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RUB wird komplett renoviert

27.03.1998 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Bochum, 1. April 1998 Nr. 69

,Die RUB verschönern" - Mit Farbe, Tapeten und neuen Stoffen

Rektorat ruft ,das Jahr der Erneuerung" aus

Alle Mitglieder der RUB sind aufgefordert worden, ,ihre" Universität zu verschönern, sprich Büros, Seminarräume und Flure nach eigenen Vorstellungen neu zu gestalten. Das Rektorat der RUB hat kürzlich ein ,Jahr der Erneuerung" ausgerufen und vor wenigen Tagen über Rundschreiben, Professoren/innen, wissenschaftliche Mitarbeiter/innen, Mitarbeiter/innen in Technik und Verwaltung sowie die Studierenden zur Eigeninitiative aufgerufen. Die beste Leistung wird mit 5.000 DM ausgezeichnet werden.

Material in ausreichender Menge beschafft

Die notwendigen Utensilien für die Verschönerung können am 01.04.1998 in der Materialverwaltung gegen Nachweis der Zugehörigkeit zur RUB abgeholt werden. Das Rektorat hat aus Mitteln der Finanzautonomie in einem ersten Schwung 5.000 Eimer weißer Farbe, 10.000 Farbrollen, ein Spektrum von 15 Abtönfarben, sowie die dazu notwendigen Rollen Tapeten und Mengen Kleister beschaffen lassen. Außerdem stehen mehrere Hundert Ballen Stoff für Gardinen, Tischdecken und Schonbezüge zur Verfügung. Um den kreativen Bedürfnissen insbesondere der Studierenden gerecht zu werden, sind mehrere Hundert Spraydosen beschafft und Freiflächen an verschiedenen Wänden auf dem Campus gekennzeichnet worden, auf denen Graffittis erlaubt sind. Eine Jury wird die ästhetische Leistung der Teilnehmer am Wettbewerb prämieren: Das Preisgeld von 5. 000 DM ist der originellsten Renovierung bzw. der besten künstlerischen Leistung vorbehalten.

Graffitti statt "Latrinenparolen"

Seit Jahren beklagen immer wieder Mitarbeiter/innen, daß in der RUB Büro-, Seminar- und Vorlesungsräume total verkommen, Flure verdrecken, Aufzüge und Toiletten mit ,Latrinenparolen" verschmiert werden. Viele dieser Räume haben seit ihrem Erstbezug keine Farbe mehr ,gesehen" - sprich: sie sind seit Bestehen der RUB (1965) noch nie renoviert worden. Nicht zuletzt deswegen leidet in zahlreichen Bereichen die Motivation der Mitarbeiter/innen; dies haben RUB-Psychologen durch Befragung herausbekommen.

Mittel für die Bauunterhaltung für 1998 bereits verbraucht

Das Land hat aber 1998 erneut versäumt, ausreichend Mittel für die Bauunterhaltung in den Haushalt der RUB einzustellen. ,Schon in den ersten drei Monaten haben wir die Mittel für das ganze Jahr verbraucht", klagt zurecht der für die Bauunterhaltung verantwortliche Dezernent der Uni-Verwaltung.

"Damit wir nicht noch 30 Jahre auf Renovierungen warten müssen"

Deshalb hat sich das Rektorat zu diesem ,Befreiungsschlag" entschlossen, vor allem nachdem bereits in der Vergangenheit einzelne Professoren Eigeninitiative bewiesen und selbst zu Quast und Rolle gegriffen hatten. Wurde ihnen damals seitens der Verwaltung noch ,Sachbeschädigung" vorgeworfen und mit ,Schadensersatz" gedroht, so stellt sich heute für den Baudezernenten die Lage anders dar: ,Die RUB kann sich nur zwei Anstreicher leisten, die aber sind völlig überfordert. Wenn wir in diesem Tempo weitermachen, werden viele Räume noch weitere 30 Jahre auf neue Farbe und Tapeten warten müssen." Das Rektorat hofft, durch diese Aktion die Identifikation der Mitglieder mit ihrer alma mater zu stärken. Übrigens: Mit gutem Beispiel gehen die Rektoratsmitglieder sie selbst an: Ab dem 1. April wollen sie nicht nur die Räume von Rektor und Kanzler gründlich renovieren, sondern auch die Räume in den eigenen Lehrstühlen.

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