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Niedrigenergie, Biomasse, Solarkollektoren, Nahwärme

16.06.1998 - (idw) Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

Niedrigenergie, Biomasse, Solarkollektoren, Nahwärme - Mehrzweckhalle Ebringen mit innovativem Gesamtenergiekonzept

Ebringen ist nicht nur einer der schönsten Orte rund um Freiburg, es hat jetzt auch eine der modernsten Energieversorgungen. Die neue Mehrzweckhalle kombiniert Niedrigenergiebauweise,thermische Solarenergie, Holzhackschnitzelfeuerung und ein Nahwärmenetz. 84% der benötigten Wärme in diesem Netz kommt von erneuerbarer Energie, nur 16% steuert Erdgas bei. "Niedrigenergiebauweise, thermische Solarenergie und Biomasse bilden eine wirtschaftlich optimale Kombination," erläutert Dr. Volker Wittwer vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE das zukunftsweisende Konzept.

Die kleine Gemeinde Ebringen schmiegt sich zwar idyllisch an den Schönberg, die Bürger hier leben aber ganz und gar nicht "hinter dem Berg". Als Bürgermeister Hansjörg Thoma Ersatz für die alte Festhalle suchte, war für ihn klar, daß er etwas für die Umwelt tun wollte: "Warum sollen wir fossile Brennstoffe verfeuern, wenn im Gemeindewald das Durchforstungsholz verrottet?" Diese Frage stand am Anfang und heraus kam ein innovatives Gesamtenergiekonzept:

Im Mittelpunkt steht die Schönberghalle, eine Mehrzweckhalle in Niedrigenergiebauweise mit viel Holz und Glas - Wärmeschutzglas mit einem k-Wert von 0,9 W/m2K. Das Architekturbüro Wütherich und Bühler gestaltete die Halle, die Ingenieurgruppe Freiburg plante die technische Gebäudeausrüstung. Die Fa. econzept lieferte das Energiekonzept und plante die Nahwärmeversorgung mit Holzhackschnitzel-Heizanlage. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE konzipierte die thermische Solaranlage. 70 m2 Flachkollektoren auf dem Hallendach versorgen die Duschen mit Warmwasser und decken einen Teil des Heizwärmebedarfs.

Im benachbarten Schulgebäude ist die Heizzentrale. Wo früher der Öltank war, bullert jetzt die Holzhackschnitzelfeuerung mit 250 kW und automatischer Beschickung über ein Förderband. Es holt sich Nachschub von einem unterirdischen Bunker mit Vorrat für 12 Tage. Das Nachfüllen ist denkbar einfach: Mit einer Hand läßt sich der Deckel beiseite schieben, ein LKW kann seine Ladung aus den umliegenden Wäldern direkt in den Bunker kippen.

Geradzu zierlich sehen dagegen die beiden 140 kW Erdgaskessel aus, die die Spitzenlast liefern und einspringen, wenn es sich nicht lohnt, die Holzfeuerung zu starten.

Eine Wärmeübergabestation ist die Schnittstelle der Heizzentrale zum Nahwärmenetz. Ein Kunststoffmantelrohr transportiert die Wärme zur Halle und darüber hinaus zum Neubaugebiet - insgesamt 400 Trassenmeter. Ein Lebensmittelmarkt mit Wohnungen und bis zum Jahr 2002 weitere 19 Wohnhäuser werden dann umweltfreundlich mit Wärme für Brauchwasser und Heizung versorgt.

Und die Kosten? Die Mehrkosten für Niedrigenergiebauweise, Hackschnitzelfeuerung und Solaranlage betragen etwa 5% der rund 11 Millionen Gesamtkosten für die Halle. Fördermittel vom Ministerium Ländlicher Raum und vom Umweltministerium Baden-Württemberg reduzierten die Belastung der Gemeinde. Der Wärmepreis für das Neubaugebiet wird mit 10 bis 11 Pf/kWh so hoch sein wie bei Gas. Dabei erspart die Anlage der Umwelt jährlich 250 t Kohlendioxid!

Infomaterial: Fraunhofer ISE, Presse und Public Relations,
Tel. 07 61/45 88-1 50, Fax 07 61/45 88-3 42

Ansprechpartner für weitere Informationen:
Bauherr: Bürgermeister Hansjörg Thoma, Ebringen, Tel. 0 76 64/6 08 61, Fax 0 76 64/83 02
Pressearbeit: Dr. Klaus Heidler, Solar Consulting, Tel. 07 61/70 72 53-0, Fax 07 61/70 72 53-1
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