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Arbeitstagung Fachdidaktiker Chemie

05.05.1997 - (idw) Universität Bayreuth

Medienmitteilung der Uni Bayreuth, Nr. 19/97, 5. Mai 1997

Bayerische Chemie-Fachdidaktiker einig:

BILDUNGSMAKRT LAESST SPARKONZEPT BEI FACHDIDAKTIKERN NICHT ZU

Thema: Entwicklungsdynamik uebertragen und Begriffe harmonisieren

Bayreuth (UBT). Einerseits die Uebertragung der Entwicklungsdynamik in die Lehrerbildung, andererseits eine begriffliche Harmonisierung der Fachdidaktik Chemie, aber auch die Einigkeit, dass der Bildungsmarkt es nicht zulassen wird, dass Fachdidaktiken kleingespart werden - das waren die zentralen Themen einer Arbeitstagung der bayerischen Fachvertreter fuer Didaktik der Chemie, die jetzt in der Oekologischen Aussenstation der Universitaet Bayreuth in Wallenfels stattfand. Eingeladen hatte dazu der Fachvertreter an der Universitaet Bayreuth, Studienrat Walter Wagner.

Laut Wagner spielte sich die Tagung vor dem Hintergrund einer Bildungslandschaft ab, die "von einer Vielfalt von Thematiken zerpfluegt" ist. Sie reichen von der Infragestellung des Wertes von Fachdidaktik (Geldeinsparen) und Probleme in der Unterrichtsforschung (Mangel an Lehrstuehlen fuer Didaktik der Chemie) in Verbindung mit erschwertem Zugang zu Schulen fuer Forschungszwecke ueber die Koedukationsdebatte (Maedchen von Jungen in Naturwissenschaften getrennt unterrichten) bis hin zur sinnvollen Integration der neuen Medien in den Fachunterricht (multimediale Lernprogramme und Informationsressourcen des Internet). Die Gruppe habe erkannt, sagte Wagner weiter, dass man die Themen arbeitsteilig koordinieren muessen, um die Vielfalt der Diskussionen nicht nur verfolgen zu koennen, sondern auch aktiv mit Beitraegen in sie einzugreifen.

Bei der Lehrerbildung muessten die Dynamik der gesellschaftlichen, politischen und fachlichen Entwicklung uebertragen werden. Deshalb wurden Konzeptionen zur Umsetzung der neuen Lehrplangeneration bis auf die Ebene der Hauptschulen ausgetauscht: Neue Inhalte in Vorlesungen und Seminaren fuer Studenten zum Thema faecheruebergreifender Unterricht sollen demnaechst ergaenzt werden durch moderne Veranstaltung der Lehrerfortbildung. In denen sollen in Symbiose mit Fachwissenschaften wohl Informationen gegeben als auch Umsetzungskonzeptionen anhand von konkreten Beispielen angeboten werden.

Bei den Fachbegriffen ist festzustellen, dass immer neue auftauchen, alte teilweise ihre Bedeutung wandeln. Wagner: "Besonders von der Fachdidaktik naturwissenschaftlicher Faecher wird verlangt, dass sie persoenlich gefaerbte Begriffsfelder geisteswissenschaftlicher Nachbardisziplinen, auf die man durchaus angewiesen ist, mit der Praezision ausschaerft, wie man es von naturwissenschaftlich eindeutigen Begriffen gewohnt ist." Das Ergebnis soll nicht zuletzt Studenten das Verstaendnis von zentralen Pruefungsfragen des Staatsexamens erleichtern. Mit der begrifflichen Harmonisierung will man sich schwerpunktmaessig bei dem Treffen im kommenden Jahr beschaeftigen.

Ansonsten herrschte unter den Chemiefachdidaktikern Einigkeit, dass der Bildungsmarkt ein Sparkonzept bei den Fachdidaktikern nicht zulassen wird. In allen Bereichen, zwischen Fachwissenschaft und Oeffentlichkeit, Industrie und Fachjournalismus Umschueler und Fachingenieur, werden auf Grund der Wissensanhaeufung die Verstaendnisgraeben mit zunehmender Geschwindigkeit breiter. Dazu Walter Wagner: "Die Fachdidaktik muss die Methoden, hier Bruecken zu bauen, nicht erst entwickeln. Fachdidaktiker beherrschen diese bereits und werden sich in Zukunft als die eigentlichen Bildungsmanager zu bewaehren haben".

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