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Trauer um Prof. Volkmann

07.01.1997 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Bochum, 07.01.1997 Nr. 3

Tragische und ungeklaerte Umstaende - Prof. Dr. phil. Hartmut Volkmann ist tot

Beliebter und engagierter Geographiedidaktiker

Mit Trauer und Betroffenheit vernahmen die Ruhr-Universitaet Bochum und ihr Geographisches Institut, dass Prof. Dr. phil. Hartmut Volkmann, einer der renommiertesten Geographiedidaktiker Deutschlands, tot ist. Er kam in der Sylvesternacht 1996 in Toronto (Kanada) auf tragische, bislang noch nicht restlos geklaerte Weise ums Leben.

Fuer die Ausbildung der Gymnasiallehrer besonders eingesetzt

Am Geographischen Institut der RUB war Prof. Volkmann fuer die Ausbildung der Gymnasiallehrer zustaendig. In dieser Funktion hat er ueber die Inhalte und Methoden, die Voraussetzungen und Auswirkungen geographischen Unterrichts an Schulen geforscht und gelehrt. Er hat den Arbeitsbereich Geographiedidaktik massgeblich mitgestaltet und ihm ein auch international anerkanntes Profil gegeben.

Biographisches

Hartmut Volkmann wurde am 05.09.1941 in Halle/Westf. geboren. Nach dem Abitur 1960 studierte er in Freiburg und Mainz Geographie und Anglistik/Amerikanistik. 1967 legte er das 1. Staatsexamen ab, dem sich 1970 das 2. Staatsexamen anschloss. Zwischenzeitlich war er in Schweden als Sprachlehrer taetig, wobei er zugleich Material fuer seine Dissertation ueber ,Die Kulturlandschaft Norrbottens und ihre Wandlung seit 1945" sammelte. Waehrend er bereits als Studienrat an einem Wiesbadener Gymnasium taetig war, wurde er 1972 promoviert. Die beiden Hauptschwerpunkte seiner Arbeit waren die Erforschung der Geographie Nordeuropas und Nordamerikas und die Aufbereitung geographischer Forschung fuer schulisches Lernen. Sie haben ihm zunaechst die Berufung auf eine Dozentur an der Universitaet Giessen und dann 1978 an die RUB eingebracht, wo er 1983 zum Professor fuer Geographiedidaktik ernannt wurde.

Moderne Geographiedidaktik massgeblich beeinflusst

In Forschung und Lehre vertrat Hartmut Volkmann konsequent und ueberzeugend die Auffassung, dass alles didaktische Bemuehen dem Ziel dienen muss, den Unterricht in Geographie zu verbessern und zu verlebendigen. Entsprechend breit waren seine Aktivitaeten gespannt. Er hat durch seine theoretischen Schriften, seine unterrichtspraktischen Beispiele und die kritische Wuerdigung der Diskussion die Entwicklung der modernen Geographiedidaktik massgeblich beeinflusst. Besondere Auswirkungen hatten seine UEberlegungen zur Schulbuchanalyse, zur Mediengestaltung und zur Umwelterziehung. Zunehmend wurde seine Arbeit durch sein Eintreten fuer die Rechte von Minderheiten und fuer die Bewahrung der Natur gepraegt, wobei globale Perspektiven in den Vordergrund traten. So war es nur konsequent, dass er als Berater in die Schulreform in Nordrhein-Westfalen eingebunden und zu Gastvortraegen ins Ausland eingeladen wurde.

Engagement in universitaerer Selbstverwaltung

Mit gleicher Konsequenz engagierte er sich in der universitaeren Selbstverwaltung. Als ehemaliger Geschaeftsfuehrender Direktor und als Mitglied zahlreicher Kommissionen hat er mit hohem Einsatz und grosser Menschlichkeit innovativ und integrierend fuer das Geographische Institut gewirkt sowie als Mitglied der Universitaetskommission fuer Lehre und ihr zeitweiliger kommissarischer Leiter ueber das Fach hinaus der ganzen Universtitaet gedient.

Profilierter Wissenschaftler und beliebter Kollege

Durch den Tod Hartmut Volkmanns verlieren die Ruhr-Universitaet Bochum und ihre Fakultaet fuer Geowissenschaften einen profilierten Wissenschaftler, engagierten Hochschullehrer und beliebten Kollegen. Sie fuehlen sich ihm ueber den Tod hinaus in ehrendem Andenken verbunden.

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