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Chronische Folgeerkrankunken und vorzeitige Sterblichkeit bei Rauchern

02.06.1998 - (idw) Universität Ulm

Chronische Folgeerkrankungen und vorzeitige Sterblichkeit bei Rauchern
Forschungspreis "Rauchfrei leben" für Ulmer Epidemiologen

"Rauchfrei leben" heißt ein Forschungspreis, der von der Firma Pharmacia & Upjohn GmbH, Erlangen, gestiftet worden und mit DM 15.000.-- dotiert ist. "Rauchfrei" steht für den Verzicht auf das Rauchen von Tabak. Anläßlich der 1. Deutschen Nikotin-Konferenz in Erfurt wurde dieser Preis am 16. Mai 1998 durch den Ärztlichen Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit e.V. an Dr. Dietrich Rothenbacher, MPH, Mitarbeiter in der von Prof. Dr. Hermann Brenner, MPH, geleiteten Abteilung Epidemiologie der Universität Ulm, und an Prof. Dr. Hans-Anton Lehr vom Institut für Pathologie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz verliehen.

In Zusammenarbeit mit dem Arbeitsmedizinischen Dienst der Württembergischen Bauberufsgenossenschaft und dem Institut für Arbeits- und Sozialmedizin (ehem. Leiter Prof. em. Dr. Dr. h. c. mult. Theodor M. Fliedner) der Universität Ulm sind Rothenbacher und Mitarbeiter der Frage nachgegangen, welche Konsequenzen sich aus dem Rauchen und der damit verbundenen Gesundheitsgefährdung in Hinsicht auf chronische Folgeerkrankungen und vorzeitige Sterblichkeit ergeben. Einer näheren Analyse unterzogen wurde ferner der Zusammenhang des Rauchens mit sozialrelevanten Endpunkten wie der gesundheitsbedingten Frühberentung. Schließlich sind durch die Untersuchungen zugleich soziale und ökonomische Belastungen transparent geworden, die der Versichertengemeinschaft durch die Behandlung der assoziierten Morbidität bzw. durch den Eintritt der gesundheitsbedingten Frühberentung entstehen. Durchgeführt wurde diese große epidemiologische Studie im Baugewerbe. Das Baugewerbe hat eine deutlich höhere Raucherprävalenz als der altersentsprechende Bevölkerungsdurchschnitt.

Im einzelnen konnten Rothenbacher und Mitarbeiter einen signifikanten Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenfunktionseinschränkungen bzw. Lungenerkrankungen statistisch nachweisen. Danach haben Raucher verglichen mit Nichtrauchern ein viereinhalbfach höheres Risiko, eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung zu bekommen. Sehr deutlich drücken sich die gesundheitlichen Konsequenzen auch in der Frühberentungsstatistik aus: jede sechste Frühberentung im Baugewerbe ist den Erhebungen zufolge auf das Rauchen zurückzuführen. Raucher sind wesentlich häufiger von Frühberentung betroffen als Nichtraucher. Was die Gesamtsterblichkeit betrifft, so liegt die Mortalitätsziffer für Raucher um den Faktor 2,5 über derjenigen von Nichtrauchern. Statistisch war jeder dritte Sterbefall in dem untersuchten Kollektiv dem Rauchen zuzuschreiben.

Die gesundheitlichen und Sterblichkeitsfolgen des Rauchens sind bekannt. Durch die von Rothenbacher durchgeführten Arbeiten konnten sie mit Zahlen aus der Bundesrepublik Deutschland weiter untermauert werden. Bisher weniger gezielt untersuchte Begleiterscheinungen wie zum Beispiel diejenige der gesundheitsbedingten Frühberentung wurden hier erstmalig analysiert und mit Zahlenmaterial unterlegt. Insgesamt liefern die Studien wichtige wissenschaftliche Argumente zur Verstärkung der Bemühungen um eine Reduktion des Nikotinkonsums.
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