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Der lange Weg nach Jena

03.12.1996 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Der lange Weg nach Jena

Aufstellung von Abguessen antiker Skulpturen an der Universitaet

25 Abguesse antiker Skulpturen aus dem ehemaligen Archaeologischen Museum der Friedrich-Schiller-Universitaet Jena werden am 6. Dezember 1996 im Rahmen der offiziellen UEbergabe von Raeumlich- keiten an die Universitaet im innerstaedtischen Campus am Ernst- Abbe-Platz durch den Thueringer Wissenschaftsminister der OEffent- lichkeit praesentiert.

Die Gipsabguesse von griechischen Originalen, kaiserzeitlich- roemischen Kopien nach beruehmten griechischen Kunstwerken aller Epochen und von roemischen Denkmaelern vermitteln Menschenbild und Kunstauffassung jener Zeiten in verschiedensten Darstellungen. Erlaeuterungen geben Auskunft ueber ehemalige architektonische Einbindung und Bedeutung.

Die Werke waren monumentaler Bestandteil des Archaeologischen Museums der Universitaet Jena, das - 1846 gegruendet - bis 1962 existierte und zuletzt 604 Abguesse umfasste. Fuer diese Abgusssamm- lung hatte der Architekt des Jenaer Universitaetshauptgebaeudes, Theodor Fischer, 1908 in Gestalt des Suedostfluegels einen reprae- sentativen Rahmen geschaffen: das durch einen eigenen Eingang der OEffentlichkeit zugaengliche Archaeologische Museum. 1962 er- folgte allerdings die Vertreibung der Abgusssammlung aus Jena, da der grosse Ausstellungsraum zugunsten anderer Nutzung (Biblio- theksmagazine, Kueche, Kaffeestube) aufgegeben werden musste. 482 Objekte gingen als Dauerleihgabe an das Schlossmuseum in Sonders- hausen, wo sie 20 Jahre lang zu sehen waren, bis das Schlossmu- seum den Leihvertrag aus Platzgruenden kuendigte. Die damalige Universitaetsleitung sah keine Moeglichkeit zur Rueckfuehrung der Sammlung nach Jena, so dass die UEbertragung der Abguesse an die Staatlichen Museen zu Berlin im Jahre 1983 der einzige Weg war, die Sammlung vor Zerstreuung und Untergang zu retten.

Die Transporte und zehnjaehrige Magazinierung in den Kellern des Pergamon-Museums verschlechterten den Erhaltungszustand sehr. Erst 1994 brachen fuer die Skulpturen wieder bessere Zeiten an: Die beduerftigen wurden notrestauriert, alle kamen mit einem sachgerechten Kunsttransport in ein klimatisiertes grosses Depot der Berliner Museen/Stiftung Preussischer Kulturbesitz. Die Di- rektorin des Jenaer Instituts fuer Altertumswissenschaften, Prof. Dr. Angelika Geyer, bemueht sich seit ihrem Amtsantritt um eine Rueckfuehrung der Abgusssammlung. Die oeffentliche Praesentation ausgewaehlter Objekte im Campus am Ernst-Abbe-Platz, die so u.a. zusammen mit den Skulpturen Frank Stellas eine Art "Kunstforum" bilden, stellt einen ersten Schritt in dieser Richtung dar.

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