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Körperliche Aktivitäten senken Herzinfarktrisiko

09.02.1998 - (idw) Robert Koch-Institut

4/98 vom 10. 2.1998

Schon geringe körperliche Aktivitäten können das Herzinfarktrisiko senken

Die häufigste Todesursache in Deutschland sind Herzkreislaufkrankheiten. Sie sind nicht auf eine einzige Ursache zurückzuführen, sondern multifaktoriell bedingt. So können zum Beispiel Diabetes, Fettleibigkeit, Rauchen, eine unausgewogene Ernährung und Bewegungsmangel das Herzinfarktrisiko beträchtlich erhöhen. Eine neue Analyse einer Herz-Kreislauf -Präventionsstudie des RKI, die mit jeweils 5000 westdeutschen Männern und Frauen im Alter von 25 bis 69 Jahren durchgeführt wurde, belegt, daß Bewegung grundsätzlich einen positiven Einfluß auf das Körpergewicht, die Cholesterinwerte, den Blutdruck und den Ruhepuls besitzt (Mensink G., Movement and Circulation, Wageningen, 1997). Insbesondere bei Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren führen schon geringe Körperanstrengungen wie Spazierengehen und Radfahren, die ein- bis dreimal pro Woche für eine Gesamtzeit von einer halben bis zwei Stunden ausgeübt werden, zu einem wesentlich niedrigeren kardiovaskulären Risikoprofil. Nicht nur die Intensität und Dauer der körperlichen Aktivität tragen zu einem besseren medizinischen Gesamtbild bei, sondern auch die Frequenz der körperlichen Betätigung. Sie hat von allen drei Faktoren den stärksten Einfluß auf das Körpergewicht und die Serumfettwerte und scheint somit entscheidend das Herzinfarktrisiko zu beeinflussen. Körperlich aktive Männer (im Alter von 40 bis 69 Jahren) besaßen wesentlich günstigere Werte bei den kardiovaskulären Risikofaktoren als gleichaltrige körperlich inaktive Männer. Deshalb ist bei aktiven Männern dieser Altersgruppe mit einer um 20 % geringeren Gesamtmortalität und einer um circa 30 % geringeren Herz-Kreislauf-Mortalität zu rechnen. Menschen, die sich in ihrer Freizeit sportlich betätigen, sind im allgemeinen jünger und öfter alleinstehend als solche, die keinen Sport betreiben. Sie sind meist Stadtbewohner und haben oft einen hohen sozioökonomischen Status. Desweiteren rauchen sie seltener und ernähren sich gesünder. Die sich hier ergebenden Verhaltensüberschneidungen wurden bei der Auswertung der Präventionsstudie berücksichtigt. Aufgrund des eindeutig festgestellten positiven Einflusses der körperlichen Aktivität auf das Herzinfarktrisiko empfiehlt das Robert Koch- Institut, mindestens dreimal pro Woche jeweils 30 Minuten lang Ausdauersportarten, wie zum Beispiel Radfahren, Schwimmen oder Laufen zu betreiben. Ältere Personen, die zuvor nicht aktiv waren, sollten täglich mit leichten Übungen, wie zum Beispiel Gehen und Radfahren, beginnen.

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