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Verleihung der Ehrendoktorwürde an Prof. Lehmann

13.01.1997 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Verleihung der Ehrendoktorwuerde an Prof. Dr. Dietrich Lehmann

Zuericher Neurophysiologe von der Medizinischen Fakultaet geehrt

Am 24. Januar 1997 verleiht die Friedrich-Schiller-Universitaet Jena die Ehrendoktorwuerde an Prof. Dr. med. Dietrich Lehmann. Der Dekan der Medizinischen Fakultaet, Prof Dr. Eberhard Straube, wird die Auszeichnung an den Professor fuer Klinische Neurophysiologie an der Universitaet Zuerich im Rahmen eines oeffentlichen Festaktes ueberreichen.

Die Festveranstaltung findet am 24. Januar 1997, 15.15 Uhr, in der Aula der Friedrich-Schiller-Universitaet Jena (Fuerstengraben 1) statt. Dort wird Prof. Lehmann einen Vortrag zum Thema "Die Bausteine des Denkens und Bewusstseins im hirnelektrischen Feld" halten.

Den Antrag zur Ehrenpromotion von Prof. Dr. Dietrich Lehmann haben Mitglieder des Jenaer Forschungsschwerpunktes "Klinischorientierte Neurowissenschaften" gestellt. Damit war der Wunsch und die Zielstellung verbunden, einen der international fuehrenden und angesehensten Forscher auf dem Gebiet der Elektroenzephalographie (EEG) zu ehren und gleichzeitig seine langjaehrige Unterstuetzung beim Aufbau der klinischen Neurowissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universitaet Jena zu wuerdigen. Prof. Lehmann ist einer der produktivsten Hirnforscher, der schon frueh mit verschiedenen Verfahren der elektrophysiologischen Registrierung von Hirnprozessen in verschiedenen grundlagenorientierten und klinischen Gebieten der Neurologie, Psychologie und Methodologie hervortrat. Ohne Zweifel kann Prof. Lehmann zu den wesentlichen Wegbereitern moderner Verfahren der Analyse kognitiver Prozesse des menschlichen Gehirns gerechnet werden. Darueber hinaus hat sich Prof. Lehmann in seinem wissenschaftlichen Werk immer auch um klinisch neurowissenschaftliche Fragestellungen und um neuropathologische Prozesse gekuemmert, die ebenfalls mit Hilfe der von ihm weiterentwickelten Methoden einen neuen Zugang der Beobachtung und Analyse erhielten. Der wohl wichtigste Beitrag zur EEG-Forschung wurde von ihm auf methodischem Gebiet geleistet. Dort war er insbesondere Wegbereiter fuer Mappingverfahren und sogenannter Quellenanalysen, die heute im Feld der Elektroenzephalographie, der Psychophysiologie und der kognitiven Neurowissenschaften nicht mehr wegzudenken sind. Die von ihm bereits in den 60er und 70er Jahren entworfenen Methoden zur Analyse komplexer Vorgaenge im menschlichen Gehirn waren von Anfang an wegbereitend. Sie haben Prof. Lehmann ein hohes Renommee im Bereich der nationalen und internationalen Hirnforschung eingebracht. Dies wird durch seine zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen in den besten Zeitschriften des Faches wie auch durch seine Mitwirkung in verschiedenen Herausgebergremien national und international renommierter Zeitschriften unterstrichen. Einige neurowissenschaftlich arbeitende Forschungsgruppen an der Medizinischen Fakultaet der Friedrich-Schiller-Universitaet Jena nahmen bereits 1986 Kontakt zu Prof. Lehmann auf, da damals ohne aeussere Hilfe und Beratung das Erreichen eigener, jenaspezifischer Zielstellungen nicht realistisch war. Die notwendige praktische Hilfe und Beratung wurde von Prof. Lehmann gewaehrt bzw. vorgenommen, so dass international konkurrenzfaehige, methodische Entwicklungen mit den entsprechenden klinischen Forschungsthemen begonnen werden konnten, die noch heute die tragenden Saeulen des Forschungsschwerpunktes "Klinisch-orientierte Neurowissenschaften" darstellen, der in den Verbund fuer Klinische Forschung (VKF) integriert ist. Indem er den Methodenentwicklungen und den klinischen Anwendungen in Jena die Richtung wies, hat Prof. Lehmann also bereits vor der offiziellen Bildung dieses Forschungsschwerpunktes den Teil der neurowissenschaftlichen Forschung mitgepraegt. Dieser Stil charakterisiert auch seine Taetigkeit als Gutachter des Bundesforschungsministeriums (BMBF) und Sprecher des wissenschaftlichen Beirates fuer den BMBF-Foerderschwerpunkt "Klinischorientierte Neurowissenschaften'; er war bis 1995 als BMBF-Gutachter fuer Jena zustaendig. Er sah die neuen Chancen durch den Aufbau eines biomagnetischen Zentrums und unterstuetzte die entsprechenden Initiativen nachhaltig. Die ausserordentlich kritische Begutachtung der Projekte und deren Ergebnisse sowie die Vorschlaege zur Buendelung der Arbeiten von Forschungsgruppen half Defizite der damals noch fehlenden Forschungsprofilierung aufzufangen. Letztendlich wurde mit seiner Hilfe eine neue Struktur der Forschungsfoerderung vorgeschlagen (Zentralprojekte innerhalb von Forschungsschwerpunkten), die fuer den Jenaer Verbund fuer Klinische Forschung uebernommen wurde.


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