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Bus- und Bahnfahren per Chipkarte

05.02.1998 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Mediendienst 2-1998 Thema 5

Bus- und Bahnfahren per Chipkarte Mit kontaktlosen Chipkarten lassen sich die Zahlungsmodalitaeten im oeffentlichen Nahverkehr enorm erleichtern - Karte am Lesegeraet vorbeiziehen und fertig. Eine verbesserte Produktionstechnik macht die Massenfertigung noch schneller und kostenguenstiger.

Keine Fahrkarte ohne das passende Geld. Haeufig steht der Bundesbuerger verzweifelt vor dem Fahrkartenautomaten: Der Geldschein wird nicht geschluckt, die letzten fuenfzig Pfennig fehlen, die Fahrkarte wird nicht ausgespuckt oder klemmt beim Entwerten. Anders in der nordkoreanischen Hauptstadt Seoul: Wer sich dort mit oeffentlichen Nahverkehrsmitteln fortbewegt, bezahlt sein Ticket ohne grossen Aufwand - mit einer kontaktlosen Chipkarte. Bestellt haben die Koreaner die Technik in Deutschland: Lieferant der praktischen Zahlungsmittel ist das mittelstaendische Unternehmen PAV-Card in Schleswig-Holstein. Damit die Firma ihre Marktfuehrerposition halten kann, soll das schnelle und kostenguenstige Produktionsverfahren fuer kontaktlose Chipkarten nun mit Hilfe des Fraunhofer-Instituts fuer Siliziumtechnologie ISIT in Itzehoe verbessert werden. Das Land Schleswig-Holstein unterstuetzt dieses zukunftstraechtige Projekt mit finanziellen Mitteln.

Kontaktlose Chipkarten arbeiten mit einer integrierten Miniantenne. Diese empfaengt elektromagnetische Wellen aus einem Lesegeraet. Der grosse Vorteil: Die Karte muss nicht mehr in das Geraet gesteckt werden. Es reicht aus, eine Taste am Lesegeraet zu druecken und die Karte in einem Abstand von zehn Zentimetern daran vorbeizuziehen. "Fahrgaeste muessen sie nicht einmal aus dem Geldbeutel holen", fuehrt ISIT-Projektleiter Wolfgang Reinert aus. "In einer Zehntelsekunde ist der Vorgang abgeschlossen." Die Karten koennen immer wieder aufgeladen werden und halten mehrere Jahre. Bislang verursacht die Herstellung dieser Chipkarten hohe Fertigungskosten: Die Antenne muss erst an das Elektronikmodul geloetet oder geschweisst werden und dann durch Laminieren zwischen zwei Traegerfolien in die Karte eingefuegt werden. Um die Produktion zu vereinfachen, modifizieren die ISIT-Forscher zunaechst die Kontaktfelder der Mikrochips. Antennenspule und Mikrochip koennen jetzt direkt miteinander verbunden und in die Karte eingebracht werden.

Fuer die Fertigung dieser Chipmodule setzen Wolfgang Reinert und seine Kollegen Verfahren der Siliziumtechnologie ein. Anstelle einzelner Module werden zukuenftig etwa 2 500 auf einmal hergestellt. Die schnelle Produktionstechnik soll PAV-Card eine Spitzenposition fuer kontaktlose Karten sichern. Der weltweite Markt fuer diese Karten wird bis zum Jahr 2000 auf 250 Millionen Stueck geschaetzt. Auf diesem wachsenden Markt zaehlt Schnelligkeit.

Weitere Informationen: Wolfgang Reinert Telefon 0 48 21/17-46 17 Telefax 0 48 21/17-46 90 Fraunhofer-Institut fuer Siliziumtechnologie ISIT Fraunhoferstrasse 1 D-25524 Itzehoe email: reinert@isit.fhg.de

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