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Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie

11.09.1996 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

"Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie"

Bedeutendste deutsche Mathematik-Tagung an Jenaer Universitaet

Auf die obige These erwartet man sehr unterschiedliche Reaktio- nen: Der Theoretiker nickt euphorisch - der Praktiker quittiert die Aussage hoechstens mit einem mueden Laecheln. Um so erstaunli- cher, dass Jenoptik-Chef Dr. Lothar Spaeth, der nun wahrlich nicht den Ruf eines praxisfernen "Theorisierers" hat, bei einer Kurz- darstellung der Rolle der Mathematik zu eben dieser These ge- langt. In einem Grusswort zur Jahrestagung der Deutschen Mathema- tiker-Vereinigung, die vom 15. bis 21. September 1996 in Jena stattfinden wird und ueber die der Vorstandsvorsitzende der JENOPTIK AG die Schirmherrschaft uebernommen hat, schreibt er u.a.: "... je komplexer und technisierter unsere Welt wird, desto mehr ist sie auf die ordnende Kraft der Mathematik ange- wiesen ... Computer, Produktionsanlagen und Videorecorder waeren ohne die Leistungen der modernen Mathematik nicht denkbar, deren Nutzen auf diesem Umweg jedermann taeglich vor Augen gefuehrt wird." Die ganze Bandbreite der Mathematik wird sich auch im Programm der diesjaehrigen Jahrestagung der Deutschen Mathematiker-Ver- einigung widerspiegeln, zu der etwa 800 Mathematiker aus Deutschland sowie zahlreiche auslaendische Gaeste erwartet werden. Die insgesamt 17 Sektionen repraesentieren nicht nur die tradi- tionellen Faecher der Mathematik, sondern widmen sich in ver- staerktem Masse Problemen der Anwendungen und der Lehre. So bilden Industriemathematik, Didaktik der Mathematik, Computeralgebra, Wissenschaftliches Rechnen und Mathematische Methoden in den Naturwissenschaften separate Sektionen. In 16 Plenarvortraegen, etwa 30 Hauptvortraegen in den Sektionen sowie ca. 400 Kurzvor- traegen werden die neuesten Forschungsergebnisse vorgestellt.

Im Rahmen der Tagung findet auch eine Studentenkonferenz mit etwa 60 Teilnehmern statt. Hier hat die Deutsche Mathematiker- Vereinigung nach der Vereinigung eine aus der DDR stammende Tradition aufgegriffen und erfolgreich weitergefuehrt. Die Stu- denten haben Gelegenheit, Diplomarbeiten und andere Abschluss- arbeiten vorzustellen. Die besten Arbeiten werden ausgezeichnet. Ausserdem findet ein Lehrerfortbildungstag und ein Schuelernach- mittag statt. 27 internationale Verlage stellen ihre neuesten Publikationen vor.

Die Universitaet Jena ist nach 1941 zum zweiten Mal Tagungsort dieser bedeutendsten Mathematik-Veranstaltung im deutschsprachi- gen Raum. Seit Gruendung der Deutschen Mathematiker-Vereinigung 1890 in Bremen fanden bereits mehr als 90 Jahrestagungen statt. Erfreulich ist, dass mit Jena zum ersten Mal nach der Wende ein Austragungsort in den neuen Bundeslaendern ausgewaehlt wurde. Ebenso erfreulich ist, dass neben der Deutschen Forschungsgemein- schaft und dem Land Thueringen zahlreiche Unternehmen der Region die Durchfuehrung der Tagung durch Sach- und Geldspenden unter- stuetzen. Dies ermoeglicht z. B. einigen Mathematikern aus Ost- europa die Teilnahme an der Tagung. Schliesslich werden von der Durchfuehrung der Mathematikertagung in Jena weitere Impulse fuer die Erhoehung der Attraktivitaet des Wissenschafts- und High-Tech-Standortes Jena erwartet.

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