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Studi-Karte - RUB-Pilotprojekt demnächst europaweit

06.10.1997 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Bochum, 06.10.1997 Nr. 178

Studieren à la Card ,Chipkartenausweise sind Schlüsseltechnologie" MWF will RUB-Pilotprojekt europaweit ausdehnen

,Chipkartenausweise sind Schlüsseltechnologie" und müssen, wenn sie als Studierendenausweise genutzt werden, auch von den Studierenden mitgetragen werden. Mit dieser Erkenntnis aus einem Besuch in den USA bei der amerikanischen Computerfirma ,Sun" zurückgekehrt, begrüßte Dr. Friedrich Bode vom MWF (Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes NRW) die Teilnehmer der ,Konferenz für Beteiligte und Interessierte am Chipkarten-Projekt". Dabei kündigte er an, das MWF plane das RUB-Pilotprojekt ,Chipkarte als Studierendenausweise" zu einem ,Europäischen Projekt auszuweiten". Bislang unterstützt das MWF die RUB bei diesem Projekt mit DM 300.000. Auf der Konferenz in Bochum am 24. September 1997 waren ca. 200 Vertreter - vornehmlich Mitglieder von Studierendenverwaltungen deutscher Hochschulen sowie von Banken, IHKn und Unternehmen, um sich von den Vorteilen der neuen Technologie überzeugen zu lassen.

Selbstbedienung am Terminal

Mehr als 90 Prozent der Neueinschreiber haben sich in diesem Semester freiwillig für die Chipkarte als Ausweis entschieden und tragen damit zum Gelingen des Bochumer Projekts bei. Sie genießen nun Vorteile der Chipkarte: Studentische Selbstbedienung für die Rückmeldung, Adressenänderung, den Ausdruck von Bescheinigungen, die Anmeldung zu Seminaren und Prüfungen sowie in der Universitätsbibliothek als die vorläufigen Möglichkeiten des Chipausweises. Sie machen Verwaltungsprozesse für Studierende und das Personal im Universitätssekretariat komfortabler, da derartige Vorgänge nunmehr automatisiert ablaufen. Daneben dient der RUB-Chipkartenausweis als Internetzugang an den Selbstbedienungsterminals und als Fahrausweis im ÖPNV des VRR.

Elektronische Unterschrift

Ein Clou des Bochumer Ausweises ist die elektronische Unterschrift. Damit können Studierende an den Selbstbedienungsterminals, den sogenannten UFOs, alle Anwendungen durchführen, für die ein persönliches Erscheinen bzw. eine persönliche Beratung nicht zwingend erforderlich sind - außer Prüfungen respektive Einschreibung oder Exmatrikulation sind somit zahlreiche Verwaltungsprozesse automatisiert. Beispielsweise läuft eine Rückmeldung mit der neuen Technologie einfach insofern ab, als die Thermo-Chronic-Folie (TC-Folie) des Ausweises mit den neuen Daten überschrieben wird.

Erweiterung im doppelten Sinne

Bei allen technischen Vorteilen des neuen Ausweises sind die denkbaren Möglichkeiten der Technologie jedoch bei weitem noch nicht ausgereizt. ,Erweiterung" lautet im Zusammenhang mit der Chipcard das Stichwort in zweierlei Hinsicht: Zum einen ist der Studierendenausweis für die Zukunft erweiterungsfähig, so daß zusätzliche Funktionen, z.B. ein Wertmarkenzähler für Kopien in der Universität, den Ausweis noch flexibler machen. Zum anderen soll diese ,Schlüsseltechnologie" nach dem Pilotprojekt an der RUB sowohl bundes- als auch europaweit an den Hochschulen ausgedehnt werden. Unter diesem Gesichtspunkt habe laut Prof. Dr. Manfred Bormann, Rektor der RUB, die ,Konferenz für Beteiligte und Interessierte am Chipkarten-Projekt" genau ins Schwarze getroffen. Bei über 200 Teilnehmern aus zahlreichen Hochschulen des gesamten Bundesgebiets, aus Verwaltungen anderer Einrichtungen, aus Unternehmen und Banken fand die Veranstaltung regen Zuspruch.

Geringere Kosten

Die hohe Akzeptanz bescheinigt, daß sich die RUB mit diesem Pilotprojekt auf dem richtigen Weg in die technische Zukunft befindet. Sollte die Zustimmung unter den Studierenden für die neue Technologie weiterhin so hoch bleiben wie bisher und sich die Universitätsverwaltung für eine uniweite Umstellung auf dieses System entscheiden, ließen sich über DM 15.000 jährlich einsparen - trotz permanenter Investitionen zur Pflege des Systems.

Weitere Informationen

Manfred Nettekoven, Tel.: 0234/700-5483, Dr. Karl-Heinz Schloßer, Tel.: 0234/700-4334, -4014


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