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Auch RUB-Maschinenbauer leuchten

26.05.1997 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Bochum, 26.05.1997 Nr. 99

Weil es nicht nur auf Fachwissen ankommt

Leuchtturmprojekt ,B.I.S." an der Fakultät für Maschinenbau

Auch Lehrende werden für neue Aufgaben weitergebildet

Gezielte Vorbereitung auf die Praxis: Unter dem Namen ,B.I.S." - Berufsfähigkeit im Ingenieurstudium - läuft seit dem 01. März 1997 ein interdisziplinäres Studienreformprojekt an der Ruhr-Universität Bochum (Leitung: Prof. Dr.-Ing. Ewald G. Welp, Lehrstuhl für Maschinenelemente und Konstruktionslehre). Ziel des Vorhabens ist die Verbesserung der Berufsfähigkeit der Absolventen der neuen Vertiefungsrichtung ,Konstruktionstechnik und Produktionsautomatisierung" an der Fakultät für Maschinenbau, für die im Wintersemester 1998/99 erstmals das Hauptstudium angeboten wird. Gemeinsam mit dem Weiterbildungszentrum (WBZ) der RUB werden die an der Vertiefungsrichtung beteiligten Lehrstühle aktuelle Lehrveranstaltungen analysieren und hierauf aufbauend fachlich sowie didaktisch neu konzipieren und erproben. Mit Hilfe innovativer Veranstaltungsformen wollen die am Projekt beteiligten Lehrenden eine praxisnähere Ausbildung gewährleisten und nicht nur reines Fachwissen vermitteln. Für die hierzu erforderliche Erweiterung der methodischen, didaktischen und sozialen Kenntnisse der Lehrenden wird das WBZ geeignete Beratungs- und Weiterbildungprogramme anbieten.

Veränderte Anforderungen an Ingenieure

Seit etwa Mitte der 80er Jahre gibt es deutliche Anzeichen für eine tiefgreifende Änderung der internen und externen Rahmenbedingungen für Maschinenbauunternehmen. Dies hat auch Folgen für die Qualifikation und Ausbildung der Ingenieure dieses Fachzweiges. Veränderte Kundenanforderungen, technologische Entwicklungen, internationaler Wettbewerb sowie Faktoren wie die steigende Komplexität der Produkte und eine wachsende Spezialisierung der Aufgabenbereiche stellen die Absolventen vor neue Berufsbedingungen. Zukünftige Ingenieure benötigen neben Fachkenntnissen weiterreichende Fähigkeiten, um in Unternehmen abteilungsübergreifend kommunizieren und kooperieren zu können. Die Mitarbeit an projekt- und prozeßorientierten Arbeitsabläufen erfordert von ihnen auch soziale und methodische Kompetenzen.

Neue Studieninhalte

Die Lehre muß diese gewandelten Anforderungen stärker berücksichtigen. Berufsfähigkeit als Kombination aus Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz soll in Veranstaltungsformen vermittelt werden, bei denen die Selbständigkeit der Studierenden im Mittelpunkt steht. Praktisch geschieht dies in Projektübungen, inhaltlichen Verkettungen von Übungen über mehrere Lehrstühle, Studienarbeiten im Team und Seminaren. Bei diesen Lehrangeboten spielen Problemstellungen aus der Praxis, die Einübung von Rhetorik und Präsentation sowie der Einsatz von Multimedia eine zentrale Rolle. Nach erfolgreicher Entwicklung und Erprobung sollen derartige Veranstaltungsformen in das Lehrangebot der neuen Vertiefungsrichtung ,Konstruktionstechnik und Produktionsautomatisierung" im Wintersemester 1998/99 aufgenommen werden.

Lernziele und Weiterbildung

Ein solches Studienangebot zielt auf eine andere Art der Vermittlung und Aneignung von Lerninhalten als ,klassische" Veranstaltungsformen. Die dabei auf Selbständigkeit ausgerichteten und problemlösenden Methoden verfolgen die Lernziele des Leuchtturmprojekts: Qualifizieren zu selbstverantwortlichem Planen und Durchführen von Arbeitsprozessen, Entwicklung und Förderung von Kommunikationsfähigkeit und Teamarbeit sowie von übergreifenden und persönlichkeitsentwickelnden Fähigkeiten. Die angestrebten Lehr- und Lernverfahren verlangen von den Lehrenden ein hohes Maß an methodischer und sozialer Kompetenz. Das WBZ wird im Zuge des Projekts ein hochschuldidaktisches Weiterbildungsangebot für die Dozenten/innen konzipieren und durchführen. Von zahlreichen Themenbereichen sollen u.a. der Medieneinsatz in der Lehre, die Steuerung von Gruppenprozessen und die Leitung von Diskussionen Gegenstand der Weiterbildung sein.

Bewilligung für zwei Jahre

Das Leuchtturmprojekt ,B.I.S." wurde für eine Laufzeit von zwei Jahren (bis zum 28.02.1999) vom Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes NRW bewilligt. Es gehört im Rahmen des Aktionsprogramms ,Qualität der Lehre" zu innovativen Studienreformprojekten mit überregionaler Bedeutung, die durch das Ministerium gefördert werden.

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. E. G. Welp, Dipl.-Ing. A. Putzmann, Lehrstuhl für Maschinenelemente und Konstruktionslehre, Gebäude IB 2/152, Tel.: 0234/700-2636, Fax: 0234/7094-159;

A. Dworak, M.A., Dipl.-Ing. B. Christmann, Dipl.-Päd. K. Hellermann, Weiterbildungszentrum, Gebäude LOTA, Tel.: 0234/700-7429, Fax: 0234/7094-255


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