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Bakterielle Krankheitserreger: Erbgut wird entziffert

02.06.1998 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Die weltweit koordinierten Bemühungen, das Erbgut des Menschen vollständig zu entschlüsseln, werden in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Darüber ist ein anderer Aspekt der Genomforschung ins Hintertreffen geraten: die Analyse des kompletten Erbmaterials von bakteriellen Krankheitserregern. In diesem Bereich wurden in den vergangenen zwei bis drei Jahren umwälzende Fortschritte erzielt.

Zu einem Symposium über dieses noch junge Forschungsgebiet werden von 11. bis 13. Juni rund 240 Wissenschaftler aus zwölf Ländern in Würzburg erwartet. Unter dem Titel "Genomics in Infectious Diseases" soll im Hörsaal des Anatomischen Instituts, Koellikerstraße 6, die Bedeutung der Erbgutforschung für die Infektiologie beleuchtet werden. Veranstalter ist das an der Universität Würzburg angesiedelte "Zentrum für Infektionsforschung".

Prof. Dr. Matthias Frosch, Vorstand des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg, und Dr. Joachim Reidl vom "Zentrum für Infektionsforschung" organisieren dieses wissenschaftliche Treffen. Sie weisen darauf hin, daß die komplette Erbinformation von 40 Bakterien, von denen die meisten wichtige Krankheitserreger sind, entschlüsselt ist oder kurz vor der Aufklärung steht. Bis zum Ende dieses Jahrtausends werde die Erbinformation von insgesamt 100 Mikroorganismen komplett bekannt sein.

Nach Ansicht der Würzburger Wissenschaftler werden diese Kenntnisse die Infektionsforschung revolutionieren, weil sich zum einen völlig neue Möglichkeiten und Ansätze bei der Entwicklung von Impfstoffen eröffnen. Dasselbe gelte für Medikamente, die gegen weit verbreitete Infektionskrankheiten eingesetzt werden, wie beispielsweise Tuberkulose, Hirnhautentzündung oder Durchfallerkrankungen. Zudem erwarten die Forscher wesentliche Verbesserungen für die Diagnostik von Infektionskrankheiten.

Prof. Frosch: "Um diese Perspektiven zu diskutieren, wurden 23 international renommierte Experten als Redner zu dem Symposium eingeladen." Dies sei durch die Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie, des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst sowie mit Hilfe verschiedener Fachgesellschaften ermöglicht worden.

Hinweis für Journalisten:

Die Veranstalter des Symposiums planen, bei einer Pressekonferenz über Ergebnisse und Diskussionen der Tagung zu informieren. Die Konferenz soll am

Montag, 15. Juni, um 10.00 Uhr

im Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg stattfinden. Eine gesonderte Einladung wird Ihnen rechtzeitig zugehen. Weitere Informationen zur Tagung erhalten Sie im Institut für Hygiene und Mikrobiologie, Josef Schneider-Straße 2, 97080 Würzburg, T (0931) 201-5161, Fax (0931) 201-3445, E-Mail bzw. Internet:

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