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Forschungsschiff "Heincke"

16.09.1996 - (idw) Biologische Anstalt Helgoland

B I O L O G I S C H E A N S T A L T H E L G O L A N D - NR.: 05/1996

84. und 85. Reise des Forschungsschiffs "Heincke" der Biologischen Anstalt Helgoland

Phosphor, Stofftransporte und Seevoegel stehen auf dem Programm der beiden naechsten Reisen des Forschungsschiffes "Heincke", das am 23. September gegen 10:00 Uhr von Cuxhaven aus in die Deutsche Bucht auslaufen wird.

PHOSPHIN (PH4), einer der giftigsten Stoffe, ist in hohem Masse krebserregend. Wissenschaftler der Biologischen Anstalt Helgoland fanden vor zwei Jahren heraus, dass auch die Natur diesen Stoff produziert. Gluecklicherweise wird Phosphin unter Sonneneinstrahlung recht schnell abgebaut. Doch er wird laufend neu gebildet und es ist noch unklar, wie und wo das geschieht. Einer Klaerung wollen Forscher der Biologischen Anstalt Helgoland und der Universitaet Leipzig auf den beiden naechsten Reisen des Forschungsschiffs "Heincke" naeher kommen.

Waehrend der 84. Fahrt vom 23.9. bis zum 29.9. untersuchen sie die Frage, warum die Phosphinkonzentration in der Luft ueber der Nordsee nachts ansteigt. Auf der folgenden Reise vom 30.9. bis zum 11.10. untersuchen sie den Einfluss von Hoch- und Niedrigwasser in den Wattgebieten bei ablandigem Wind auf die Produktion des Giftes.

Am 23.9. werden auch Mitarbeiter der VOGELWARTE HELGOLAND an Bord zu Gast sein. Sie wollen wissen, in welchen Gebieten der Deutschen Bucht sich einzelne Vogelarten besonders gerne aufhalten.

Die Deutsche Bucht ist bekannt fuer ihre hohe Dynamik, die durch Stroemungen, Wind, Sonnenwaerme und Tiden verursacht ist. Einige Vogelarten - der Eissturmvogel gehoert dazu - bevorzugen beispielsweise gut geschichtetes Meerwasser fuer die Nahrungssuche. Andere, wie die Sturmmoeve, gehen lieber in gut durchmischtem Wasser mit niedrigem Salzgehalt in Kuestennaehe auf Jagd. Am 30.9. loesen Planktologen die Vogelforscher ab. Sie fuehren Untersuchungen im Rahmen des seit zwei Jahren vom Bundesministerium fuer Forschung und Technologie gefoerderten Projektes TRANSWATT durch. Dabei geht es um den Transport und die biochemische Umwandlung von Naehrstoffen, die zwischen dem Wattengebiet und der Deutschen Bucht, aber auch zwischen Land und Meer ausgetauscht werden. Auf der 85. Reise der "Heincke" werden die Wissenschaftler zunaechst in Profilen rechtwinklig zur Kueste Salzgehalt, Temperatur, Sauerstoff, pH-Wert, geloeste und an Partikel gebundene oder in Organismen festgelegte Naehrstoffe messen und Phyto- und Zooplankton bestimmen.

Die Wissenschaftler erhoffen sich dadurch Aufklaerung ueber die Wechselwirkungen zwischen den Stroemungen und der Aktivitaet des pflanzlichen Planktons.

Abdruck, auch auszugsweise, honorarfrei. Beleg erbeten.

Ansprechpartner:

- Phosphin: Dr. Guenter Gassmann, Tel.: 040-89693-141

- Voegel: Dr. Ommo Hueppop, Vogelwarte Helgoland, Tel.: 04725-306

- TRANSWATT: Dr. Justus van Beusekom, Tel.: 040-89693-205

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