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Therapieformen für Diabetes

15.02.1998 - (idw) Weizmann Institut

KURZSCHLUSS IN DER ZELLE FUEHRT ZU INSULINRESISTENZ

Kuenftige Therapieformen fuer Diabetes sollen moeglichst an der Wurzel dieser haeufig auftretenden, schwerwiegenden Stoffwechselkrankheit ansetzen, und nicht nur (wie bisher) ihre Symptome kurieren. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung gelang nun Prof. Yehiel Zick von der Abteilung molekulare Zellbiologie des Weizmann-Instituts.

In einer Studie, die in der Ausgabe vom 21. November der Zeitschrift Journal of Biological Chemistry erschien, lieferten Zick und seine Kollegen einen neuen Einblick in die molekulare Grundlage der Insulinresistenz, eines Zustands, der zu Diabetes fuehren kann. Bei Insulinresistenz reagieren die Zellen nicht mehr auf einen normalen Insulinspiegel. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass dies auftreten kann, weil einige Proteine, die die Botschaften vom Insulinrezeptor zum Glukose- Aufnahmemechanismus in den Zellen uebertragen, uebermaessige phosphoryliert werden (ein Vorgang,bei dem sie Phosphoratome aufnehmen). Eine derartige anomale Phosphorylation erzeugt einen "Kurzschluss", der eine wirksame Kommunikation zwischen den Insulinrezeptoren und dem Zelleninneren verhindert, die Zellen werden gegen Insulin resistent.

Darueber hinaus liefert die neue Studie eine moegliche Erklaerung dafuer, dass Diabetes bei _bergewichtigen fuenfmal haeufiger auftritt als bei Normalgewichtigen. Nach Prof. Zick ist einer der schlimmsten Boesewichte, der die unerwuenschte Phosphorylation foerdern, ein Molekuel namens TNF, das von Fettzellen abgesondert wird. Die uebermae- ssige Ausscheidung von TNF bei _bergewichtigen koennte den Zusammenhang zwischen _bergewicht, Insulinresistenz und Diabetes erklaeren.

Diese Ergebnisse koennten in der Zukunft zu einer neuen Diabetestherapie fuehren, dieauf grund einer Korrektur dieser Resistenz wirkte.

* Zum Team von Prof. Zick gehoerten die Doktorandin Keren Paz, Dr. Eytan Elhanany vom Israel-Institut fuer biologische Forschung, Dr. Hannah Kanety, Prof. Avraham Karasik und Rina Hami vom Sheba- Krankenhaus in Tel Hashomer, und Dr. Derek LeRoith vom National Institutes of Health in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland.

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