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700 Greifswalder Inkunabeln in 1 Buch

04.06.1998 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

700 Wiegendrucke exakt beschrieben, 10 neu entdeckt, zahlreiche zusammengefügt - ein grosses Werk wird vorgestellt

Wiegendrucke erwachen
Druckfrische Vorstellung von Greifswalder Inkunabeln


Über 700 "Inkunabeln in Greifswalder Bibliotheken" - der Universität, des Geistlichen Ministeriums und des Landesarchivs Greifswald - sind soeben im renommierten Harrassowitz-Verlag Wiesbaden auf 426 Seiten erschienen (und für 158 DM zu kaufen). Das von Dr. Thomas Wilhelmi (Heidelberg) in mehreren Jahren Fleißarbeit zusammengestellte Werk wird am 8. Juni 1998 um 17.15 Uhr im Concilsaal der Universität der Öffentlichkeit stolz präsentiert. Ausgewählte Inkunabeln werden zu sehen sein; Dr. Holger Nickel von der Staatsbiblithek Berlin wird "über die Bedeutung der Greifswalder Inkunabeln im norddeutschen Raum" sprechen, der Verlag die Gäste durch einen Umtrunk erfrischen und erfreuen. Herzliche Einladung!

Dr. Thomas Wilhelmi hat die Wiegendrucke in dem Werk wissenschaftlich exakt beschrieben und es auch reichlich illustriert. Dieses Buch der Bücher dient vor allem der wissenschaftlichen Mittelalterforschung, denn jene frühen Buchdrucke des 15. Jahrhunderts sind wichtige Quellen für die Geschichtsforschung aller möglichen Fachgebiete sind. Deshalb hat das Mittelalterzentrum an der Greifswalder Universität diese Arbeit nicht nur mit Interesse unterstützt, sondern sich auch an den Druckkosten beteiligt.

Außer zehn Unikate, das heißt Drucke, von denen es bisher keine Nachweise gab, sind zahlreiche sehr seltene Drucke entdeckt worden, die aus Lübeck, Leipzig, aber auch aus Hamburg, Rostock oder von holländischen Druckorten stammen. So sind neben der bekannten 36zeiligen Bibel (unserer sogenannten "Gutenbergbibel") auch ein niederdeutscher Almanach aus Magdeburg von 1497, eine Bulla von Papst Innocent von 1486 oder "De nye Ee unde dat Passional" aus Lübeck 1478 zu nennen. Und es konnten Exemplare wieder zusammengefügt werden, die durch die Kriegswirren zerrissen waren.

Thomas Wilhelmi berichtet in einer Einleitung zu dem Buch über die Inkunabeln kurz über die historische Herkunft der Bestände, die überwiegend aus Greifswalder Klöstern bzw. dem Nikolaistift stammen, an dessen Einrichtung 1456 sich auch der Gründer der Universität Greifswald, Hinrik (Heinrich) Rubenow, beteiligte.

Besonders ist die umfassende Zusammenarbeit der Domgemeinde St. Nicolai, des Landesarchivs Greifswald und der Universitätsbibliothek, mit Institutionen in Hamburg, Berlin und Tübingen; diese schufen und finanzierten die Arbeitsbedingungen, die in Greifswald noch nicht gegeben sind. Zu nennen wären da vor allem das Graduiertenkolleg "Textüberlieferung" an der Universität Hamburg und die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.
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