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Nuklearmedizin: Nachweis wiederholter Gewalteinwirkungen am Knochen

22.06.1998 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin

Auf der Jahrestagung der Bayerischen Gesellschaft für Nuklearmedizin am 3./4. Juli 1998 im Klinikum Großhadern, München, stehen der Nachweis von Knochenerkrankungen und -verletzungen, die Schilddrüsentherapie und PET im Mittelpunkt.

Bei Erkrankungen oder Verletzungen des Knochens werden in der Bundesrepublik nach wie vor im wesentlichen Röntgenbilder zu Rate gezogen: völlig ausreichend beim einfachen Schienbeinbruch, ungenügend bei Knochenerkrankungen wie Krebs oder Entzündungen, aber auch für den Nachweis spezieller Gewalteinwirkungen am Knochen wie etwa bei Verdacht auf Kindesmißhandlung. Die diagnostischen Möglichkeiten, die die Nuklearmedizin für derartige Fragestellungen bereithält, sind eines der Schwerpunktthemen der Jahrestagung der Bayerischen Gesellschaft für Nuklearmedizin am 3. und 4. Juli im Klinikum Großhadern in München. Weitere Themen sind Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen und die Positronen Emissions Tomographie, ein seit kurzem in der Klinik verfügbares, bildgebendes Verfahren, das insbesondere in der Krebsdiagnostik und -therapiekontrolle neue Möglichkeiten eröffnet.
Zu allen Schwerpunktthemen hat Kongreßpräsident Prof. Dr. Klaus Hahn, Leiter der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München, nicht nur Nuklearmediziner zum Referat gebeten, sondern auch Fachleute der jeweils "betroffenen" Fachgebiete. Bei den Knochenerkrankungen etwa werden auch Radiologen und Orthopäden ihre Standpunkte und aktuellen Ergebnisse vorstellen (Fr, 3. Juli, 13.45-15.30 Uhr). Gemeinsam soll anhand von aktuellen klinischen Studien dargestellt werden, bei welchen Krankheitsbildern die Nuklearmedizin gegenüber der Radiologie zu schnelleren und besseren Ergebnissen kommt. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem erste konkrete Ergebnisse einer Münchner Untersuchung zum Einsatz der Skelettszintigraphie bei Kindern und Jugendlichen. Dazu zählt neben der Früherkennung von Krebsabsiedlungen im Knochen auch der Nachweis von speziellen Knochenverletzungen, wie sie etwa durch mehrfache, aufeinanderfolgende Gewalteinwirkung bei Kindesmißhandlungen entstehen können.
Da sich bei der Jodversorgung der Bevölkerung nur wenig zum besseren gewandelt hat, haben Schilddrüsenerkrankungen nach wie vor den Charakter einer Volkskrankheit. Trotz enormer Fortschritte bei Ultraschalluntersuchungen und Labordiagnostik sind nuklearmedizinische Verfahren nach wie vor für die Diagnose und Differenzierung, aber auch für die Therapie der verschiedenen Schilddrüsenfunktionsstörungen unverzichtbar. Zu diesem Ergebnis kommen klinische Studien, die Nuklearmediziner und Internisten in München gemeinsam vorstellen werden (Fr. 3. Juli, 16.00-17.35 Uhr). Im Mittelpunkt steht dabei unter anderem die Radioiodtherapie, die in Deutschland nach wie vor viel zu selten angewendet wird. (90 Prozent aller betroffenen Patienten in den USA werden mit Radioiod behandelt, nur bei 10 Prozent geht man das Risiko einer Operation ein. In Deutschland ist dieses Verhältnis mit 90 Prozent Operationen genau umgekehrt.) Die Radioiodtherapie erspart den Patienten nicht nur die keineswegs unproblematische Operation (Verletzung der Stimmbänder), sondern ist auch kostengünstiger.
Krebserkrankungen stehen im Mittelpunkt, wenn am Sonnabendmorgen (9-13 Uhr) aktuelle Ergebnisse auf dem Gebiet der Positronen Emissions Tomographie (PET) vorgestellt werden. Während bis etwa 10.30 Uhr zunächst technische und medizinische Grundlagen diskutiert werden, steht ab 11 Uhr der klinische Nutzen dieses modernen bildgebenden Verfahrens auf dem Prüfstand. Im Gegensatz zu konventionellen bildgebenden Verfahren wie etwa dem Röntgen oder der Magnetresonanztomographie, macht die PET nicht Strukturen, sondern Zellfunktionen wie etwa den Nährstoff- oder Sauerstoffumsatz sichtbar und liefert damit gerade in der Krebsbehandlung häufig therapieentscheidende Informationen. Nuklearmedizinische Spezialisten werden in München einen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten der PET bei den verschiedenen Krebserkrankungen geben.

Sie sind herzlich eingeladen, an beiden Tagen am wissenschaftlichen Programm der Jahrestagung im Klinikum Großhadern, Marchioninistraße 15, Hörsaal III teilzunehmen. Darüber hinaus möchten wir Sie auf ein assoziiertes Symposium der bayerischen Medizinphysiker (Sektion Südost der DGMP) ebenfalls am Freitag, 3. Juli, 10.00-12.45 Uhr am selben Ort aufmerksam machen. Themen dort werden die Verbesserung der nuklearmedizinischen Datenverarbeitung und der Strahlenschutz sein.

Außerdem würden wir uns sehr freuen, Sie zu einem Pressegespräch am Freitag, 3. Juli, um 12.30 Uhr im Klinikum Großhadern, Seminarraum der nuklearmedizinischen Klinik, KO begrüßen zu können. Der Tagungspräsident, Prof. Dr. Klaus Hahn, und einige Referenten werden Ihnen einen kurzen Überblick über die Tagung geben und Ihre Fragen gerne beantworten (für eine kurze Voranmeldung per email wären wir Ihnen sehr dankbar). Auch für weitere Informationen oder Interviews stehen wir selbstverständlich nach kurzer Vorabsprache (Heike Jordan, Pressereferentin, Tel. 0551/376447 oder Kongreßsekretariat Tel. 089/7095-4610 oder 7095-4611) gerne zur Verfügung.

Per email können Sie außerdem die Presseinformation zur Studie "Skelettszintigraphie bei Kindern und Jugendlichen" anfordern.


Heike Jordan
Pressereferentin
Tel. +49-551/376447
Fax +49-551/376453
e-mail: heike.jordan@t-online.de
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