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Waldstandorte - Universität Bayreuth

09.09.1996 - (idw) Universität Bayreuth

Medienmitteilung der Uni Bayreuth, Nr. 40/96, 9. September 1996

Vom 14. bis 18. September in Schloss Thurnau:

INTERNATIONALE WISSENSCHAFTLER DISKUTIEREN EUROPAWEITES NETZWERK VON WALDSTANDORTEN

Biologische Kontrolle von Verdunstungsvorgaengen in Waldoekosystemen

Bayreuth (UBT). Rund 60 Wissenschaftler aus 11 europaeischen Laendern und den USA treffen sich vom 14. bis 18. September im Wissenschaftszentrum Schloss Thurnau, um biologische Kontrollen der Verdunstungsvorgaenge in Waldoekosystemen zu diskutieren.

Das Treffen wird finanziell unterstuetzt vom europaeischen Projekt EUROFLUX, vom Kernprojekt BAHC (Biosphaerische Aspekte von Hydrologischen Zyklen) des internationalen Biosphaeren-Geosphaeren-Programms (IGBP) und vom Bayreuther Institut fuer Terrestrische Oekosystemforschung (BITOeK) der Universitaet Bayreuth.

EUROFLUX ist eine europaeische Initiative, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, an einem Netzwerk europaeischer Waldstandorte ueber laengere Zeitraeume hinweg den Austausch von Wasserdampf und Kohlendioxid mit der Atmosphaere experimentell zu bestimmen. Die wissenschaftlichen Arbeiten werden zur Klaerung der Frage beitragen, ob Waelder langfristig groessere Mengen an Kohlendioxid aus der Atmosphaere binden koennen, d.h., ob sie die Effekte einer durch Verbrennung fossiler Rohstoffe hervorgerufenen Erhoehung der atmosphaerischen CO2-Konzentration abschwaechen und z.B. potentiellen Klimaaenderungen entgegenwirken koennen. Die Arbeiten sind ausserdem wichtig fuer die Entwicklung und Verbesserung von Klimamodellen, die im europaeischen und letztlich auch globalen Massstab angewendet werden sollen. Im Rahmen von EUROFLUX werden koordinierte Datenbanken entwickelt, die sowohl zur Verifizierung der Voraussagen von Klimamodellen als auch zur theoretischen Weiterentwicklung dieser Modelle herangezogen werden koennen.

Die Idee der Einrichtung eines globalen Netzwerkes von Messstationen wurde von Dr. Riccardo Valentini von der Universitaet Viterbo, Italien, dem derzeitigen Koordinator von EUROFLUX, und von Dr. Dennis Baldocchi vom Oak Ridge National Laboratory in Tennessee,USA, erstmals im Maerz 1995 in einem Workshop in La Thuile, Italien, vorgestellt, wo die ersten Schritte diskutiert und geplant wurden. Beide werden auch als aktive Teilnehmer beim Workshop in Thurnau anwesend sein.

Dem Design von EUROFLUX vergleichbare Messnetzwerke sind in den USA und in Australien im Gespraech. Von japanischen und russischen Wissenschaftlern wird ein Transekt von Messstandorten von Nord- nach Suedsibirien vorbereitet. Die Strategie der in einem Netzwerk verknuepften Standorte fuer Flussmessungen liefert eine Moeglichkeit zur effektiven Verbindung zwischen Satelliten-Fernerkundungsdaten und Bodenbeobachtungen. Aus diesem Grunde hat auch bereits die US-Raumfahrtbehoerde NASA (National Aeronautic and Space Administration) grosses Interesse an EUROFLUX gezeigt.

Seit dem Start des Projekts im Maerz 1995 wurden 15 Standorte eingerichtet. Mit den ersten Messungen begann man im Sommer 1996, unterstuetzt durch Gelder der Europaeischen Gemeinschaft. Als einer der Messstandorte dient auch das Wassereinzugsgebiet Lehstenbach am Waldstein im Fichtelgebirge, seit 1992 Hauptuntersuchungsgebiet des Bayreuther Instituts fuer Terrestrische Oekosystemforschung fuer Intensivstudien an Waldoekosystemen.

Die beiden Pflanzenoekologen Professor Dr. John Tenhunen und Professor Dr. Ernst Detlef Schulze von der Universitaet Bayreuth sind die wissenschaftlichen Vertreter des von BITOeK getragenen EUROFLUX-Projektteils. Prof. Tenhunen, dessen Arbeitsgruppe in BITOeK sich sowohl auf die experimentelle Erfassung als auch die Computermodellierung von Gasaustauschvorgaengen in Waldoekosystemen konzentriert, hat die Organisationsleitung der in Thurnau stattfindenden Tagung.

Ansprechpartner: Prof. Dr. John Tenhunen, Bayreuther Institut fuer Terrestrische Oekosystemforschung (BITOeK), 95440 Bayreuth, Tel. (09 21) 55-56 20/-21, Fax (09 21) 55-57 99


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