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Stifterverband prämiert VWL-Studiengang

15.11.1996 - (idw) Fachhochschule Nürtingen

Auszeichnung fuer VWL Studiengang

Stifterband fuer die Deutsche Wissenschaft vergibt Preis fuer neuen Studiengang an der Fachhochschule Nuertingen

NUERTINGEN. (schm) Als modellhafte Initiative zur Reform von Studium und Lehre wurde der neue Studiengang "Volkswirtschaftslehre" an der Fachhochschule Nuertingen ausgezeichnet. Der Stifterverband fuer die Deutsche Wissenschaft in Bonn vergab diese Auszeichnung im Rahmen seines Aktionsprogramms "Studienreform - Profilbildung - Wettbewerb". Das Programm praemiert Hochschulen, die Initiativen zur Reform von Lehre und Studium ergriffen haben. Die Fachhochschule Nuertingen ist damit eine von zehn Hochschulen, die die Jury fuer die Foerderung ausgewaehlt hat. Insgesamt hatten sich 67 Universitaeten und Fachhochschulen mit 94 Antraegen beworben.

Der Studiengang Volkswirtschaftslehre der Fachhochschule Nuertingen ist der erste und einzige VWL-Studiengang an einer bundesdeutschen Fachhochschule. Erst vor wenigen Wochen wurde dieser Studiengang zum Wintersemester 1996/97 gestartet. Auf die 35 Studienplaetze hatten sich bereits 101 Interessierte beworben. Das eigentliche Novum des Studienganges liegt in seiner anwendungsbezogenen Lehrkonzeption. So begruendet der Stifterverband seine Entscheidung mit der "Ausrichtung des Studienganges an der Berufspraxis durch sachgerechte Verbindung mit dem Lehrangebot in der Betriebswirtschaftslehre und anderen angrenzenden Faechern". Ausserdem wuerden Vertiefungsrichtungen in Bereichen angeboten, die gute Berufschancen boeten, ausserfachliche Qualifikationen wuerden systematisch gefoerdert. Der Preis des Stifterverbandes ist mit jaehrlich 25 000 DM ueber die Dauer von drei Jahren dotiert. Frau Professor Dr. Margot Koerber-Weik, die den Studiengang leitet, wird diese Mittel zu einer Begleitforschung einsetzen. Es soll untersucht werden, wie sich die neuen Lehrangebote zur Vermittlung ausserfachlicher Qualifikationen bewaehren.

Die VWL-Studierenden sollen so ausgebildet werden, dass sie reale gesamtwirtschaftliche Probleme praxisnah bearbeiten koennen. So werden die Studierenden nicht nur die Theorien der internationalen Arbeitsteilung lernen, sondern erfahren, wie sich diese Arbeitsteilung derzeit aendert und wie Politik, Unternehmen und Bevoelkerung darauf reagieren koennen. Der Blick der Studierenden wird nicht auf den volkswirtschaftlichen Elfenbeinturm beschraenkt bleiben: Die Moeglichkeiten und Grenzen theoretischer Modelle werden in Anwendung auf praktische Fragestellungen ausgelotet. Ausserdem reicht der Blick weit ueber den betriebswirtschaftlichen Tellerrand hinaus: vom unternehmerischen Kosten-Nutzen-Kalkuel ueber die volks- und weltwirtschaftlichen Zusammenhaenge bis hin zu den oekologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen, denen sich Wirtschaft und Wirtschaftspolitik zunehmend stellen muessen.

Nach einem breit angelegten Grundstudium koennen die Studierenden individuelle Schwerpunkte in vier Vertiefungsrichtungen mit hohen Berufschancen setzen - Finanzmaerkte, Non-Profit-Organisationen, Umweltoekonomik, Weltwirtschaft. Neben dem Fachwissen werden zusaetzlich Managementtechniken vermittelt und Schluesselqualifikationen gefoerdert - also die personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen, die Personalverantwortliche zunehmend erwarten. Dazu gehoeren Arbeits- und Praesentationstechniken, Gruppen- und Projektmanagement. Hinzu kommen EDV-Anwenderprogramme, Umgang mit Datenbanken und Wirtschaftsfremdsprachen. Und selbstverstaendlich werden Studierende unterstuetzt, wenn sie im Ausland einen Studienplatz oder ein Praxissemester anstreben. Derzeit laufen Verhandlungen mit Hochschulen in den USA, Spanien, Grossbritannien und Vietnam.

Grossen Wert legt die FH Nuertingen auf einen hohen Praxisbezug, und zwar in allen Phasen des Studiums. Praktiker haben an der Konzeption des Studiengangs mitgewirkt, und eine ganze Reihe hat bereits weitergehende Kooperation zugesagt. Dazu zaehlen unter anderem Daimler Benz, Robert Bosch, Quelle Versicherungen, der Landesverband der Baden-Wuerttembergischen Industrie, die Landesvereinigung der Arbeitgeberverbaende und das Bildungswerk Nordrhein-Westfalen, der Verband des Speditionsgewerbes Baden-Wuerttemberg, die Deutsch-Japanische Gesellschaft und das Statistische Bundesamt.

Ein Studienbeirat wird die staendige Verbindung zwischen der Wissenschaft und Praxis sicherstellen. Die positive Resonanz moeglicher Arbeitgeber bestaetigt die Verantwortlichen an der Fachhochschule Nuertingen in ihrem Kurs. So koennen die neuen Diplom-Volkswirte (FH) in strategisch orientierten Abteilungen von Produktionsunternehmen, Banken und Versicherungen arbeiten. In Frage kommen auch Beratungs- und Informationsunternehmen oder der Wirtschaftsjournalismus und die Oeffentlichkeitsarbeit. Moegliche Arbeitsfelder sind auch Verbaende, Kammern, Ministerien, Statistische Aemter und internationale Organisationen.

G. Schmuecker, 15.11.1996


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