hochschulen einen erheblichen Autonomiegewinn (vor allem in administrativer Hinsicht) zu verbuchen, doch wird eine grundlegende Umgestaltung der Curricula durch die 1994 erneut eingeführten ,Bildungsstandards" mit genauen Vorschriften zur Fächerausgestaltung, den obligatorischen Kursen und der erforderlichen Stundenzahl stark blockiert. Vor allem aber hat die Finanznot die Hochschulen an den Rand der Existenzkrise geführt, so daß die Absicherung des blanken Überlebens alle inhaltlichen Überlegungen in den Hintergrund hat treten lassen.

Marktgerechte Modefächer

Die vielleicht stärkste innovative Kraft ging daher von den seit Beginn der 90er Jahre zugelassenen privaten Hochschulen aus und ihrer Konkurrenz zu den staatlichen Einrichtungen. Sie sind in der Regel eng spezialisiert, insbesondere auf die neuen marktgerechten Modefächer wie Management und Bankwesen, aber auch auf kulturwissenschaftliche Fächer; sie haben (gewöhnlich auf Vertragsbasis) die besten Spezialisten an sich binden können und können effektiv in kleinen Gruppen arbeiten. Allerdings verfügen sie in der Regel über nur dürftige Bibliotheken und besitzen nicht das Umfeld anderer Fächer. Vor allem aber liegt in der grundsätzlichen Gebührenpflichtigkeit des Studiums an den privaten Hochschulen die Gefahr, daß das Geld Priorität gegenüber allen anderen Prinzipien und Qualifikationen gewinnen kann.

Mehrdimensional denken

Die Frage, ob zwischen staatlichen und privaten Hochschulen ein Gegen- oder ein Miteinander existiert und worin die Perspektiven für die Zukunft liegen, soll am ersten Tag der Arbeitsbesprechung im Mittelpunkt stehen. Eingeladen sind Rektoren und Fachleute beider Ausbildungstypen. Entscheidendes Kriterium der weiteren Entwicklung muß sein, welche Institution die bessere Ausbildung leistet. Überhaupt ist die Frage zu stellen (sie wird am zweiten Tagungstag zentral sein), welche Einstellungsmuster unter der heutigen jungen Generation von Studenten und Dozenten in Rußland vorherrschend sind, welcher Art die sich herausbildenden neuen Eliten sind oder ob die alten Eliten wiederum die neuen Positionen einnehmen, und wie die Hochschulen staatlicher wie nichtstaatlicher Art auf das veränderte Anforderungsprofil reagieren. Sicherlich wird man mehrdimensional denken und unterschiedliche Strategien zur Zukunftsbewältigung entwickeln müssen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Karl Eimermacher, Dr. Klaus Waschick, Lotman-Institut für russische und sowjetische Kultur, Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/700-3368, Fax: 0234/7094-243, E-Mail: Klaus.Waschik@ruhr-uni-bochum.de


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