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4. Lebertag - Hepatitis C - Die unbekannte Gefahr

09.10.1997 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Bochum, 09.10.1997 Nr. 185

Von 600.000 nur ca. 20.000 in der Behandlung Das Eisberg-Phänomen bei der Hepatitis C 4. Lebertag: Appell gegen die Impfmüdigkeit

,Die Patienten müssen sich einbringen, informiert sein, den Arzt anstoßen ...", forderte Prof. Dr. Wolff Schmiegel (Direktor der Medizinischen Ruhr-Universitätsklinik am Knappschaftskrankenhaus Bochum) gestern anläßlich des 4. Bochumer Lebertags an der RUB. Angesichts eines rasenden Fortschritts in der Leberheilkunde und einer starken Belastung der Ärzteschaft durch immer mehr Regularien muß der Patient sein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Dies gilt besonders für die Hepatitis C, eine Virus-Erkrankung der Leber, die seit 1989 nachgewiesen werden kann, und die nicht selten tödlich endet. Wahrscheinlich sind 1% der Deutschen von dieser Infektion befallen, die meisten ohne ihr Wissen, da die Erkrankung zunächst keine, oder nur unspezifische Beschwerden macht. Obwohl etwa 600.000 bis 800.000 infiziert sind, werden zur Zeit nur 10.000 bis 20.000 Menschen behandelt. Ziel des Lebertages war es, den gewaltigen Informationsstau abbauen zu helfen. Mehr als 300 Patienten und Ärzten nahmen daran teil.

Diagnose...

Kein Schmerz, sondern ein langanhaltender, unklarer Leistungsabfall kann auf eine Hepatitis C hindeuten. Klarheit schafft nur die Labor-Diagnostik. Zunächst sollten die traditionellen Leberwerte festgestellt werden: Gamma- GT, GPT und GOT. Sind diese Werte erhöht, kann der Arzt das Blut - in einem preiswerten Test - auf eventuelle Antikörper der Hepatitis C untersuchen. Letzte Sicherheit bietet dann eine gentechnologische Diagnose.

... Therapie

In mehr als 40 % der Fälle ist der Weg der Ansteckung unklar. Leider gibt es gegen Hepatitis C auch noch keine Impfung. Die Therapie besteht in der Gabe von Interferon Alpha - eine durchaus nicht nebenwirkungsfreie und teure Behandlung. Die Kosten summieren sich auf 30.000 DM pro Jahr. Für den normalen Allgemeinmediziner bedeutet dies, daß schon wenige Patienten sein ,gedeckeltes Budget" sprengen können. Der Patient sollte deshalb seine Laborwerte kennen und auch schon bei geringer Erhöhung der Leberwerte über mehr als sechs Monate seinen Arzt zu einer weiteren Abklärung drängen.

Impfmüdigkeit besonders in Deutschland

Mit einer Kombinationsimpfung ist es möglich, sich gegen die nicht minder gefährlichen Virusinfektionen Hepatitis A und B zu schützen. Hepatitis A tritt vor allem als Folge von Fernreisen in Länder mit unsauberem Trinkwasser auf. Hepatitis B wird durch Blut-zu-Blut- und sexuellen Kontakt übertragen. Hier bietet sich eine frühe Impfung im Kleinkindalter an, die auch von den Kassen bezahlt wird. Bei vollständiger Impfung der Bevölkerung gegen Hepatitis B ließe sich ein ähnlich guter Erfolg erzielen, wie bei der Ausrottung des Pockenvirus. Für Erwachsene ist die Kombinationsimpfung gegen Typ A und B eine sinnvolle Prophylaxe: Nach drei Impfterminen innerhalb eines halben Jahres besteht ein Impfschutz für mindestens zehn Jahre - zum Preis von 300,_ DM.

"Leber-Telefon" in Bochum

Als besonderen Service für die Region bietet die Medizinische Universitätsklinik im Knappschaftskrankenhaus (Bochum Langendreer) Hilfestellung in Fragen zu Lebererkrankungen: Telefon-Nr. 0234/299-3957. Weitere Informationen auch über die Deutsche Leberhilfe, die jüngst ihr zehnjähriges Bestehen feiern konnte, und über die Deutsche Hepatitis-Liga.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Wolff Schmiegel, Direktor der Medizinischen Ruhr-Universitätsklinik am Knappschaftskrankenhaus Bochum, Tel.: 0234/299-3400

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