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Evaluierung hilft bei Reformen

11.12.1997 - (idw) Universität zu Köln

219/97 Evaluierung hilft bei Reformen Studentische Mithilfe verbessert die Lehre im Chirurgischen Praktikum

Die wissenschaftliche Untersuchung der Lehrveranstaltungen und deren Qualitaet kann das Augenmerk wieder staerker auf die Ausbildung des Nachwuchses lenken. Dadurch wird die Lehre wichtig und gute Lehre wird honoriert. Dieser UEberzeugung sind Dr. Rolf Lefering und Professor Dr. Edmund Neugebauer vom II. Chirurgischen Lehrstuhl der Universitaet zu Koeln. Eine AEnderung der Rahmenbedingungen ist zwar notwendig, jedoch muessen die entsprechenden Gesetze und Verordnungen auch in den Fachbereichen und Kliniken mit Engagement und Sachverstand umgesetzt werden.

Daher sollten alle Reformbemuehungen innerhalb der Hochschulen von Umfragen, sog. 'Evaluationen', begleitet sein. Sie erlauben eine Bestimmung der Lehrqualitaet und helfen, Schwachstellen im Lehrbetrieb aufzudecken. Die Rueckmeldung der Umfrageergebnisse an die Dozenten kann Anreize zur Verbesserung des eigenen Unterrichts geben.

Bei der Neugestaltung der Praktika im Rahmen eines neuen Studienplanmodells an der Chirurgischen Klinik der Universitaet zu Koeln wurden die Ergebnisse der vorherigen Evaluation miteinbezogen.

Das Praktikum der Chirurgie ist eine Kleingruppenveranstaltung fuer Studierende der Humanmedizin im 4. und 5. klinischen Semester. Es soll Inhalte, Methoden, Ergebnisse und Ziele der Chirurgie moeglichst zusammen mit direktem Patientenkontakt vertiefen. Dozenten fuer dieses Praktikum sind die Assistenz- und Oberaerzte der Chirurgischen Klinik. Der Unterricht wurde begleitend in Frageboegen von den teilnehmenden Studenten bewertet. Dabei wurde der Unterricht selber, aber auch Form und Inhalt der angebotenen Mitschriften bewertet. Diese Bewertung der Mitschriften erwies sich als aeusserst erfolgreich, da dadurch Schwachstellen identifiziert werden konnten. Nach zwei Semestern ist so Begleitmaterial entwickelt worden, welches auch von AErzten im Praktikum benutzt wird.

Je bekannter die Reformbemuehungen wurden, desto groesseren Zulauf erhielt der Unterricht. Dies fuehrte dazu, dass die Gruppen nach kurzer Zeit halbiert werden mussten, um die vorgesehene Gruppenstaerke von 7 bis 8 Studenten beizubehalten. Unterricht mit besseren Teilnahme- und Lernbedingungen ist im Interesse der Studenten und wird von diesen auch verstaerkt in Anspruch genommen. Besonders positive Auswirkungen hatte die Kurshalbierung auf die Moeglichkeit der Studenten, selber im Kurs taetig zu werden und auch vom Dozenten beruecksichtigt und gefordert zu werden. Diese Veraenderungen wurden von den Studenten in den Frageboegen positiv bewertet.

Durch die Einzelfrageboegen nach jeder Praktikumsstunde wurden differenzierte Analysen moeglich. Es konnten Profile fuer die einzelnen Kurse erstellt und Unterschiede innerhalb des Semesters ausgemacht werden. Diese Einzelerhebungen ermoeglichen es weiterhin, einzelne Studentengruppen zu untersuchen und auch jedem einzelnen Dozenten seine Einschaetzung durch die Studenten mitzuteilen. Die Ergebnisse der Umfragen werden in Abstaenden veroeffentlicht und sowohl Studenten als auch Dozenten zugaenglich gemacht. Letztere koennen dann in anonymisierten Rangreihen ihre eigenen Ergebnisse identifizieren und muessen keine Blossstellungen befuerchten.

Der Aufwand einer solchen detaillierten Umfrage, bei der jede Kursstunde untersucht wird, ist sehr hoch. Dadurch kann jedoch von einem repraesentativen Ergebnis ausgegangen werden und es koennen detaillierte Aussagen ueber die Qualitaet der einzelnen Lehrmethoden gemacht werden. Die Befragung, die in Koeln in fuenf aufeinander folgenden Semestern vorgenommen wurde, zeigt derart gleichmaessige Ergebnisse, dass es nicht noetig erscheint, sie permanent durchzufuehren, sondern nur in Abstaenden von mehreren Semestern.

Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Fuer Rueckfragen steht Ihnen Professor Dr. Hans Troidl unter der Telefonnummer 0221/8907-2770, Fax-Nummer 0221/893096 und der Email-Adresse H.Troidl@uni-koeln.de zur Verfuegung. Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web (http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.htm).

Fuer die UEbersendung eines Belegexemplares waeren wir Ihnen dankbar.


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