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Orgelbau in RUB kommt gut voran

16.04.1998 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Bochum, 16.04.1998 Nr. 79

Umbau kommt gut voran

Eine Konzertorgel für das Audimax

RUB zieht bald an 82 Registern mit 6400 Pfeifen

Um einen lang gehegten Traum zu verwirklichen, wird seit Januar im Audi max bereits fleißig gearbeitet: Stuhlreihen verschwinden, ein Stahlgerüstfundament wurde eingebaut, der Durchbruch für das Windwerk ist fertig und das Instrument wird bereits eingebaut: Es entsteht eine Konzertorgel, die ab September 1998 die Attraktivität des Audi max der RUB als Veranstaltungssaal erhöhen wird. Die RUB hat dazu 1996 die Fa. Orgelbau Klais (Bonn) beauftragt. Die viermanualige Orgel mit 82 Registern und ca. 6400 Pfeifen - in Dimension und Ausstattung einmalig im Ruhrgebiet - soll erstmals im Herbst 1998 erklingen. Sie wird für Konzerte des Chors und Orchesters der RUB, der regelmäßig im Audi max auftretenden Bochumer Symphoniker, an den Bochumer Orgeltagen sowie für Solokonzerte von namhaften Interpreten genutzt werden.

Mit Hilfe von Stiftungen und Spenden

Bereits die Konzeption des Audi max als Stätte von Kongressen, Tagungen und kulturellen Veranstaltungen sah den Einbau einer Konzertorgel vor. Dieser unterblieb dann aus Kostengründen. Nun konnte weitgehend mit Hilfe von Stiftungen und Spenden (Sparkasse Bochum, Stiftung für Kultur und Wissenschaft der Sparkasse Bochum und Gesellschaft der Freunde der RUB) die Finanzierung eines rund 2,7 Mio DM teuren Instruments gesichert werden.

International renommierter Orgelbauer

Den Zuschlag für die Orgel erhielt der international renommierte Orgelbauer Johannes Klais (Bonn), nachdem eine kleine Kommission fünf Angebote von vier Orgelbauern geprüft, mehrere Orgelstätten besichtigt und der Elektrotechniker Prof. Dr. Jens Blauert, die Akustik im Audi max simuliert hatte. Grundlage für die Angebote war eine Disposition Organisten Bernhard Buttmann, der als von der RUB beauftragter Sachverständiger auch den Bau der Orgel begleitet. Der Auswahlkommission gehörten an: Kanzler Dr. Bernhard Wiebel, Fritz Bahlo (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bochum und Stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde der RUB), Dr. Hans Jaskulsky (Universitätsmusikdirektor der RUB, UMD), Bernhard Buttmann (Organist der Christus-Kirche); sie wurden unterstützt vom staatlichen Bauamt und dem Audi max-Architekten (Architektenbüro Hentrich, Petschnigg und Partner, Düsseldorf).

Mechanischer und elektrischer Spieltisch

Eingebaut wird von Klais, der bereits vergleichbare Orgeln in der Kölner Philharmonie, in Bad Säckingen und in Kyoto (Japan) errichtet hat, zwischen April und September 1998 in das südliche Oval des großen Saals im Audi max die viermanualige Konzertorgel mit 82 Registern, ca. 6400 Pfeifen und zwei voneinander unabhängigen Spieltischen: einem mechanischen Spieltisch unmittelbar an der Orgel und einem elektrischen Spieltisch, mit dem die Orgel aus der Orchestermitte bespielt werden kann. Auch mit ihrer Dimension von 9,5 m Breite, 11 m Höhe und 4 m Tiefe sowie einem Gewicht von knapp 30 Tonnen wird die Orgel im Audi max der RUB nichts Vergleichbares im Ruhrgebiet finden.

Symphonische Musik des 19. und 20. Jahrhunderts

Damit entsteht in Bochum ein vielseitig verwendbares Instrument, das Orgelmusik in ihrer stilistischen Vielfalt - mit Schwerpunkt im Bereich der symphonischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts - angemessen wiedergeben kann. UMD Dr. Jaskulsky, der als Kustos für die sinnvolle Nutzung des Instruments die Verantwortung übernehmen wird, plant universitäre Veranstaltungen mit orchesterbegleiteten Orgelkonzerten (mit dem Collegium instrumentale und dem Universitätsorchester) und die Verwendung der Orgel für chorsymphonische Werke - als Generalbaßinstrument in Kantaten bis zum Einsatz bei Chorsymphonien. In Zusammenarbeit mit Buttmann soll eine Konzertreihe konzipiert werden, in der die internationale Organistenelite in Soloabenden zu hören sein wird.

Einbau wissenschaftlich begleitet

Wissenschaftlich begleitet wird die Entstehung der Orgel von der Konzeption bis zur endgültigen Fertigstellung und den ersten Konzerten von Prof. Dr. Christian Ahrens (Musikwissenschaftliches Institut, Fakultät für Geschichtswissenschaft der RUB) und seinen Studierenden. Sie werden in Zusammenarbeit mit Prof. Blauert auch die akustischen Besonderheiten des neuen Instruments messen und analysieren. Am Ende wird eine Dokumentation für die allgemeine und die Fach-Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, in der die Besonderheiten der Disposition von Buttmann mit neuesten wissenschaftlichen Methoden festgehalten sind.


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